Die Zeitkapsel wurde mit Dokumenten und Plänen befüllt. Von links nach rechts: Dirk Gengnagel (Wupperverband), Claudia Fischer (frühere Verbandsratsvorsitzende Wupperverband), Ingo Noppen (Vorstand Wupperverband), Oliver Krischer (Umweltminister des Landes Nordrhein-Westfalen), Mike Giera (stv. Vorsitzender Verbandsrat Wupperverband), Gregor Lange (Regierungspräsident Köln), Annegret Bruchhausen-Scholich (Bürgermeisterin Leverkusen) (Bild: Wupperverband, Benjamin Schäfer)
Mit der feierlichen Grundsteinlegung starteten am 9. Oktober offiziell die ersten Arbeiten für den Neubau der Kläranlage Leverkusen. Der Wupperverband baut auf dem Gelände seiner bereits vorhandenen Anlagenteile eine komplett neue Kläranlage mit modernster Technik. Diese übernimmt ab 2032 die vollständige Reinigung der kommunalen Abwässer aus Leverkusen, Leichlingen, Burscheid sowie Teilen der Städte Solingen, Wermelskirchen und Bergisch Gladbach.
Zur Grundsteinlegung für das neue Betriebsgebäude kamen neben Minister Oliver Krischer (Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, MUNV), der Kölner Regierungspräsident Gregor Lange, Stadtspitzen sowie Vertreterinnen und Vertreter der angeschlossenen Kommunen, des MUNV, der Wupperverbandsgremien, der beteiligten Firmen und weitere Unterstützer und Projektpartner.
"Der Neubau der Kläranlage Leverkusen ist ein Leuchtturmprojekt für Nordrhein-Westfalen. Hier investieren wir in moderne Technik, die unsere Gewässer besser schützt und für sauberes Wasser sorgt. Das ist unverzichtbar für eine lebenswerte Zukunft", sagte Umweltminister Oliver Krischer.
„Für den Wupperverband und seine Mitglieder ist der Start dieses Innovationsprojekts ein wichtiger Meilenstein“, sagte Vorstand Ingo Noppen. „Das Stichwort ‚Kläranlage der Zukunft‘ beschreibt, welche Leistungen wir mit dieser hochmodernen neuen Anlage erbringen wollen: Abwasserreinigung auf bestem technischen Niveau, unter anderem mit einer leistungsstarken 4. Reinigungsstufe, einen wichtigen Beitrag zur Klimaneutralität durch Gewinnung von Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien sowie Nutzung von Abwasserwärme. Mit diesem Bauprojekt gehen wir einen großen Schritt zur Umsetzung unserer Vision ‚Lebendiges und natürliches Wuppergebiet –
Wir gemeinsam für die Zukunft von Wasser, Mensch und Umwelt‘. Ich danke allen Unterstützern und Projektbeteiligten und wünsche uns gemeinsam gutes Gelingen bei diesem ambitionierten Bauprojekt.“
In der neuen Kläranlage Leverkusen werden künftig Abwässer aus rund 340.000 Einwohnern und von Unternehmen gereinigt.
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Der Wupperverband – und somit die im Verband zusammengeschlossenen Mitglieder – investieren rund 382 Mio. Euro in den Neubau. Der Verband wird für das Projekt Fördermittel bei der NRW.Bank beantragen. Die Inbetriebnahme der neuen Kläranlage soll 2032 erfolgen.
Gezielte Entfernung von Spurenstoffen, Mikroplastik und multiresistenten Erregern
Erstmals in Deutschland wird bei einer Anlage dieser Größenordnung Membrantechnologie als sogenannte 4. Reinigungsstufe zum Einsatz kommen. Diese ermöglicht in Kombination mit der Zugabe von Pulveraktivkohle eine gezielte Entfernung von Spurenstoffen, wie z. B. Rückständen von Medikamenten, sowie von Mikroplastik. Zusätzlich erfolgt eine Entkeimung, so dass der Verbreitung von multiresistenten Erregern entgegengewirkt wird.
Die neue Anlage wird außerdem einen wichtigen Beitrag zur Energie- und Wärmewende leisten: die Erzeugung und Nutzung erneuerbarer Energie, z. B. Stromerzeugung aus Klärgas oder Wärmegewinnung aus Abwasser, sind von vornherein zentraler Baustein des Projekts.
Anforderungen, wie sie die Kommunalabwasserrichtlinie (EU-KARL) formuliert, wird der Wupperverband mit der neuen Anlage bereits umsetzen.
Beginn Bauabschnitt 1: Grundsteinlegung für das Betriebsgebäude
Der Bau der neuen Kläranlage erfolgt in mehreren Phasen. Zunächst werden im Rahmen der Bauphase 1 auf dem freien Gelände neben bestehenden Anlagenteilen ein neues Betriebsgebäude und eine Energieübergabestation errichtet.
Weitere Maßnahmen des 1. Bauabschnitts sind u.a. der Bau einer neuen Zufahrtsstraße vom Westring zum Kläranlagengelände sowie der Neubau des Hochwasserpumpwerks.
Aufgrund der sehr beengten Platzverhältnisse erfolgt nach Fertigstellung des neuen Betriebsgebäudes zunächst der Abbruch des alten Gebäudes, um mit dem Neubau der mechanischen Reinigung beginnen zu können.
Im Zeitraum 2029 bis 2031 sind im 2. Bauabschnitt vorgesehen: der Neubau der biologische Reinigungsstufe, Inbetriebnahme der mechanischen Reinigungsstufe, daran anschließend der Abbruch der alten mechanischen Reinigungsstufe und des alten Hochwasserpumpwerks. Danach kann der Neubau der Schlammbehandlung und Gasverwertung erfolgen.
Die Inbetriebnahme der biologischen Reinigungsstufe ist für 2031 vorgesehen und die Inbetriebnahme der Schlammbehandlung beginnt in 2032.
Im 3. Bauabschnitt ab 2032 folgen dann noch Restarbeiten, Straßen- und Wegebau sowie Gestaltung von Grünflächen.
Da die Arbeiten für die neuen Gebäude und Anlagenteile im laufenden Betrieb und auf engem Raum stattfinden, ist das komplexe Projekt eine spannende Herausforderung.
Bis zur Inbetriebnahme der neuen Kläranlage erfolgt die Reinigung der kommunalen Abwässer wie bisher in der Gemeinschaftskläranlage Leverkusen. Die mechanische Reinigung des Abwassers betreibt der Wupperverband. Bis zur Fertigstellung der neuen Kläranlage werden die kommunalen Abwässer gemeinsam mit den industriellen Abwässern im Anlagenteil von Currenta biologisch gereinigt.
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