Wenn Sie einwilligen, verwenden wir Dienste, die Informationen im Endgerät eines Seitenbesuchers speichern oder dort abrufen. Anschließend verarbeiten wir die Informationen intern weiter, ohne diese an Drittanbieter weiter zu geben. Das hilft uns, unsere Website optimal zu gestalten und die Besucher besser zu verstehen.
Land NRW muss nun Rechtsicherheit für Städte und Gemeinden schaffen
Grundsteuerurteil: Differenzierte Hebesätze bleiben juristisches Wagnis für Kommunen
19.03.2026 – Lesezeit ca. 3 Minuten
228
Das Urteil des Verwaltungsgerichts (VG) Düsseldorf vom 10. März 2026 zu differenzierten Hebesätzen bei der Grundsteuer B zeigt abermals bestehende Rechtsunsicherheiten auf. Zwar bestätigte das Gericht die grundsätzliche Zulässigkeit differenzierter Hebesätze zur Entlastung des Wohnens, erklärte jedoch, dass dabei eine klare Abgrenzung zwischen Wohn- bzw. Gewerbegrundstücken stattfinden müsse. Insbesondere bei Mischnutzungen darf es demnach nicht zu hohen Belastungsunterschieden kommen. Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes NRW, Christof Sommer, ordnete das Urteil im Hinblick auf die Auswirkungen für die Kommunen in NRW ein:
„Das aktuelle Urteil des VG Düsseldorf ist ein zweischneidiges Schwert. Positiv ist zu bewerten, dass die Kammer die politische Privilegierung des Wohnens durch differenzierte Hebesätze für verfassungskonform hält. Doch die Tücke liegt im Detail der Umsetzung. Das Gericht hat klargestellt, dass die pauschale Einordnung von gemischt genutzten Grundstücken als ‚Nichtwohngrundstücke‘ den Gleichheitssatz verletzt, wenn der Belastungsunterschied zu massiv ausfällt. Damit bestätigt sich leider unsere frühzeitige Warnung: Das Landesmodell ist in seiner jetzigen Form hochriskant und rechtlich auf tönernen Füßen gebaut“, unterstrich Sommer.
Advertising
Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!
Städte und Gemeinden dürfen nicht allein gelassen werden
„Wir sehen uns somit in unserer seit langem vorgetragenen Skepsis bestätigt. Die Kommunen wurden vom Land in eine Zwickmühle manövriert. Sie sollen einerseits das Wohnen bezahlbar halten, tragen aber andererseits das volle Prozessrisiko für ein Gesetz, das offensichtlich handwerkliche Schwächen aufweist. Die Sorgen der Städte und Gemeinden wachsen, denn die Rechtsunsicherheit wird bis zu einer letztinstanzlichen Klärung noch einige Jahre anhalten und untergräbt deshalb die dringend notwendige Planungssicherheit für die kommunalen Haushalte. Momentan kann man eigentlich keiner Kommune mit ruhigem Gewissen zu einer Differenzierung raten. Das Land darf die Kommunen nicht allein im Regen stehen lassen. Wir fordern den Gesetzgeber daher auf, die Möglichkeit einer rechtssicheren Differenzierung unmittelbar durch Landesgesetz über die Messzahlen zu nutzen, statt die Verantwortung auf die kommunale Ebene abzuwälzen“, machte er klar.
Handeln des Landes dringend erforderlich
Die Handlungsfähigkeit unserer Städte und Gemeinden steht auf dem Spiel. Wir brauchen verlässliche Finanzierungsgrundlagen, denn die Kommunen laufen in ein erneutes Rekorddefizit von bundesweit 30 Milliarden Euro. Wenn nun die Grundsteuer in NRW als eine der wichtigsten Einnahmequellen durch juristische Unsicherheiten gefährdet wird, droht ein Kahlschlag bei der lokalen Infrastruktur und den sozialen Leistungen – kommunales Handeln und jedweder Gestaltungsspielraum werden erstickt.
Wir werden jetzt die schriftlichen Urteilsgründe des VG Düsseldorf intensiv auswerten. Eines ist jedoch jetzt schon klar: Die Zweifel an der rechtssicheren Umsetzung der Grundsteuerreform müssen endlich abschließend geklärt werden, um einen dauerhaften Schaden für die kommunale Selbstverwaltung abzuwenden“, fasste Sommer zusammen.
Zurück in die City – Impulse für das Wohnzimmer der Stadt
Premieren für City-Kreativvitti als öffentlichem Event und City-BIB für die Eltern von Ausbildungssuchenden
Hitzeschutz und Kältenetz – wie die SPD Bayern auf Extremsommer vorbereiten will
Wieder ist es extrem heiß in Bayern – und wieder ist der Freistaat in keinster Weise darauf vorbereitet. Diese für viele Menschen sehr gefährliche Situation wil[...]
Pirmasenser Bürgermeister spricht vor den Vereinten Nationen über nachhaltige Stadtentwicklung
Positiv aufgenommener Podiumsvortrag im Segment SDG 11 („Nachhaltige Städte und Gemeinden“) mit dem Tenor: Pirmasens steht seit Jahren für klimaverträgliches und generationengerechtes Handeln
Mit der neuen Tannenbergschule in Seeheim-Jugenheim ist ein Bildungsbau entstanden, bei dem Nachhaltigkeit ein zentrales Planungskriterium ist. Der von Baurcons[...]
Der Barrierefrei Park in Viersen als innovativer Lern- und Erfahrungsort für inklusive Architektur
Barrierefreies Bauen gewinnt zunehmend an Bedeutung, da es nicht nur Menschen mit Beeinträchtigungen, sondern auch älteren Personen und Familien mit Kindern den[...]
Wie die Akku-Allianz von STIHL und Kärcher den professionellen Gerätemarkt verändert
Wer heute mit Verantwortlichen aus Kommunen, der Gebäudereinigung, dem Garten- und Landschaftsbau oder Bauunternehmen spricht, hört erstaunlich selten zuerst da[...]
Anhebung des Verbundsatzes bedeutsame Weichenstellung für Kommunen in NRW
Der Städte- und Gemeindebund NRW (StGB NRW) begrüßt den Kabinettsbeschluss der Landesregierung, den Verbundsatz im Gemeindefinanzierungsgesetz ab dem Jahr 2027 [...]
Fünf Jahre Zentrum KlimaAnpassung: Bundesweite Anlaufstelle für Kommunen zieht starke Bilanz
Überflutete Keller nach Starkregen, überhitzte Schulen und Pflegeheime im Sommer, ausgetrocknete Parks nach anhaltender Dürre: Die Folgen der Klimakrise treffen[...]
Gute Bildung in NRW benötigt verlässlichen Rahmen für die Kommunen
Bei seiner Sitzung in Neuss konnte das Präsidium des Städte- und Gemeindebundes NRW (StGB NRW) NRW-Schulministerin Dorothee Feller als Gast begrüßen. In den Ges[...]
Kommunalfinanzen: Städte und Gemeinden fordern grundlegende Reform
Das Präsidium des Städte- und Gemeindebundes NRW (StGB NRW) hat in seiner Sitzung bekräftigt, dass eine umfassende Reform der Kommunalfinanzierung als zentraler[...]