Dieser Artikel wurde in der Ausgabe Januar / Februar 2025 der gedruckten Kommunalwirtschaft abgedruckt.

Rubrik Allgemein

Elternfinanzierung mit Schulträgerbeteiligung als Schlüsselmodell

Neue Wege für Schulträger bei der Digitalisierung ihrer Schulen

02.12.2024 – Lesezeit ca. 6 Minuten 96

Neue Wege für Schulträger bei der Digitalisierung ihrer Schulen

Ampel-Aus, der Bundeshaushalt 2025 und somit auch der Digitalpakt 2.0 in der Schwebe – die Digitalisierung an deutschen Schulen stellt Schulträger vor große Herausforderungen. Angesichts dieser Unsicherheiten gewinnen innovative Finanzierungsmodelle, die sich unabhängig von staatlichen Fördermitteln umsetzen lassen, immer mehr an Bedeutung.

Ein zentraler Ansatz, der Planungssicherheit und Flexibilität bietet, ist das innovative Modell der Elternfinanzierung mit Schulträgerbeteiligung. „Viele Schulträger erkennen, dass sie die Digitalisierung ihrer Schulen selbst vorantreiben müssen. Fördermittel sind oft unsicher, und pragmatische, langfristige Lösungen sind gefragt, um nachhaltige Planbarkeit zu gewährleisten“, erklärt Moritz Zeman, Business Manager der ACS Group GmbH, einem externen Dienstleister, der seit 2010 bundesweit rund 3.000 Bildungseinrichtungen betreut und mehr als 3.100 elternfinanzierte iPad-Klassen an über 800 Schulen realisiert hat.

Die ACS Group hat ein Konzept entwickelt, das Eltern, Schulen und Schulträger gleichermaßen einbindet. Dieses Modell bietet nicht nur finanzielle Flexibilität, sondern ermöglicht auch eine zügige Einführung moderner digitaler Bildungslösungen, ohne auf Förderprogramme angewiesen zu sein oder komplexe Ausschreibungen durchführen zu müssen.

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Elternfinanzierung: Ein Modell mit stark wachsender Akzeptanz

Die Pandemie hat einen Digitalisierungsschub ausgelöst, von dem viele Schulen profitiert haben. Doch nach der anfänglichen Unterstützung durch den Digitalpakt des Bundes fehlen nun langfristige Lösungen. Hier setzen elternfinanzierte Modelle an: Sie ermöglichen eine 1:1-Ausstattung, bei der jede Schülerin und jeder Schüler ein eigenes Gerät besitzt, das sowohl in der Schule als auch privat genutzt werden kann. „Die 1:1-Ausstattung bietet entscheidende Vorteile, sowohl für das individuelle Lernen als auch für die Einbindung moderner pädagogischer Konzepte“, erklärt Moritz Zeman.

Die Akzeptanz in der Elternschaft für eine Beteiligung an einem fördertopfunabhängigen Finanzmodell ist in den vergangenen fünf Jahren rasant gestiegen. „Rund 80 Prozent aller von uns seit 2020 ausgestatteten Tabletklassen basieren mittlerweile auf diesem Konzept“, berichtet Zeman. Besonders erfolgreich ist das Kombimodell aus Elternfinanzierung und Schulträgerbeteiligung, das die ACS Group entwickelt und erstmals Ende 2022 in einem Pilotprojekt in Heubach (Baden-Württemberg) an drei weiterführenden Schulen eingeführt hat. Die dortigen, überaus positiven Erfahrungen haben dazu geführt, dass das Modell bis dato bundesweit schon von mehr als 20 Schulträgern mit über 70 Schulen übernommen wurde.

Vorteile für Schulträger und Eltern

Viele Schulträger haben über Jahre hinweg auf sogenannte Kofferlösungen gesetzt – mobile Geräteeinheiten, die aus jeweils 20 iPads bestehen, von den Trägern gekauft und den Schulen leihweise zur Verfügung gestellt werden. Der Nachteil für die Schüler: Sie können die Geräte ausschließlich im Klassenraum nutzen. Und bei Schulträgern und Schulen werden nicht nur beträchtliche finanzielle Mittel gebunden, sondern auch wertvolle Ressourcen durch das Hardware-Management (Geräte nach dem Unterricht wieder einsammeln, Zustand begutachten, Schadensregulierungen bei defekten Geräten veranlassen). Zudem müssen ca. alle vier bis fünf Jahre neue Geräte angeschafft werden, da digitale Infrastruktur immer wieder erneuert werden muss.

Dagegen bietet das Modell der Elternfinanzierung mit Schulträgerbeteiligung für die Sachaufwandsträger durch planbare Budgets eine finanzielle Stabilität, die den kommunalen Haushalt entlastet. Zusätzlich wird der bürokratische Aufwand reduziert, weil die Geräte von den Eltern beschafft werden und Hardware-Pflege, Geräteaustausch sowie -entsorgung in ihrer Verantwortung liegen.

Werden die Tablets von den Eltern gekauft, können diese entscheiden, welches Zubehör ihre Kinder nutzen, und die Geräte lassen sich sowohl für schulische als auch private Zwecke verwenden. Damit die Kosten der Neuanschaffung nicht auf einmal getragen werden müssen, werden sozialverträgliche Modelle angeboten, um Kinder zu fairen Konditionen mit einem iPad auszustatten. Je nach gewünschtem Gerät, technischer Ausstattung, Versicherung und Finanzierungszeitraum variiert die monatliche Rate. Über einen personalisierten Webshop, den die ACS Group via ihrem Portal TabletKlasse.de für jede Schule individuell einrichtet, profitieren die Eltern von günstigen Bildungsrabatten und können die Geräte sogar zu null Prozent finanzieren lassen. Für finanzschwache Familien besteht die Möglichkeit, dass Schulen oder Schulträger zusätzliche Kosten für die Anschaffung übernehmen oder Leihgeräte zur Verfügung stellen. Zudem lassen sich Zuschüsse beim Jobcenter einfordern, wenn die Voraussetzungen gegeben sind.

Finanzielle Planbarkeit und Flexibilität

„Viele Schulträger sind sich der Möglichkeit der Elternfinanzierung mit Schulträgerbeteiligung gar nicht bewusst und werden sehr hellhörig, sobald sie das Konzept kennenlernen. Denn dieses Modell bietet ihnen eine ideale Lösung, um die digitale Ausstattung ihrer Schulen planbar und nachhaltig zu finanzieren.“

Und noch etwas zeigt die Praxis: Sobald die Schulträger ihre Bereitschaft zu einer Beteiligung erkennen lassen, sind auch die Eltern eher zu einer Finanzierung bereit. Bezuschusst werden die iPads (Anschaffungspreis zu Bildungskonditionen rund 400 Euro) meist mit einem fixen Betrag – durchschnittlich 100 Euro. Mit diesem planbaren Zuschuss pro Gerät können Kommunen ihren Haushalt stabilisieren und sind weniger von staatlichen Fördermitteln abhängig. Auch im Hinblick auf Ersatzbeschaffungen nach vier bis fünf Jahren, wenn Geräte in die Jahre kommen, bietet die Elternfinanzierung mit Schulträgerbeteiligung eine nachhaltige Lösung.

Gerätemanagement und Datenschutz

IT-Fachkräfte fehlen an vielen Schulen, was dazu führt, dass Lehrkräfte einspringen und letztlich auch die Verwaltung der Schüler- und Lehrer-Endgeräte „nebenher“ betreuen. Angesichts eines stetig wachsenden Gerätepools ist das für Moritz Zeman keine Option. Er empfiehlt für die Verwaltung der immer komplexer werdenden Lernmanagementsysteme, Kommunikationsplattformen und spezialisierten Bildungsapps keine internen Ressourcen zu binden, sondern einen externen und automatisch mitwachsenden MDM(Mobile Device Management)-Prozess aufzusetzen (knapp 30 Euro pro Gerät/Jahr), der bei der Finanzierung gleich miteinkalkuliert werden sollte und meist von den Schulträgern übernommen wird.

Die ACS Group betreut derzeit bundesweit rund 160.000 iPads durch ihre Full-Service-Verwaltungs- und Gerätemanagement-Lösung, den iPadmanager. Mit seiner Hilfe können die Tablets während der Unterrichtszeit beispielsweise im Funktionsumfang eingeschränkt werden. Zudem lassen sich Apps per MDM auf alle Schülertablets übertragen und Funktionen für die Lehrkräfte, wie Apple Classroom (etwa für Kontrolle, Steuerung, Aufgabenverteilung) nutzen. Zusätzlich können in das MDM zentrale Sicherheitsfunktionen für umfangreichen Jugendschutz und Cybersecurity integriert werden. Die vom iPadmanager verwalteten Geräte erkennen darüber hinaus automatisch, wenn sie im Schul-WLAN eingeloggt sind. Verlassen die Kinder die Schule, wird der Schulmodus von selbst beendet und die Geräte können uneingeschränkt im Privatmodus genutzt werden.

Die digitale Transformation nachhaltig gestalten

Die Verzögerung des Digitalpakts 2.0 und die dadurch entstehende Förderlücke von mindestens zwei Jahren haben dazu geführt, dass immer mehr Schulträger auf alternative Finanzierungsmodelle zurückgreifen. Moritz Zeman sieht das Modell der ACS Group als Zukunftsweg: „Die Kombination aus Elternbeteiligung und Schulträgerzuschuss ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Sie füllt die Lücke, die durch die Verzögerungen bei staatlichen Förderprogrammen entstanden ist. Für viele Schulträger ist sie eine zukunftsweisende Alternative. Und wir gehen davon aus, dass das Modell weiterhin an Bedeutung gewinnen wird, um die digitale Transformation der Schulen zu sichern“, erklärt Zeman.

Die Einführung von 1:1-Tabletklassen durch Elternfinanzierung mit Schulträgerbeteiligung ist somit ein entscheidender Schritt in Richtung einer modernen und zukunftsfähigen Bildung. Das Modell bietet Planungssicherheit, entlastet Schulträger und gibt Eltern mehr Flexibilität. Gleichzeitig stellt es sicher, dass alle Schülerinnen und Schüler Zugang zu den besten digitalen Lernmitteln erhalten – unabhängig von staatlichen Förderprogrammen.

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