Dieser Artikel wurde in der Ausgabe der gedruckten Kommunalwirtschaft abgedruckt.

Rubrik Wasser / Abwasser

Überhöhung bei Leichtflüssigkeitsabscheideranlagen

05.07.2023 – Lesezeit ca. 3 Minuten 81

Überhöhung bei Leichtflüssigkeitsabscheideranlagen

Wassergefährdende Stoffe dürfen nicht in die Umwelt gelangen. Deshalb müssen Leichtflüssigkeitsabscheideranlagen zum Schutz gegen Austrag von Leichtflüssigkeiten eine Überhöhung gegenüber dem tiefsten Zulauf sowie gegenüber der Rückstauebene aufweisen. Ein Fachkundiger für Abscheideranlagen gibt Tipps, was zu tun ist.

Zum Schutz gegen Austrag von Leichtflüssigkeiten müssen Leichtflüssigkeitsabscheideranlagen (Lfa) gegenüber dem tiefsten Zulauf sowie gegenüber der Rückstaueben eine Überhöhung aufweisen. Das bedeutet, dass der Schachtdeckel der Lfa ein höheres Niveau aufweisen muss als das Höhenniveau des tiefsten Zulaufs und das Höhenniveau der Rückstauebene. Unter bestimmten Umständen kann davon abgewichen werden. Die beigefügte Tabelle veranschaulicht die weiteren Anforderungen gem. DIN 1999-100:2016-12.

In der Praxis finden sich jedoch immer wieder Lfa, bei denen die Überhöhung nicht eingehalten ist und auch keine weiteren Anforderungen umgesetzt sind. Regelmäßig werden bei den geforderten Generalinspektionen entsprechende Lfa identifiziert.

Die Fachkundigen der GET führen Generalinspektionen bei Lfa durch. Hier fragen wir nach: Wie ist der Umgang bei Fällen, in denen Lfa die Überhöhung nicht einhalten und bei denen weitere Anforderungen auch nicht umgesetzt sind? Christian Brummer, Fachkundiger für Abscheideranlagen und technischer Leiter bei der UTB GmbH berichtet über Erfahrungen und gibt Tipps, was zu tun ist:

Fehlende Überhöhung, was tun?

„Grundsätzlich gilt das Prinzip: Wasserrecht ist kein Bestandsrecht! Das heißt, eine einmal erteilte Erlaubnis für den Betrieb einer Abscheideranlage nach Norm ist im Hinblick auf schärfere Anforderungen nachzurüsten. Die Anpassung der Lfa-Ausführung an aktuelle Normen wird in den entsprechenden örtlichen Abwassersatzungen geregelt. Sie sind die verbindliche Rechtsgrundlage für den Betrieb von Lfa. Es muss also gehandelt werden. Bestandsschutz gibt es grundsätzlich erstmal nicht.“, erklärt Brummer.

Advertising

Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!

Individuelle Aufwandsabschätzung

„Zunächst stellt sich die Frage, ob die geforderte Überhöhung mit wenig Aufwand und normkonform hergestellt werden kann,“ sagt Brummer. „Denn wenn der geforderte Überhöhungswert nur gering unterschritten ist, kann der Einsatz von Auflageringen unterhalb der Schachtabdeckung bereits Abhilfe schaffen.“ Jedoch sei der Schachtdeckel der Lfa häufig in einer Verkehrsfläche mit Fahrzeugverkehr eingebunden.

„Wenn die Überhöhung nicht hergestellt werden kann,“ so Brummer, „muss die Umsetzung der weiteren Anforderungen gemäß obenstehender Tabelle geprüft werden.“

„Wenn bauliche Anpassungsmaßnahmen nicht ohne weiteres durchführbar sind, sollte grundsätzlich die Betriebsweise rund um die Lfa betrachtet werden,“ sagt Brummer und stellt folgende Fragen: „Bei welchen Tätigkeiten fallen Leichtflüssigkeiten an? Wieviel Leichtflüssigkeit kann im Schadensfall anfallen? Wie ‚intensiv‘ wird die Lfa betrieben? Lässt sich hieraus eventuell ein Konzept erstellen, welches zur Abstimmung mit der Behörde besprochen werden kann?“

Christian Brummer zeigt auf, dass es nicht hoffnungslos ist: „Es besteht in jedem Fall die Chance, dass mit abgestimmter, besonders sorgfältiger Betriebsweise der Lfa und unter Beachtung einer Risikobewertung, Behörden auch Ausnahmen zulassen und einem Weiterbetrieb der Lfa zustimmen, wenn dies unter den besonderen Umständen zu verantworten ist.“

Wassergefährdende Stoffe dürfen keinesfalls in die Umwelt gelangen!

In jedem Falle ist sicher zu stellen, dass keine Leichtflüssigkeiten in die Umwelt gelangen. Um dieses Ziel sicher zu erreichen sind alle am Prozess Beteiligten aufgefordert, maximale Sorgfalt zu leisten. Bei Unsicherheiten müssen weitergehende Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Diese orientieren sich vorwiegend an der oben eingefügten Tabelle. In jedem Fall helfen die Fachkundigen von GET weiter: Hier trifft tiefgreifende Fachkompetenz zusammen mit besonderem Engagement für den Kunden: Im Dienst der Umwelt und für wirtschaftlich vernünftige Lösungen.

Advertising

Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!

Sie können diese Ausgabe kaufen oder ein Abonnement abschließen, um diesen Artikel hier sofort und komplett zu lesen. Mit einem Abonnement erhalten Sie zusätzlich jede gedruckte Ausgabe der Kommunalwirtschaft frei Haus.
Unser PDF Abo ist kostenlos! Abonnieren Sie dazu unseren Newsletter, in welchem ein Downloadlink zur jeweils aktuellen Ausgabe zur Verfügung gestellt wird.
Wenn Sie schon Abonnent der Kommunalwirtschaft sind, melden Sie sich an, um den Artikel zu lesen.
ACO steuert Regenwasser smart
ACO steuert Regenwasser smart

Smarte Stadt – smartes Regenwassermanagement: Mit vernetzten Lösungen für Speicherung, Überwachung und Bewässerung unterstützt das WaterTech-Unternehmen ACO Stä[...]

18.09.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

wasser
Baustelle an Nürnbergs Verkehrsknotenpunkt schreitet voran Unterwasser-Einsatz am Plärrer
Baustelle an Nürnbergs Verkehrsknotenpunkt schreitet voran Unterwasser-Einsatz am Plärrer

Abgetaucht mitten in Nürnberg: Auf dem zentralen Verkehrsknotenpunkt Am Plärrer waren am Mittwoch, 9. September 2026, Industrie-Taucher im Einsatz. Ihre Mission[...]

17.09.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

wasser
Ionisation ersetzt 4. Reinigungsstufe
Ionisation ersetzt 4. Reinigungsstufe

Die Anforderungen an Gemeinden und Kommunen steigen drastisch, denn es soll eine vierte Ausbaustufe an Kläranlagen gebaut werden, die durch Investitions-, Energ[...]

17.09.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

wasser
Resiliente Netze – Das Rückgrat unserer Gesellschaft
Resiliente Netze – Das Rückgrat unserer Gesellschaft

Das 39. Oldenburger Rohrleitungsforum findet am 4. und 5. Februar 2027 in den Weser-Ems-Hallen Oldenburg statt. Unter dem Leitthema „Resiliente Netze – Das Rück[...]

16.09.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

wasser
Regenwasserbewirtschaftung digital planen
Regenwasserbewirtschaftung digital planen

Starkregenereignisse und zunehmende Flächenversiegelung erhöhen den Handlungsdruck für Städte und Gemeinden im Umgang mit Niederschlagswasser. Eine vorausschaue[...]

15.09.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

wasser
EU-Kommunalabwasserrichtlinie:
EU-Kommunalabwasserrichtlinie:

Die Wasserwirtschaftsverbände Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) setzen sich weiterhin für die Verknüpfung von Vierter Reinigungsstufe und erweiterte[...]

14.09.2026, Lesezeit ca. 5 Minuten

wasser
Vierte Reinigungsstufe schützt Gewässer, Herstellerverantwortung sichert faire Finanzierung

Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) bekräftigt vor dem Hintergrund des Schlussantrags der EU-Generalanwältin Juliane Kokott[...]

11.09.2026, Lesezeit ca. 5 Minuten

wasser
RAL-GZ 692: Zusätzliche Anforderungen für sichere und langlebige Kanalgussprodukte

Mehr Sicherheit im Kanalbau: Während die europäische Norm DIN EN 124 viele Fragen offenlässt, schließt die Güterichtlinie RAL-GZ 692 entscheidende Lücken, z.B. bei Kindersicherheit

11.09.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

wasser
Melk: Mit Edelstahl für die Zukunft der Trinkwasserversorgung gerüstet
Melk: Mit Edelstahl für die Zukunft der Trinkwasserversorgung gerüstet

Mit zwei neuen Edelstahlbehältern von Forstenlechner und insgesamt 3.000 Kubikmetern Speichervolumen hat die Stadt Melk ihre Trinkwasserversorgung langfristig a[...]

10.09.2026, Lesezeit ca. 5 Minuten

wasser
Urbanes Grün für besseres Mikroklima
Urbanes Grün für besseres Mikroklima

Mit einem Stadtklimakonzept geht die bayerische Stadt Memmingen die Herausforderungen des Klimawandels aktiv an. In der historischen Altstadt wurden jetzt neue [...]

10.09.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

wasser

Weitere Artikel in dieser Rubrik