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Stadt zieht nach einem Jahr positive Bilanz: Verbot von GPS-Trackinggeräten hat sich bewährt

Handyverbot an Hanauer Kitas zeigt Wirkung

03.11.2025 – Lesezeit ca. 3 Minuten 139

Handyverbot an Hanauer Kitas zeigt Wirkung

„Das neue Schulgesetz bestätigt unser Vorgehen: Kinder brauchen Freiräume, um sich ungestört entfalten zu können, was den bewussten und verantwortungsvollen Einsatz digitaler Medien nicht ausschließt“, sagt Hanaus Bürgermeister und Sozialdezernent Dr. Maximilian Bieri. (Bild:Stadt Hanau / Moritz Göbel)

„Das in den Kindertagesstätten der Stadt Hanau eingeführte Verbot von ortbaren Geräten wie Handys und Smartwatches hat sich voll und ganz bewährt. Es gab keine Vorfälle, bei denen Eltern die Regelung missachtet oder versucht haben, sie zu umgehen“, zieht Bürgermeister und Sozialdezernent Dr. Maximilian Bieri ein Jahr nach der Einführung des Verbots eine positive Bilanz.

Offene Fragen oder anfängliche Bedenken konnten in gemeinsamen Gesprächen mit Elternvertreterinnen und Elternvertretern ausgeräumt werden. Sogar eine ursprünglich angedrohte Klage wurde abgewendet. "Der transparente Austausch war von Beginn an entscheidend, um Missverständnisse zu klären und Vertrauen zu schaffen", hob Bieri lobend hervor. Für die Beschäftigten und Leitungen der Kitas bedeutete die Einführung zunächst etwas mehr Aufwand, da zusätzliche Gespräche geführt wurden. Inzwischen hat sich die Situation eingespielt: Das Verbot wird bereits im Aufnahmegespräch mit neuen Familien thematisiert und problemlos akzeptiert.

Vor einem Jahr hatte Bürgermeister Dr. Bieri in einem offenen Schreiben an alle Eltern die Einführung eines Verbots von ortbaren Geräten wie Smartphones, Smartwatches und GPS-Trackern in den Einrichtungen der Stadt Hanau angekündigt. Seit Dezember 2024 gilt die Regelung offiziell. Bieri begründete den Schritt damals mit dem Schutz der kindlichen Autonomie und der begleiteten Erziehung zur Selbständigkeit. Kindertagesstätten seien Orte des Vertrauens, die ständige Überwachung durch digitale Geräte stehe diesem pädagogischen Auftrag entgegen.

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Die Hanauer Initiative stieß bundesweit auf Zustimmung. Der Deutsche Kitaverband begrüßte ausdrücklich das Verbot und rief andere Städte zur Nachahmung auf. Zahlreiche Kommunen haben sich bereits nach der konkreten Vorgehensweise erkundigt und inhaltliche Unterstützung aus Hanau erhalten. Heute gehört das Verbot in den Hanauer Kitas zum Alltag. "Es hat sich zu einer neuen Normalität entwickelt, was ich sehr begrüße, denn so schaffen wir gemeinsam eine ungestörte und achtsame Betreuungsumgebung", sagt Bieri, der als Dezernent unter anderem für Kinder, Jugendliche und Schulen in Hanau verantwortlich ist.

Ursprünglich hatte der Bürgermeister vor einem Jahr in einem offenen Brief an die Schulleitungen aller Hanauer Schulen sowie an den Hessischen Städtetag darum gebeten zu prüfen, ob ein generelles Handyverbot für die unteren Jahrgänge (Grundschule, Unter- und Mittelstufe) eine denkbare Lösung sei, um eine lernfördernde und sichere Umgebung für Kinder und Jugendliche zu schaffen. Bieri bezog sich dabei auf Studien, laut denen eine smartphonefreie Schule nicht nur die Leistungen verbessert, sondern sich auch vorteilhaft auf das soziale Miteinander der Schulgemeinschaft auswirkt. Im Zuge dieser öffentlichen Debatte hatten sich mehrere pädagogische Fachkräfte bei ihm gemeldet, dass auch Kitakinder immer häufiger mit Smartwatches oder GPS-Geräten in die Einrichtungen kämen. "Das Tracking ist nicht nur eine Überwachung der Kinder, sondern auch der Erzieherinnen und Erzieher", kritisierte Bieri damals.

Sein Appell Richtung Schulen traf ebenfalls auf breite Zustimmung: Seit Beginn dieses Schuljahres ist hessenweit die Nutzung von privaten Smartphones, Tablets und Smartwatches an Grundschulen untersagt. An weiterführenden Schulen können die Schulgemeinden – also Schulleitung, Lehrkräfte, Eltern und die Schülerschaft – Ausnahmen von diesem Verbot gemeinsam definieren. "Das neue Schulgesetz bestätigt unser Vorgehen: Kinder brauchen Freiräume, um sich ungestört entfalten zu können, was den bewussten und verantwortungsvollen Einsatz digitaler Medien nicht ausschließt", sagt Dr. Bieri. "Wenn wir ihnen diesen Schutzraum geben, fördern wir nicht nur ihre Konzentration und Lernfreude, sondern auch ihr Vertrauen in sich selbst."

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