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Erfolgreiche Kulturarbeit in den Kreisverwaltungen: Kooperation als Schlüssel

12.11.2025 – Lesezeit ca. 4 Minuten 208

Erfolgreiche Kulturarbeit in den Kreisverwaltungen: Kooperation als Schlüssel

Bild: Istock / Ruslan Lytvyn

Wie gelingt kommunale Kulturarbeit in den Landkreisen? Die neue Difu-Publikation beschreibt die Rolle und Handlungsoptionen der Kreiskulturverwaltungen und liefert wertvolle Impulse für eine zukunftsfähige Kulturarbeit in ländlichen Regionen.

Ob Bibliotheken, Musikschulen, Theater, Museen, Volkshochschulen, Konzertangebote, Kinos und soziokulturelle Einrichtungen – Kultur trägt maßgeblich zu Lebensqualität, Identität und Standortentwicklung einer Region bei. Das Kulturangebot auf kommunaler Seite mitzugestalten, erfordert Kooperation und enge Zusammenarbeit mit einer Vielzahl lokaler Akteure. Das zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu), die erstmals systematisch die Strukturen, Arbeitsweisen und Rahmenbedingungen kommunaler Kulturarbeit auf Landkreisebene beleuchtet und Handlungsspielräume für eine zukunftsfähige Kulturarbeit in ländlichen Regionen aufzeigt.

„In der Untersuchung wurde deutlich, dass Kreiskulturverwaltungen häufig unter schwierigen Bedingungen arbeiten. Knappe personelle und finanzielle Ressourcen, fehlende strategische Grundlagen und unklare Zuständigkeiten, erschweren vielerorts die Kulturarbeit.“ betont Julia Diringer, Studienautorin und Projektleiterin am Difu. „Hier kommt die Bedeutung von Kooperation ins Spiel. Zentrales Ergebnis unserer Untersuchung ist, dass Kulturarbeit in den Landkreisen vor allem dort gelingt, wo Verwaltungen eng mit Vereinen, ehrenamtlich Engagierten, Künstler:innen, Vertreter:innen der kreisangehörigen Kommunen und anderen Verwaltungsbereichen zusammenarbeiten.“ Die Studie zeigt auch, dass die Zusammenarbeit zwar zentral für das Gelingen des Kulturangebots in ländlichen Regionen ist, diese jedoch oft nicht institutionell abgesichert oder systematisch koordiniert ist.

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Die Erkenntnisse aus den Landkreisen verdeutlichen zudem, dass die Kulturverwaltungen Kultur vor allem als Basis für Gemeinschaft und Zusammenhalt und sich selbst als Unterstützende der Kulturakteure vor Ort begreifen. Dabei sind die Strukturen in den Verwaltungen sehr unterschiedlich – von eigenständigen Ämtern bis hin zu Stabsstellen – was Handlungsspielräume und Sichtbarkeit beeinflusst. Trotz großer Motivation seitens der Mitarbeitenden sind die Verwaltungen jedoch häufig durch geringe Ressourcen limitiert. Wo Kulturentwicklungsplanungen oder Beiräte existieren, gelingt es besser, Kultur strategisch zu verankern und Netzwerke zu stärken. Besonders entscheidend für wirksame Kulturarbeit ist die politische Rückendeckung durch Landrät:innen und den Kreistag.

Die in der Studie untersuchten Kreisverwaltungen erfüllen hierbei Aufgaben jenseits „klassischer“ Verwaltung: "Einige Kreise bieten den Kulturschaffenden eigene Kulturorte, wie zum Beispiel der Landkreis Siegen-Wittgenstein, der das Kulturhaus Lÿz betreibt. Andere initiieren ein breites Spektrum an Veranstaltungen, wie zum Beispiel ein Musikfestival im Landkreis Lüneburg an dem regionale Amateur-Ensembles an verschiedenen Kulturorten auftreten oder der Landkreis Marburg-Biedenkopf, der alle zwei bis drei Jahre eine große Kunstveranstaltung ausrichtet." erklärt Julia Diringer. Hinzu würden noch Beratungsleistungen der Verwaltung kommen – von Förderanträgen über strategische Projektplanung bis hin zu rechtlichen Fragen. Auch finanziell unterstützen Kulturverwaltungen Kulturschaffende, sie loben Kulturpreise aus und akquirieren zusätzliche Mittel aus Landes- und Bundesprogrammen.

Die Studie zeigt, dass Kultur einen wesentlichen Beitrag zu Lebensqualität, gesellschaftlichem Zusammenhalt und regionaler Attraktivität leistet und damit zur Gleichwertigkeit von Lebensverhältnissen in ländlichen Regionen beiträgt. Die Autorinnen der Studie plädieren dafür, die freiwillige Leistung „Kultur“ nicht in Frage zu stellen, sondern die Relevanz von Kultur anzuerkennen und noch stärker zu fördern, um ihr Potenzial auch für die Diskussion und Reflexion aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen zu nutzen. Die Studie zeigt Handlungsspielräume der Kreisverwaltungen auf und liefert Einblicke in bewährte Strukturen, Kooperationen und Strategien, die als Impulse für andere Verwaltungen dienen können.


Hintergrund: Projekt „KoKuLa"

Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) untersuchte im Rahmen des Forschungsvorhabens „Kommunale Kulturarbeit in Landkreisen“ (KoKuLa), gefördert durch das Bundeslandwirtschaftsministerium in der Fördermaßnahme „Faktor K - Forschung zum Faktor Kultur in ländlichen Räumen“ im Zeitraum von 2023 bis 2025 wie kulturelle Angebote in ländlichen Regionen gestärkt werden können und welche Handlungsoptionen die Kulturverwaltungen auf Kreisebene haben.

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