Rubrik Müll / Entsorgung / Recycling

Wichtiger Schritt mit Potenzial zur Nachschärfung bei öffentlicher Beschaffung

Aktionsprogramm zur Kreislaufwirtschaft

15.06.2026 – Lesezeit ca. 3 Minuten 6

Aktionsprogramm zur Kreislaufwirtschaft

Bundesumweltminister Carsten Schneider - hier bei seiner Rede zur Eröffnung des zweiten Tages der Circular Valley Convention am 12. März 2026 - stellte das Aktionsprogramm zur NKWS vor. (Bild: Jan Turek/Circular Valley)

Die Circular Valley Stiftung begrüßt das von der Bundesregierung vorgestellte Aktionsprogramm zur Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS). Das Programm setzt wichtige Impulse für Investitionen, Innovationen und den Ausbau zirkulärer Wertschöpfungsketten. Gleichzeitig sieht die Stiftung ungenutztes Potenzial, um die Nachfrage nach Recyclingmaterialien gezielt zu stärken.

Die öffentliche Hand investiert jedes Jahr Milliardenbeträge in Infrastruktur, Bauprojekte und Beschaffungsvorhaben. Gerade in Bereichen wie Straßen-, Schienen- oder Hochbau könnten öffentliche Auftraggeber einen wichtigen Beitrag dazu leisten, den Markt für Recyclingmaterialien und Sekundärrohstoffe zu stärken und Investitionssicherheit für Unternehmen zu schaffen.

„Das Aktionsprogramm setzt wichtige Signale für die Kreislaufwirtschaft und zeigt, dass das Thema auf der politischen Agenda angekommen ist“, sagt Dr. Carsten Gerhardt, Vorsitzender der Circular Valley Stiftung. „Gleichzeitig hätten wir uns gewünscht, dass die Chancen der öffentlichen Beschaffung noch konsequenter genutzt werden. Dort liegen erhebliche Hebel, um die Nachfrage nach Recyclingmaterialien nachhaltig zu stärken.“

Begründungspflicht als erster pragmatischer Schritt

Ein erster pragmatischer Schritt wäre bereits denkbar gewesen: Öffentliche Auftraggeber könnten verpflichtet werden, nachvollziehbar zu begründen, warum bei gleicher technischer Eignung keine Recyclingmaterialien oder Sekundärrohstoffe eingesetzt werden. Eine solche Regelung würde keine starren Vorgaben schaffen, aber dazu beitragen, vorhandene Möglichkeiten systematisch zu prüfen und den Einsatz zirkulärer Materialien stärker in den Fokus von Planungs- und Beschaffungsprozessen zu rücken.

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„Uns ist bewusst, dass die Umstellung auf neue Materialien und Beschaffungsansätze in vielen Bereichen einen Wandel etablierter Verfahren bedeutet“, sagt Dr. Carsten Gerhardt. „Gerade deshalb wäre eine Begründungspflicht ein sinnvoller Einstieg gewesen. Sie hätte den Dialog zwischen Anbietern und Anwendern gefördert, praktische Hürden sichtbar gemacht und dazu beigetragen, Vorbehalte ebenso wie erfolgreiche Anwendungsbeispiele transparent zu machen.“

Austausch bleibt entscheidend

Die Circular Valley Stiftung sieht in der weiteren Umsetzung der NKWS die Chance, diesen Aspekt künftig aufzugreifen. Entscheidend sei es, den Austausch zwischen Unternehmen, öffentlichen Auftraggebern, Wissenschaft und Politik weiter zu intensivieren, um vorhandene Potenziale der Kreislaufwirtschaft schneller in die Praxis zu bringen.

„Kreislaufwirtschaft braucht nicht nur Innovationen auf der Angebotsseite, sondern auch eine verlässliche Nachfrage“, sagt Dr. Carsten Gerhardt. „Die öffentliche Hand kann dabei eine wichtige Vorbildfunktion übernehmen. Wir würden es begrüßen, wenn dieser Gedanke bei der Weiterentwicklung des Aktionsprogramms noch stärker berücksichtigt wird.“


Über Circular Valley

Circular Valley ist der internationale Hotspot für die Circular Economy mit Sitz in der erweiterten Rhein-Ruhr-Region. Die gemeinnützige Circular Valley Stiftung bringt die relevanten Stakeholder an einen Tisch. Branchen- und technologieübergreifend entwickeln Unternehmen, Startups, Wissenschaft und Politik gemeinsam Lösungen für die Transformation zu einer echten Kreislaufwirtschaft. Öffentlichkeitsarbeit, der weltweit erste Circular Economy Accelerator und Politikempfehlungen sind die Schwerpunkte der Stiftung.

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