Dieser Artikel wurde in der Ausgabe der gedruckten Kommunalwirtschaft abgedruckt.

Rubrik Allgemein

Kommunen und Emschergenossenschaft arbeiten an einer Strategie gegen Hitzestress.

Klimawandel: Gesundheit schützen und Städte kühlen

23.04.2024 – Lesezeit ca. 4 Minuten 27

Klimawandel: Gesundheit schützen und Städte kühlen

Drückende Hitze am Tag und tropische Nächte sind im Sommer keine Seltenheit mehr. Folgen des Klimawandels, die für das Wohlergehen und die Gesundheit von Menschen ein Risiko sind. Um die Bevölkerung zu schützen, zu informieren und langfristig für Abkühlung zu sorgen, arbeiten die Städte der Emscher-Region und des Kreises Recklinghausen mit der Emschergenossenschaft an gemeinsamen Standards bei der Hitzeaktionsplanung. Das Klimaschutzministerium NRW fördert dies mit rund 1,4 Millionen Euro.

Die Hitzewellen in Deutschland nehmen schon seit Jahren zu, das zeigen die Daten der Wetterbeobachtung und Klimaforschung. Auch in den Städten des Ruhrgebiets waren die Sommer 2018, 2019 und 2022 besonders heiß, die Hitzerekorde gerade in Innenstädten erreichten punktuell die 40-Grad-Celsius-Marke. Wissenschaftler*innen prognostizieren: Auch wenn der Klimawandel abgebremst werden könnte, wird es häufigere, längere und intensivere Wetterextreme geben. Hitzephasen wirken sich in dicht bebauten und stark versiegelten Städten besonders unangenehm für Menschen und Tiere aus.

Urbane Ballungsräume besonders betroffen

Urbane Ballungsräume sind also besonders betroffen. Für die Emscher-Kommunen und den Kreis Recklinghausen Anlass zu handeln und gemeinsam mit der Emschergenossenschaft in der Zukunftsinitiative Klima.Werk an einer regionalen Abstimmung zu kommunalen Hitzeaktionsplänen zu arbeiten (HAP.regio). "Für Hochwasser-Lagen gibt es Einsatz- und Katastrophenschutzpläne, für belastende Hitzewetterlagen sind diese bisher nicht verpflichtend", sagt Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft. "Genau wie Starkregen macht jedoch auch Hitze nicht an den Stadtgrenzen halt, deshalb ist es sinnvoll, eine gemeinsame, abgestimmte Strategie zu entwickeln", so Uli Paetzel.

Advertising

Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!

Gemeinsam Vorsorge treffen für vulnerable Gruppen

Der Wasserwirtschaftsverband und die Kommunen setzen sich in der Zukunftsinitiative Klima.Werk gemeinsam für den klimarobusten Umbau der Region ein. Das Netzwerk für Klimaanpassung und dessen Serviceorganisation sind deshalb bestens dafür geeignet, auch die regionale Hitzeprävention mit den Partnern zu entwickeln. "Wir übernehmen gemeinsam Verantwortung und treffen gemeinsam Vorsorge", sagt Sören Link, Oberbürgermeister der Stadt Duisburg, stellvertretend für seine Amtskolleginnen und -kollegen in den anderen Emscher-Kommunen und Städten des Kreises Recklinghausen. "Unser Ziel ist es, eine Blaupause mit einheitlichen Standards zu entwickeln, die als Basis für die Aufstellung von Hitzeaktionsplänen in den Kommunen dient. Im Fokus steht dabei besonders der Schutz und die Aufklärung vulnerabler Gruppen."

Gefördert wird die Hitzeaktionsplanung mit rund 1,4 Millionen Euro durch das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIKE). Das Ministerium setzt dafür Fördergelder aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE/Regio.NRW - Transformation) ein.

Abgestimmtes Vorgehen im Ernstfall

Die gemeinsame Strategie soll dafür sorgen, Tipps und Verhaltensempfehlungen in die Breite zu tragen und für den Ernstfall Vorsorge zu treffen sowie längerfristig die Hitze in den Städten zu reduzieren (Klimaanpassung). Das bedeutet: Im Falle einer Hitzewarnung des Deutschen Wetterdienstes soll es in Zukunft ein abgestimmtes Vorgehen in den Kommunen und auch untereinander geben. Festgelegt werden sollte zum Beispiel, welche Einheit in den Städten als zentrale Koordinierungsstelle fungiert oder wie die Meldekette ist (Kommunikationskaskade), um Schaden von Einwohner*innen abzuwenden. Auf städtischer Seite sind viele Akteure einzubinden, dazu gehören die Bereiche Gesundheit, Klima, Umwelt, Planung, Bevölkerungsschutz, Soziales u.a. mit Kita und Schule sowie Tiefbau. Auf der nicht-öffentlichen Seite gehören Ärzte, Pflegeeinrichtungen, Krankhäuser, Arbeitsschutz oder Sozialeinrichtungen zu den Zielgruppen.

Ergebnisse können alle Kommunen übernehmen

An der Hitzeaktionsplanung wird zeitnah in verschiedenen Arbeitspaketen gearbeitet, bis Anfang 2027 gibt es weitere Etappen zur Umsetzung von mittel- und langfristigen Maßnahmen. Die Ergebnisse können alle beteiligten Kommunen für ihre konkrete Hitzeaktionsplanung vor Ort übernehmen und sich die Bausteine und Maßnahmen heraussuchen, die lokal passen. Die Übertragung der Erkenntnisse auf weitere Städte zum Beispiel im Lippeverbandsgebiet wird im Rahmen des Projektes mitgedacht.

Partner in dem Projekt sind Bundes- und Landesorganisationen wie der Deutsche Wetterdienst (DWD), das Landeszentrum Gesundheit NRW (LZG.NRW), das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) oder der Regionalverband Ruhr (RVR), der Betriebskassen Landesverband Nordwest (BKK), das Deutsche Institut für Normung (DIN) sowie aus der Wissenschaft (Hochschule für Gesundheit Bochum, Hochschule für Ökonomie und Management (FOM) u.a.).

Advertising

Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!

Sie können diese Ausgabe kaufen oder ein Abonnement abschließen, um diesen Artikel hier sofort und komplett zu lesen. Mit einem Abonnement erhalten Sie zusätzlich jede gedruckte Ausgabe der Kommunalwirtschaft frei Haus.
Unser PDF Abo ist kostenlos! Abonnieren Sie dazu unseren Newsletter, in welchem ein Downloadlink zur jeweils aktuellen Ausgabe zur Verfügung gestellt wird.
Wenn Sie schon Abonnent der Kommunalwirtschaft sind, melden Sie sich an, um den Artikel zu lesen.
„Die Rückkehr der Samurai“
„Die Rückkehr der Samurai“

Wo Technologie auf Tradition trifft, entsteht in diesen Tagen ein Kunstwerk von gewaltigen Ausmaßen: In Japan verwandelt der Künstler Klaus Dauven zusammen mit [...]

13.04.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

allgemein
Next Generation
Next Generation

Die neue Shirt-Kollektion von Kübler punktet nicht allein durch moderne Schnitte für Damen und Herren, spürbar hohen Tragekomfort und Vielseitigkeit. Dank integ[...]

09.04.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

allgemein
Gastro-Gewerkschaft NGG warnt vor „Überstunden-Olympiade“

Die Gastro-Branche ist bereit für Olympia: „Nordrhein-Westfalen kann Gästeservice auf Weltniveau – und das auch im großen Stil. In der Hotellerie und Gastronomi[...]

09.04.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

allgemein
Olympia-Chance nutzen: Mit Bürgerbeteiligung den Breitensport in NRW zukunftsfest machen
Olympia-Chance nutzen: Mit Bürgerbeteiligung den Breitensport in NRW zukunftsfest machen

Die aktuelle Bürgerbefragung zur Olympia-Bewerbung Nordrhein-Westfalens kann einen entscheidenden Wendepunkt für die Sportlandschaft im Land markieren. Bis zum [...]

08.04.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

allgemein
Prozessmanagement im Ennepe-Ruhr-Kreis: Sechs Verwaltungen ziehen an einem Strang

Seit März 2025 bauen der Ennepe-Ruhr-Kreis sowie die Städte Gevelsberg, Hattingen, Sprockhövel, Wetter und Witten ihr Prozessmanagement gemeinsam auf – begleite[...]

07.04.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

allgemein
Smarter Zeit ansparen: Zeitwertkonten und Altersteilzeit als Wettbewerbsvorteile
Smarter Zeit ansparen: Zeitwertkonten und Altersteilzeit als Wettbewerbsvorteile

Die Anforderungen an Unternehmen aus der Wohnungswirtschaft werden immer höher, Fachkräftemangel, Projektspitzen und Marktunsicherheiten prägen den Alltag. Glei[...]

07.04.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

allgemein
­Förderbilanz 2025: Milliardenplus für Zukunftsthemen – NRW.BANK treibt Transformation massiv voran

­Die NRW.BANK hat ihr Fördergeschäft im Jahr 2025 deutlich ausgeweitet und zentrale Zukunftsfelder in Nordrhein-Westfalen mit Milliardenbeträgen gestärkt. Inves[...]

31.03.2026, Lesezeit ca. 5 Minuten

allgemein
Grundsteuerurteil: Differenzierte Hebesätze bleiben juristisches Wagnis für Kommunen

Das Urteil des Verwaltungsgerichts (VG) Düsseldorf vom 10. März 2026 zu differenzierten Hebesätzen bei der Grundsteuer B zeigt abermals bestehende Rechtsunsiche[...]

19.03.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

allgemein
Marienschule Oythe schafft Orientierung
Marienschule Oythe schafft Orientierung

Die Marienschule Oythe zählt im niedersächsischen Landkreis Vechta zu den wichtigsten Bildungseinrichtungen und wurde in den vergangenen Monaten umfassend moder[...]

16.03.2026, Lesezeit ca. 5 Minuten

allgemein
Eindrucksvolles Highlight am ZOB Remscheid: Beleuchteter „Hockeyschläger“ als Sinnbild neuer Aufenthaltsqualität
Eindrucksvolles Highlight am ZOB Remscheid: Beleuchteter „Hockeyschläger“ als Sinnbild neuer Aufenthaltsqualität

Knoten gelöst: Vom Verkehrsknotenpunkt zum revitalisierten innerstädtischen Zentrum

13.03.2026, Lesezeit ca. 6 Minuten

allgemein

Weitere Artikel in dieser Rubrik