Die Beteiligten des im Bundesprogramm Biologische Vielfalt
geförderten BiotopVerbund-Projekts der Heinz Sielmann
Stiftung zeigen Möglichkeiten für die Kommunen bei der
Förderung von Biotopverbünden zum Schutz der
Artenvielfalt auf.
Bei der heutigen Abschlussveranstaltung (18.06.2024) des BiotopVerbund-Projekts
„Landschaft + Menschen verbinden – Kommunen für den
bundesweiten Biotopverbund“ in Berlin haben die Projektbeteiligten
die Ergebnisse der vierjährigen Projektphase vorgestellt und
diskutiert. Das gemeinsame Fazit über die umgesetzten
Renaturierungsmaßnahmen für einen bundesweiten Biotopverbund
fiel dabei sehr positiv aus. Dabei sehen die Teilnehmenden die
Kommunen als Vorbilder und gleichzeitig in der Verantwortung,
Impulse für wertvolle Renaturierungsprojekte zu geben.
Wertvolle Lebensräume für Natur und Mensch schaffen
Sabine Riewenherm, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz,
fasste die Ziele und Erfolge des Projekts wie folgt zusammen: „Ein
bundesweiter Biotopverbund ist das Kernziel der nationalen
Biodiversitätsstrategie. Vernetzte Lebensräume kommen den
Pflanzen- und Tierarten zugute und auch die genetische Vielfalt
innerhalb der Arten nimmt zu. Das hat sich im Projekt ‚Landschaft +
Menschen verbinden‘ eindrücklich gezeigt. So sind zum Beispiel im
Projektgebiet auf Rügen der Moorfrosch und die Rotbauchunke wieder nachgewiesen worden, im Ampertal bei Freising wurden nach langer
Zeit Wiesenbrüter wie Kiebitz und Großer Brachvogel gesichtet. Solche
Projekte sind nur möglich, wenn es viele engagierte Menschen gibt,
die in ihrer Region gut vernetzt sind und frühzeitig in den Dialog mit
allen betroffenen Akteuren gehen.“
Dr.-Ing. E.h. Fritz Brickwedde, Stiftungsratsvorsitzender der Heinz
Sielmann Stiftung, betonte: „Die handelnden Personen auf
kommunaler Ebene davon zu überzeugen, sich für ökologisch
nachhaltige Projekte zu engagieren, ist ein entscheidender Schritt.“
Gleichzeitig forderte er mehr Mut zur Eigeninitiative, weist aber auch
darauf hin, dass „entscheidungsbefugte Personen mit ökologischen
Maßnahmen nicht alleingelassen werden sollen. Es ist erforderlich,
bereits erworbene Expertisen zu teilen, wie es die Heinz Sielmann
Stiftung anbietet. So wird es anderen Kommunen erleichtert, selbst
aktiv zu werden.“
Robert Spreter, Geschäftsführer des Bündnisses „Kommunen für
biologische Vielfalt“und Unterstützer des Projekts, hob die Vorteile
von Biotopverbundmaßnahmen hervor: „Es ist wichtig, dass auch
natürliche Gebiete im genutzten Raum miteinander verbunden sind.
Das hilft nicht nur Tieren und Pflanzen, sich zu verbreiten. Auch wir
Menschen profitieren davon: Wenn wir in der Natur sind, können wir
uns erholen und entspannen. Außerdem erhöht eine vielfältige Tierund Pflanzenwelt unsere Lebensqualität.“
Rahmenbedingungen für Kommunen müssen sich verbessern
Ziel des durch die Heinz Sielmann Stiftung initiierten Projekts war es,
den Verbund von ökologisch wertvollen Lebensräumen in den
Kommunen zu fördern und kostbare Erfahrungen bei der Umsetzung
zu sammeln. Dazu kooperierte die Stiftung mit
Landschaftspflegeverbänden aus Mecklenburg-Vorpommern und
Bayern sowie einer Naturschutzstiftung in Niedersachsen.
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Dr. Johannes Heinze, Projektleiter der Heinz Sielmann Stiftung,
erklärte dazu: „In den vergangenen vier Jahren haben wir gesehen,
dass Kommunen Projekte zum Biotopverbund realisieren und auch
von ihnen profitieren können. Allerdings braucht es für den
reibungslosen Ablauf viel eigenständiges Engagement und die
Unterstützung vieler Beteiligter. Wenn sich Kommunen zukünftig
stärker für den Biotopverbund engagieren sollen, benötigt es
ausreichende finanzielle Mittel und Personal sowie verlässliche und
langfristige Kooperationspartner.“
Artenfunde belegen Wirksamkeit von Maßnahmen
Der Projektzeitraum war durch ein hohes Maß an Kommunikation und
Netzwerkarbeit zwischen den Projektverantwortlichen und allen
Beteiligten wie Entscheidungsbefugten der Kommunen, Personen aus
der Landwirtschaft und engagierten Menschen vor Ort geprägt. So
ließen sich viele Aktionen planen und umzusetzen: Es wurden unter
anderem naturnahe Teiche gestaltet, Senken für Wiesenbrüter und
naturschonende Gräben in Kulturlandschaften angelegt. Seltene und
bedrohte Arten, die kurz nach der Fertigstellung der neuen
Lebensräume festgestellt werden konnten, belegen die ökologische
Wirksamkeit dieser Maßnahmen.
Aktuell wird an der Fertigstellung eines Leitfadens gearbeitet, der
voraussichtlich ab Mitte Juli zur freien Verfügung steht.
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