Rubrik Wasser / Abwasser

Schlauchlining in AZ-Kanälen: Emissionsarmes Verfahren ist veröffentlicht

22.07.2024 – Lesezeit ca. 3 Minuten 57

Schlauchlining in AZ-Kanälen: Emissionsarmes Verfahren ist veröffentlicht

An drei Baustellen hat der RSV nachgewiesen, dass das Vor Ort härtende Schlauchlining eine Anerkennung als emissionsarmes Verfahren in Asbestzementkanälen anerkannt werden kann. (Bild: RSV)

Erdverlegte Asbestzementkanäle können in Deutschland mit vor Ort härtenden Schlauchlinern grabenlos instandgehalten werden, ohne im Einzelfall Genehmigungen beantragen zu müssen. Die Anerkennung als emissionsarmes Verfahren gemäß TRGS 519 ist nun veröffentlicht.

Werden Firmen für eine Schlauchliner-Sanierung von Asbestzementkanälen beauftragt, ist damit keine Genehmigung im Einzelfall mehr erforderlich – eine unternehmensbezogene Anzeige bei der jeweiligen Gewerbeaufsicht reicht aus. Neben dem nun veröffentlichten BT 61 (vor Ort härtendes Schlauchlining) hat das Berstverfahren (BT 16) seit vielen Jahren eine solche Anerkennung.

Der entscheidende Arbeitskreis des Instituts für Arbeitsschutz (IFA) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung hatte im April 2024 beschlossen, das vor Ort härtende Schlauchlining in die Liste der bautechnischen Verfahren (BT-Verfahren) aufzunehmen. Der Rohrleitungssanierungsverband hatte den Antrag eingereicht und die Verfahrensbeschreibung sowie die Messungen an drei Baustellen bereitgestellt.

Verunsicherung sorgte fast für Stillstand bei Kanalsanierungen

Jahrelang hatte es in Deutschland nahezu einen Stillstand bei Kanalsanierungsprojekten gegeben, ausgelöst durch ein Verbot in Bayern und einer daraus folgenden bundesweiten Verunsicherung hinsichtlich der Genehmigungsfähigkeit. "Die Entscheidung wurde zwar in Bayern durch das Ministerium längst wieder rückgängig gemacht. Trotzdem hatten sich Kommunen in ganz Deutschland nicht an das Thema herangetraut und auf die Anerkennung gewartet", erklärt RSV-Vorstandsvorsitzender Andreas Haacker. "Das Problem war auch, dass viel Unwissenheit im Spiel war und sich falsche Aussagen hartnäckig gehalten haben, wie etwa das angebliche Verbot lebensverlängernder Maßnahmen. Dazu mussten wir viel Aufklärungsarbeit leisten und werden dies auch weiterhin tun."

Fast täglich hatten sich Kommunen beim RSV gemeldet, die zum Teil nicht einmal reinigen oder inspizieren durften und damit ihre Pflichten nach dem Wasserhaushaltsgesetz vernachlässigt hatten.

Advertising

Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!

Nach der Gefahrstoffverordnung dürfen Instandhaltungsarbeiten an Bauprodukten aus Asbest, bei denen ein Abtrag der Oberfläche zu erwarten ist, nur mit anerkannten emissionsarmen Verfahren erfolgen. Sie haben durch Messergebnisse eine Faserexposition unterhalb der Grenzwerte von 10.000 Fasern pro Kubikmeter Atemluft nachgewiesen. Selbst ohne gesonderten Atemschutz soll so eine Gefährdung für Mitarbeiter ausgeschlossen werden.

Neue Gefahrstoffverordnung: "Hoffen auf gesunden Menschenverstand"

Eine Aktualisierung der Gefahrstoffverordnung durch die Bundesregierung ist seit Jahren in Planung. Angedacht sind vor allem strengere Pflichten für Hausbesitzer und Arbeitgeber. Die vom RSV empfohlene Berücksichtigung erdverlegter Rohrleitungen fehlt im aktuellen Referentenentwurf allerdings immer noch. Haacker: "Der neue Entwurf ist immer noch deutlich erkennbar für den Hochbau zugeschnitten. Immerhin wird klar zum Ausdruck gebracht, dass emissionsarme Verfahren nachweislich im Bereich niedrigen Risikos liegen. Wir hoffen, dass bei der Umsetzung der Verordnung in den Bundesländern gesunder Menschenverstand an den Tag gelegt wird."

Aktuell beschäftigt sich der Verband mit den Sanierungsverfahren an Leitungen aus Asbestzement, die innerhalb von Gebäuden liegen und bei denen der Austausch eine unverhältnismäßige Hürde darstellt. Anfang des Jahres hatte der RSV eine Handlungsempfehlung verfasst, die auf der RSV-Internetseite zum Abruf steht.

RSV bietet Webinare an

Für Gewerbeaufsichten, Ministerien und Kommunen veranstaltet der RSV am 23. September um 10 Uhr ein kostenfreies Webinar. Anmeldungen sind über die Internetseite ab Mitte August möglich.
ACO steuert Regenwasser smart
ACO steuert Regenwasser smart

Smarte Stadt – smartes Regenwassermanagement: Mit vernetzten Lösungen für Speicherung, Überwachung und Bewässerung unterstützt das WaterTech-Unternehmen ACO Stä[...]

18.09.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

wasser
Baustelle an Nürnbergs Verkehrsknotenpunkt schreitet voran Unterwasser-Einsatz am Plärrer
Baustelle an Nürnbergs Verkehrsknotenpunkt schreitet voran Unterwasser-Einsatz am Plärrer

Abgetaucht mitten in Nürnberg: Auf dem zentralen Verkehrsknotenpunkt Am Plärrer waren am Mittwoch, 9. September 2026, Industrie-Taucher im Einsatz. Ihre Mission[...]

17.09.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

wasser
Ionisation ersetzt 4. Reinigungsstufe
Ionisation ersetzt 4. Reinigungsstufe

Die Anforderungen an Gemeinden und Kommunen steigen drastisch, denn es soll eine vierte Ausbaustufe an Kläranlagen gebaut werden, die durch Investitions-, Energ[...]

17.09.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

wasser
Resiliente Netze – Das Rückgrat unserer Gesellschaft
Resiliente Netze – Das Rückgrat unserer Gesellschaft

Das 39. Oldenburger Rohrleitungsforum findet am 4. und 5. Februar 2027 in den Weser-Ems-Hallen Oldenburg statt. Unter dem Leitthema „Resiliente Netze – Das Rück[...]

16.09.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

wasser
Regenwasserbewirtschaftung digital planen
Regenwasserbewirtschaftung digital planen

Starkregenereignisse und zunehmende Flächenversiegelung erhöhen den Handlungsdruck für Städte und Gemeinden im Umgang mit Niederschlagswasser. Eine vorausschaue[...]

15.09.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

wasser
EU-Kommunalabwasserrichtlinie:
EU-Kommunalabwasserrichtlinie:

Die Wasserwirtschaftsverbände Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) setzen sich weiterhin für die Verknüpfung von Vierter Reinigungsstufe und erweiterte[...]

14.09.2026, Lesezeit ca. 5 Minuten

wasser
Vierte Reinigungsstufe schützt Gewässer, Herstellerverantwortung sichert faire Finanzierung

Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) bekräftigt vor dem Hintergrund des Schlussantrags der EU-Generalanwältin Juliane Kokott[...]

11.09.2026, Lesezeit ca. 5 Minuten

wasser
RAL-GZ 692: Zusätzliche Anforderungen für sichere und langlebige Kanalgussprodukte

Mehr Sicherheit im Kanalbau: Während die europäische Norm DIN EN 124 viele Fragen offenlässt, schließt die Güterichtlinie RAL-GZ 692 entscheidende Lücken, z.B. bei Kindersicherheit

11.09.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

wasser
Melk: Mit Edelstahl für die Zukunft der Trinkwasserversorgung gerüstet
Melk: Mit Edelstahl für die Zukunft der Trinkwasserversorgung gerüstet

Mit zwei neuen Edelstahlbehältern von Forstenlechner und insgesamt 3.000 Kubikmetern Speichervolumen hat die Stadt Melk ihre Trinkwasserversorgung langfristig a[...]

10.09.2026, Lesezeit ca. 5 Minuten

wasser
Urbanes Grün für besseres Mikroklima
Urbanes Grün für besseres Mikroklima

Mit einem Stadtklimakonzept geht die bayerische Stadt Memmingen die Herausforderungen des Klimawandels aktiv an. In der historischen Altstadt wurden jetzt neue [...]

10.09.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

wasser

Weitere Artikel in dieser Rubrik