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Dieser Artikel wurde in der Ausgabe 3 - Mai / Juni 2026 der gedruckten Kommunalwirtschaft abgedruckt.
Lachgas im Griff: ARA Bern reduziert Emissionen mit RTO-Technologie
07.05.2026 – Lesezeit ca. 4 Minuten
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Innovative Technologie gegen ein starkes Treibhausgas: Die ARA Bern, eine der größten Kläranlagen der Schweiz, setzt seit 2025 auf eine Regenerative-Thermische Oxidationsanlage (RTO) von CTP Air Pollution Control GmbH. Über 95 % des Lachgases werden damit entfernt.
Lachgas gehört zu den stärksten, aber oft übersehenen Treibhausgasemissionen von Abwasserreinigungsanlagen. Es ist stabil, verbleibt über 100 Jahre in der Atmosphäre und hat ein 250- bis 300-mal höheres Erderwärmungspotenzial als CO₂. „Die
Bedeutung der Reduktion von Lachgas aus Kläranlagen wird häufig unterschätzt, obwohl diese Emissionen – vorwiegend aus der biologischen Reinigungsstufe – einen erheblichen Anteil am CO₂-Äquivalent ausmachen“, sagt Gerd Rabenstein, COO von CTP Air Pollution Control GmbH.
Lange Zeit blieben diese Emissionen weitgehend unbeachtet. Doch mit konkreten Klimazielen rückt die gezielte Behandlung von Lachgas in den Fokus.
Maßgeschneiderte Lachgas-Lösung für ARA Bern
Auch in der Abwasserreinigungsanlage ARA Bern wurden jährlich über 10.000 Tonnen CO₂- Äquivalente an Lachgas (N₂O) in der biologischen Reinigungsstufe und der
Faulwasserbehandlung freigesetzt – rund 80 % der gesamten Treibhausgasemissionen der Anlage. Die Inbetriebnahme einer Regenerativen-Thermischen Oxidationsanlage (RTO) im August 2025 markiert nun einen Meilenstein für die gezielte Reduktion dieser Emissionen. Durch die Lösung von CTP Air Pollution Control lassen sich diese Emissionen deutlich und wirtschaftlich senken, ohne den Betrieb der Abwasserreinigungsanlage zu beeinträchtigen. Heute können mit der Technologie des Luftreinigungsspezialisten CTP die N₂O-Emissionen nahezu zur Gänze aus der Abluft der biologischen Reinigungsstufe und der Faulwasserbehandlung entfernt werden – ein entscheidender Beitrag für die Zielsetzung „Netto- Null“ in Kläranlagen.
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RTO-Systeme gelten als besonders flexibel und lassen sich auf Parameter wie
Reinigungsleistung, Energieeffizienz oder Druckverlust optimieren. Auch bei der in Bern
eingesetzten Anlage handelt es sich um eine maßgeschneiderte Lösung, die speziell auf die Anforderungen der Kläranlage ausgelegt wurde. Bei der ARA Bern kommt eine Ausführung mit drei keramischen Wärmespeichern zum Einsatz, die im Wechselbetrieb arbeiten und die in der Abluft enthaltene Wärme nahezu vollständig zurückgewinnen.
RTO-Technologie: Lachgasmoleküle bei hoher Temperatur zerlegt
In der Brennkammer der RTO-Anlage werden die Lachgasmoleküle bei hohen Temperaturen in ihre Grundelemente Stickstoff und Sauerstoff zerlegt. „Katalytische Verfahren stoßen an Grenzen, da Katalysatoren vergiftet werden können und nur geringe Standzeiten erreichen“, erläutert Rabenstein. „Mit unserer robusten Lösung wird das Lachgas nahezu vollständig abgebaut.“ Durch die regenerativen Wärmetauscher arbeitet die Anlage zudem sehr energieeffizient, und beim Einsatz von Biogas als Brennstoff kann den Betrieb sogar klimaneutral gestaltet werden.
Die hohe Effektivität der RTO-Technologie von CTP hat auch unabhängige Förderorganisationen überzeugt: Die Schweizer Stiftung Klimaschutz und CO₂-Kompensation „KliK“ unterstützt bereits mehrere Projekte zur Reduktion von Lachgas in Kläranlagen und würdigte unlängst die RTO- Anlage in Bern als vorbildliches Beispiel. „Das zeigt, dass unsere Technologie sowohl in der Praxis als auch auf institutioneller Ebene anerkannt wird“, so Rabenstein.
Kompakte Plug-and-Play-Variante: Die „DeNitroBox“
Neben großen Anlagen bietet CTP auch eine kompakte Plug-and-Play-Lösung für kleinere Abluftströme: die DeNitroBox. Sie ist in einem 20-Fuß-Container untergebracht und ermöglicht eine N₂O-Reduktion von 90 % bei minimalem Energieverbrauch. Die Containerlösung lässt sich direkt vor Ort in Betrieb nehmen, ist förderfähig und bietet Anlagenbetreibern einen niederschwelligen Einstieg in die effektive Lachgasreduktion.
„CTP verfolgt das Thema Lachgasemissionen seit Jahren und beobachtet eine zunehmende Dynamik im Markt. Länder wie die Schweiz oder Dänemark setzen bereits erste Vorgaben zur N₂O-Reduktion. Wir können als Technologieführer unseren Kunden eine ausgereifte und in zahlreichen Anwendungen bewährte Technologie dafür anbieten“, so Rabenstein. Mit der Inbetriebnahme der RTO in Bern und der erfolgreichen Anwendung in weiteren Projekten beweist CTP, dass das langjährige Problem „Lachgas“ in der modernen Abwasserreinigung keine Rolle mehr spielen muss und die Anlagen aktiv zum Klimaschutz beitragen können.
Interessierte Fachbesucher können sich auf der IFAT 2026 in München – Halle A4, Stand 138 – von der Technologie überzeugen und über mehrere Best Practice Beispiele informieren
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