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Flüchtlingszahlen: Kommunen für den Ernstfall wappnen
31.05.2024 – Lesezeit ca. 2 Minuten
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Die Städte und Gemeinden blicken mit Sorge auf den Sommer. "In den
Kommunen haben wir nach den großen Fluchtbewegungen seit 2022 kaum
noch Kapazitäten für Wohnen, Versorgung und Integration", warnte
Hauptgeschäftsführer Christof Sommer am Rande einer Tagung des
Hauptausschusses des Städte- und Gemeindebundes NRW (StGB NRW) in
Paderborn. Das Land müsse die Kommunen schnell in die Lage versetzen,
dauerhaft Reserven vorzuhalten.
"Üblicherweise steigen ab dem Frühjahr die Flüchtlingszahlen, hinzu kommt
die mehr als ungewisse Entwicklung in Nahost und der Ukraine. Wir müssen
uns darauf einstellen, dass es jederzeit wieder eine große Fluchtbewegung
geben kann. Davor dürfen wir nicht die Augen verschließen und müssen uns
so gut wie möglich dafür wappnen", so Sommer. Schon heute seien wieder
steigende Zahlen von Menschen aus der Ukraine zu verzeichnen.
"Noch immer müssen es die Kommunen aus eigener Kasse finanzieren, wenn
sie vorsorglich Unterkünfte freihalten. Das muss sich so schnell wie möglich
ändern", forderte Sommer. Schon mehrfach habe man gegenüber dem Land
eine Anpassung der Pauschale aus dem Flüchtlingsaufnahmegesetz (FlüAG)
gefordert. Die Pauschale sei völlig veraltet und beruhe auf
Kostenberechnungen aus dem Jahr 2017. Insoweit sei es zu begrüßen, dass
das Land nun die Gespräche darüber aufgenommen habe. Die Kommunen
müssten zudem dringend von den Gesundheitskosten entlastet werden.
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Zwar sei das Land dabei, die Kapazitäten in den Landeseinrichtungen zu
erweitern, doch sei das nicht mehr als ein Puffer. "Früher oder später landen
die Menschen in den Kommunen, wo wir sie unterbringen und integrieren
sollen", erklärte Sommer. "Wenn dann aber keine Betten mehr frei sind,
müssen wir notgedrungen wieder Turnhallen belegen."
Die im April beschlossene EU-Asylreform sei aus der Sicht der Städte und
Gemeinden ein gutes Signal. "Die Kommunen in NRW sind zwingend darauf
angewiesen, dass die Zuwanderung nach Europa auf Menschen mit
Bleibeperspektive begrenzt wird und eine faire Verteilung innerhalb Europas
stattfindet", so der Hauptgeschäftsführer des kommunalen Spitzenverbandes.
"Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister hoffen, dass die EU-Kommission
diese Reform nach den Europawahlen auch konsequent umsetzt." Zumindest mittelfristig könne man damit auf eine Entlastung hoffen.
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