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Rubrik Wasser / Abwasser

Sanierungsfall mit Modellcharakter

TIP-Verfahren meets Dyntec für anspruchsvolle Kanaltrasse

10.04.2024 – Lesezeit ca. 4 Minuten 72

TIP-Verfahren meets Dyntec für anspruchsvolle Kanaltrasse

Die Sanierung von Abwasserkanälen kann einfach oder höchst anspruchsvoll sein: Die sanierungsbedürftige Leitung zwischen Dorlar und Bremke im Sauerland zählt sicherlich zur anspruchsvollen Sorte. Häufige Extremwetterlagen in der Region – v.a. starke Niederschläge und plötzlicher Schneefall – erschweren eine Kompletterneuerung ebenso wie der komplexe Streckenverlauf über unterschiedliche Geländeabschnitte: Darunter öffentliche Flächen, Privatgrundstücke durch Wohngebiete und Felder – und zu guter Letzt führte der Abwasserkanal auch noch direkt an einem Landschaftsschutzgebiet mit besonders schützenswertem Erdreich vorbei.

Ein Fall also für erfahrende Kanalsanierer, die für unterschiedliche Verfahren und differenzierte Anforderungen qualifiziert sind. Der Ruhrverband Hagen vergab den Auftrag zur Sanierung dieser mehrere Kilometer langen Schmutz- und Mischwasserrohre an eine ARGE der Unternehmen Trippe, Knoche und König aus Schmallenberg, die wiederum die RSC Rohrbau und Sanierungs GmbH aus Cottbus als ausführendes Unternehmen für die gesamten Sanierungsarbeiten betraute. Bei Planung, Auslegung und Lieferung von Rohrleitungssystemen und Schächten kooperiert RSC seit vielen Jahren mit SIMONA, einem der führenden Hersteller für Kunststoffrohrsysteme.

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Sanierungsfall mit Modellcharakter

Dank der gebündelten Expertise aller kooperierenden Unternehmen entwickelte sich das Projekt im Sauerland zu einem wegweisenden Sanierungsprojekt – weit über eine standardisierte Rohrsanierung hinaus. Das begann mit einem besonders straffen Zeitplan und dem Einsatz einer Überpumpenleitung, um die Abwässer während der Arbeiten umzuleiten.

Im ersten Streckenabschnitt, der unter verschiedenen Privatgrundstücken hindurchführte, kam das grabenlose Reduktionsverfahren (DynTec) zum Einsatz. Dieses Sanierungsverfahren kommt ohne Erdarbeiten auf den Privatgrundstücken aus und stellt einen "minimalinvasiven Eingriff" dar. Dabei wird ein neuer PE-Rohrstrang in seinem Durchmesser unter Zug reduziert und in den bestehenden Kanal eingezogen. Nach der Entlastung nimmt das Rohr, dank des sogenannten Memory-Effekts, wieder seine ursprüngliche Form an. So liegt das Neurohr eng und ohne Ringspalt an der Wandung des Altrohres an (Close-Fit-Verfahren).

Störungen des Verkehrs und umfassende Lärmbelästigung der Anwohner während der Bauarbeiten wurden erheblich reduziert. Darüber hinaus sind geschlossene Bauweisen deutlich umweltfreundlicher als offene Bauweisen mit viel und umfassendem Erdaushub, was insbesondere für das in unmittelbarer Nähe befindliche Landschaftsschutzgebiet von Vorteil war, da das Ökosystem dadurch nicht beeinträchtigt wurde.

Tight-In-Pipe-Verfahren

Für einen weiteren Streckenabschnitt kam das Tight-In-Pipe-Verfahren zum Einsatz. Hierbei wird ein neuer Rohrstrang in den Altkanal DN 600 und DN 700 eingezogen. Zum Einsatz kamen SIMONA PE 100 RC line Druckrohre mit Außendurchmessern DA 580 und DA 680. Auf Grund des dadurch sehr geringen Ringspalts zwischen Altkanal und dem neuen Rohr war eine Verdämmung des Zwischenraums nicht notwendig. Diese Abmessungen sind Standardmaße für das TIP-Verfahren, und werden von SIMONA projektbezogen gefertigt und großenteils auch lagertechnisch vorgehalten. Auch Formteile wie Anschlusstutzen, Gerinne und der PE-Kontrollschächte können passend zu diesen Maßen ohne größeren Aufwand gefertigt werden.

Eine weitere Besonderheit jenseits des TiP-Verfahrens: Um Einzugslängen so groß wie möglich zu gestalten, auch über Biegungen der Trasse hinweg, wurde ein kleiner Teil der Erneuerung des Kanals in Eslohe mit Hilfe von Wärmeeintrag in Form von Dampf durchgeführt. Die erwärmten Kunststoffrohre können dadurch flexibler in das Altrohr eingezogen werden.

Der Effekt dieser Vorgehensweise war, dass Schächte eingespart und schärfere Abwinklungen saniert werden konnten. Die speziell auf dieses Verfahren abgestimmte Beschaffenheit der PE 100 RC Line Druckrohre von Simona ermöglichte diese Option.

Kosteneffizienz, optimale Funktionalität, Umweltauswirkungen und regionale Wetterbedingungen: Das Sanierungsprojekt im Sauerland zeigt, dass auch komplexeste Anforderungen mit umfassendem Know-how und den richtigen Materialien zu meistern sind.

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