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Dieser Artikel wurde in der Ausgabe Mai 2025 der gedruckten Kommunalwirtschaft abgedruckt.
Hanau schafft 180 neue Kita-Plätze durch innovatives Konzept der Öffnungszeiten
„Erwartungen übertroffen“
12.05.2025 – Lesezeit ca. 3 Minuten
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Ein neues Konzept des städtischen Eigenbetriebs Hanau Kindertagesbetreuung zeigt Wirkung: Durch die Anpassung der Öffnungszeiten und eine flexiblere Buchung von Betreuungszeiten konnten bislang 180 zusätzliche Kita-Plätze geschaffen werden. Grundlage ist der effizientere Einsatz der begrenzten „Fachkraftstunden“ von Erzieherinnen und Erziehern.
Wie viele andere Kommunen ist auch die Brüder-Grimm-Stadt Hanau vom Fachkräftemangel in der frühkindlichen Bildung betroffen. Mehrere Hundert Kinder warten derzeit auf einen Betreuungsplatz. Die Stadt investiert seit Jahren in Ausbildungsplätze, wirbt Fachpersonal gezielt an – auch aus dem Ausland – und arbeitet an attraktiven Rahmenbedingungen. Dennoch bleibt der Druck hoch. "Gerade deshalb ist es umso wichtiger, dass wir in Hanau gemeinsam immer wieder neue Wege gehen, um die knappen Fachkraftstunden effizient zu nutzen und möglichst vielen Kindern den Zugang zu einem Betreuungsplatz und damit zu frühkindlicher Bildung zu ermöglichen", sagt Bürgermeister und Sozialdezernent Dr. Maximilian Bieri.
Vor diesem Hintergrund wurde bereits im vergangenen Jahr auf Basis einer umfassenden Erhebung des städtischen Eigenbetriebs ein Konzept erarbeitet, das die vorhandenen Betreuungskapazitäten besser ausschöpfen soll. Die zentrale Erkenntnis: Viele Kinder werden deutlich früher abgeholt, als es die regulären Öffnungszeiten bis 17 Uhr vorsehen. Gleichzeitig müssen Fachkräfte für die angemeldete Maximalbelegung bis zum späten Nachmittag eingeplant werden – ein Aufwand, der oft nicht im Verhältnis zur tatsächlichen Nutzung steht.
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Deshalb wurde die tägliche Öffnungszeit auf 7 bis 16 Uhr angepasst. Eltern können seither aus flexiblen Betreuungspaketen wählen, die sich individuell auf die Woche verteilen lassen und eine maximale Betreuungszeit von 40 Stunden ermöglichen. Mit der Flexibilität des innovativen Angebots soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass Eltern die gebuchten Betreuungszeiten für ihre Kinder nicht an allen Tagen gleichmäßig nutzen. "Und das funktioniert", sagt Astrid Weiermann, Leiterin des Eigenbetriebs Hanau Kindertagesbetreuung.
"Die Entscheidung für die Verkürzung der allgemeinen Öffnungszeit haben wir weder leichtfertig noch unüberlegt getroffen. Aber die Erhebungen haben gezeigt, dass in der letzten halben Stunde vor 17 Uhr im Schnitt nur noch drei Prozent der Kinder betreut wurden. Wichtig war, dass wir möglichst früh im Vorfeld der Änderung in den Austausch mit den Eltern gegangen sind und das Ziel, auf diesem Weg 120 zusätzliche Plätze für bislang komplett unversorgte Kinder zu schaffen – dass es nun 180 geworden sind, zeigt: Das Konzept funktioniert. Mein Dank gilt auch der Stadtverordnetenversammlung, die mit einem einstimmigen Beschluss die Grundlage für diese Umsetzung geschaffen hat", so Bürgermeister Dr. Bieri.
Ein Beispiel für das neue Miteinander in der Praxis sind die Kitas Albert-Schweitzer und Francois-Gärten im Stadtteil Lamboy-Tümpelgarten. Die eine Einrichtung hatte freie Räume, die andere verfügte über zusätzliches Personal – durch Kooperation konnten 20 Kinder aufgenommen werden, die zuvor auf der Warteliste standen. "Das Zusammenwirken aller Beteiligten ist hervorragend", so Astrid Weiermann.
Die Kita-Leiterinnen Gabriele Maliverney (Albert-Schweitzer) und Katharina Knies (Francois-Gärten) loben die reibungslose Zusammenarbeit: "Die Kinder haben hier einen festen Platz und lernen das Umfeld kennen, in dem sie aufwachsen. Wir besuchen gemeinsam Spielplätze im Stadtteil und üben mit den Kindern, wie man sich im Straßenverkehr verhält", so Knies. Die neuen Kita-Kinder heißen intern übrigens "Sonnenkinder".
"Es freut mich sehr, dass wir diesen Schritt gemeinsam gehen konnten – im Interesse der Kinder und ihrer Familien für frühkindliche Bildung und verlässliche Betreuung. Der eingeschlagene Weg zeigt Wirkung und wir werden ihn weiter konsequent verfolgen", so Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri.
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