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Rubrik Landschaftspflege

Bundesweiter BiotopVerbund:

Kommunen sind der zentrale Schlüssel bei der Rettung der biologischen Vielfalt

21.06.2024 – Lesezeit ca. 4 Minuten 60

Kommunen sind der zentrale Schlüssel bei der Rettung der biologischen Vielfalt

Die Beteiligten des im Bundesprogramm Biologische Vielfalt geförderten BiotopVerbund-Projekts der Heinz Sielmann Stiftung zeigen Möglichkeiten für die Kommunen bei der Förderung von Biotopverbünden zum Schutz der Artenvielfalt auf.

Bei der heutigen Abschlussveranstaltung (18.06.2024) des BiotopVerbund-Projekts „Landschaft + Menschen verbinden – Kommunen für den bundesweiten Biotopverbund“ in Berlin haben die Projektbeteiligten die Ergebnisse der vierjährigen Projektphase vorgestellt und diskutiert. Das gemeinsame Fazit über die umgesetzten Renaturierungsmaßnahmen für einen bundesweiten Biotopverbund fiel dabei sehr positiv aus. Dabei sehen die Teilnehmenden die Kommunen als Vorbilder und gleichzeitig in der Verantwortung, Impulse für wertvolle Renaturierungsprojekte zu geben.

Wertvolle Lebensräume für Natur und Mensch schaffen

Sabine Riewenherm, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, fasste die Ziele und Erfolge des Projekts wie folgt zusammen: „Ein bundesweiter Biotopverbund ist das Kernziel der nationalen Biodiversitätsstrategie. Vernetzte Lebensräume kommen den Pflanzen- und Tierarten zugute und auch die genetische Vielfalt innerhalb der Arten nimmt zu. Das hat sich im Projekt ‚Landschaft + Menschen verbinden‘ eindrücklich gezeigt. So sind zum Beispiel im Projektgebiet auf Rügen der Moorfrosch und die Rotbauchunke wieder nachgewiesen worden, im Ampertal bei Freising wurden nach langer Zeit Wiesenbrüter wie Kiebitz und Großer Brachvogel gesichtet. Solche Projekte sind nur möglich, wenn es viele engagierte Menschen gibt, die in ihrer Region gut vernetzt sind und frühzeitig in den Dialog mit allen betroffenen Akteuren gehen.“

Dr.-Ing. E.h. Fritz Brickwedde, Stiftungsratsvorsitzender der Heinz Sielmann Stiftung, betonte: „Die handelnden Personen auf kommunaler Ebene davon zu überzeugen, sich für ökologisch nachhaltige Projekte zu engagieren, ist ein entscheidender Schritt.“ Gleichzeitig forderte er mehr Mut zur Eigeninitiative, weist aber auch darauf hin, dass „entscheidungsbefugte Personen mit ökologischen Maßnahmen nicht alleingelassen werden sollen. Es ist erforderlich, bereits erworbene Expertisen zu teilen, wie es die Heinz Sielmann Stiftung anbietet. So wird es anderen Kommunen erleichtert, selbst aktiv zu werden.“

Robert Spreter, Geschäftsführer des Bündnisses „Kommunen für biologische Vielfalt“und Unterstützer des Projekts, hob die Vorteile von Biotopverbundmaßnahmen hervor: „Es ist wichtig, dass auch natürliche Gebiete im genutzten Raum miteinander verbunden sind. Das hilft nicht nur Tieren und Pflanzen, sich zu verbreiten. Auch wir Menschen profitieren davon: Wenn wir in der Natur sind, können wir uns erholen und entspannen. Außerdem erhöht eine vielfältige Tierund Pflanzenwelt unsere Lebensqualität.“

Rahmenbedingungen für Kommunen müssen sich verbessern

Ziel des durch die Heinz Sielmann Stiftung initiierten Projekts war es, den Verbund von ökologisch wertvollen Lebensräumen in den Kommunen zu fördern und kostbare Erfahrungen bei der Umsetzung zu sammeln. Dazu kooperierte die Stiftung mit Landschaftspflegeverbänden aus Mecklenburg-Vorpommern und Bayern sowie einer Naturschutzstiftung in Niedersachsen.

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Dr. Johannes Heinze, Projektleiter der Heinz Sielmann Stiftung, erklärte dazu: „In den vergangenen vier Jahren haben wir gesehen, dass Kommunen Projekte zum Biotopverbund realisieren und auch von ihnen profitieren können. Allerdings braucht es für den reibungslosen Ablauf viel eigenständiges Engagement und die Unterstützung vieler Beteiligter. Wenn sich Kommunen zukünftig stärker für den Biotopverbund engagieren sollen, benötigt es ausreichende finanzielle Mittel und Personal sowie verlässliche und langfristige Kooperationspartner.“

Artenfunde belegen Wirksamkeit von Maßnahmen

Der Projektzeitraum war durch ein hohes Maß an Kommunikation und Netzwerkarbeit zwischen den Projektverantwortlichen und allen Beteiligten wie Entscheidungsbefugten der Kommunen, Personen aus der Landwirtschaft und engagierten Menschen vor Ort geprägt. So ließen sich viele Aktionen planen und umzusetzen: Es wurden unter anderem naturnahe Teiche gestaltet, Senken für Wiesenbrüter und naturschonende Gräben in Kulturlandschaften angelegt. Seltene und bedrohte Arten, die kurz nach der Fertigstellung der neuen Lebensräume festgestellt werden konnten, belegen die ökologische Wirksamkeit dieser Maßnahmen.

Aktuell wird an der Fertigstellung eines Leitfadens gearbeitet, der voraussichtlich ab Mitte Juli zur freien Verfügung steht.

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