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Dieser Artikel wurde in der Ausgabe der gedruckten Kommunalwirtschaft abgedruckt.
Bad Kreuznach setzt auf Pflasterbelag mit Hochleistungsfuge aus EPDM
Klein aber oho
14.09.2023 – Lesezeit ca. 4 Minuten
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Es sind nicht immer nur die großen Baustellen, die den verantwortlichen Planern aus den Tiefbauämtern Kopfzerbrechen bereiten. Gerade im innenstädtischen Bereich gibt es beispielsweise oft kleinere Straßen, die über die Jahre erhebliche Schäden aufweisen und die es grundlegend zu sanieren gilt. Häufige Ursache hierfür sind die Fugen, die aufgrund unsachgemäßer Verlegung ihre Funktion als elastischer Puffer zwischen den Steinen nicht mehr wahrnehmen können: Entweder die Fugen wurden von vorneherein zu gering dimensioniert oder das Fugenmaterial wurde falsch auf das Bettungsmaterial abgestimmt, so dass es in die Bettung rieselt und sich die Fuge quasi nach und nach auflöst. Eine gute Lösung für eine unkomplizierte Sanierung derartiger Flächen hat die Stadt Bad Kreuznach gefunden. Eine an die Fußgängerzone angrenzende kleine Straße wurde hier mit speziellen Pflastersteinen befestigt, die über einen werkseitig fixierten Fugenfüllstoff aus dem Material EPDM verfügen und somit systembedingt stets eine normgerechte Fuge garantieren. Schäden, die auf eine mangelhafte Fugenausprägung zurückzuführen sind, sollen damit auch auf lange Sicht vermieden werden.
Die Mannheimer Straße ist eigentlich eine lange Straße, die die rheinland-pfälzische Kurstadt von Nordwest nach Südost durchzieht. Ihr Zentrum bildet einen Teil der Fußgängerzone. Zwischen dem Löwensteg - einer Brücke über die Bahn - und dem Eingang zur Fußgängerzone wurde die schmale Straße im ersten Halbjahr 2023 auf einer Länge von 60 Metern grundlegend saniert. Michael Pollok vom Tiefbauamt Bad Kreuznach erläutert die Maßnahme: „Der kleine Straßenabschnitt wurde vor 25 Jahren das letzte Mal saniert. Der alte Pflasterbelag wies mittlerweile erhebliche Schäden auf. Für uns stand von vorneherein fest, dass die Straße wieder gepflastert werden sollte. Schließlich standen hier vor dem Haus der Stadtgeschichte und aufgrund der Nähe zur Fußgängerzone gestalterische Aspekte im Vordergrund. Andererseits hatten wir aber hier auch höhere Anforderungen an die Belastbarkeit des Pflasterbelages. Es handelt sich zwar hier nur um eine ganz normale Sammelstraße, aber immerhin weist der Bereich vor der Fußgängerzone eine 90 Grad Kurve auf und die Einbahnstraßenregelung führt gerne dazu, dass sich Spuren im Belag bilden. Schäden wie wir sie bis dato hatten, sollten mit einer neuen Flächenbefestigung unbedingt der Vergangenheit angehören“, so Michael Pollok.
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Normgerechte Fuge des Pflastersystems verhindert Schäden
Weil den Planern das CombiConnect-Pflastersystem vom Betonwerk Pfenning aus Lampertheim bereits bekannt war, setzte man hier auf diese innovative Lösung. Es handelt sich hierbei um ein Betonpflaster, bei dem die Fugen weder mit Sand oder Splitt, sondern mit dem Hochleistungsfugenfüllstoff EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk) verfugt werden. Nach Angaben des Herstellers handelt es sich hierbei um ein dynamisches Material, welches sich sehr gut für einen maximalen Lastabtrag bis einschließlich Bk 3,2 eignet. Die Steine sind bereits werkseitig damit ausgestattet. Gemäß der DIN 18318 ergeben sich stets normgerechte Fugenbreiten von ca. 4 mm.
Pflasterfuge bleibt immer komplett erhalten
Michael Pollok: „Dieses System im Format 30 x 18 x 10 cm, bietet uns mehrere Vorteile: zum einen zeigt es ein sauberes und immer gleichmäßiges Fugenbild. Nachträgliches Einsanden oder sonstige zusätzliche Pflegeleistungen sind nicht erforderlich. Besonders überzeugt uns aber, dass Schäden durch ausgetragenes Fugenmaterial durch den Einsatz der steinumfassenden EPDM-Umhüllung nicht mehr auftreten. Auch Verdrehungen oder Verschiebungen der Steine sind nicht zu erwarten. Außerdem gibt es keine Einschränkungen im Hinblick auf die Straßenreinigung, denn die Fuge bleibt auch beim Einsatz von Saugkehrmaschinen immer komplett erhalten“, so Pollok. Nach Angaben des Herstellers ist das Fugenmaterial EPDM ökologisch unbedenklich und zudem sehr gut recycelbar. Auch zeichnet es sich durch hohe Verschleißfestigkeit aus, denn es ist absolut Frost- und Tausalzresistent sowie temperaturbeständig zwischen -50 und +145 Grad.
Nicht nur stabil, sondern auch attraktiv
Auch optisch kann sich der kleine Straßenabschnitt sehen lassen. Die rund 300 m² umfassende Fläche wurde im Farbton Biedensand grau verlegt. Die wassergestrahlte hellgraue Oberfläche lässt die Steine sehr edel wirken und erfüllt den Straßenraum mit der gewünschten Aufenthaltsqualität. Michael Pollok bemerkt abschließend: „Auch die einfache Verlegung der Steine hat uns gezeigt, dass auch kleinere Flächen mit diesem Material sehr unkompliziert und schnell saniert werden können – eine gute Wahl für uns, um Verkehrsbehinderungen im Stadtzentrum während der Bauphase zu minimieren.“
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