Rubrik Verkehr / Mobilität

LogIKTram-Projektabschluss mit Live-Demonstration

Neue Perspektiven für den städtischen Güterverkehr bei gleichzeitiger Entlastung des Straßenverkehrs

08.07.2024 – Lesezeit ca. 3 Minuten 39

Neue Perspektiven für den städtischen Güterverkehr bei gleichzeitiger Entlastung des Straßenverkehrs

Präsentation der automatisierten Verladung des eTrailers (Bild: AVG/Paul Gärtner)

Im Rahmen des Forschungsprojektes LogIKTram wurde ermittelt, wie ein zukünftiger Gütertransport in Straßenbahn- und Stadtbahnwagen verlagert werden kann, um den städtischen und regionalen Straßenverkehr zu entlasten.

Im Rahmen der Abschlussveranstaltung des Forschungsprojektes LogIKTram am 28.06.2024 in Karlsruhe wurde ein Lösungsansatz zur nachhaltigen Entlastung des städtischen und regionalen Straßenverkehrs präsentiert: Die Verlagerung des Güterverkehrs auf mittleren und kurzen Strecken von der Straße auf die Schiene. So bieten spezielle Straßenbahnwagen, die als sogenannte „Gütertrams“ genutzt werden, ein innovatives und umweltfreundliches Transportsystem für die städtische und regionale Versorgung von Privathaushalten und Geschäften.

Live-Demonstration des Forschungsergebnisses

Neben Vorträgen über das innovative Konzept wurde in einer Live-Demonstration eine prototypische Umsetzung des Gütertram-Systems präsentiert. Hierfür stellte der Konsortialleiter, die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft mbH (AVG), ein Stadtbahnfahrzeug bereit, welches speziell für die Anforderungen des Projekts umgerüstet wurde. Während der Demonstration konnten die Teilnehmer die reibungslose, technische Integration des Gütertransports in das schienengebundene ÖPNV-Netz erleben: Ein elektrisch unterstützter Fahrradanhänger fuhr selbstständig in den dafür vorgesehenen Bereich der Straßenbahn, um von dort aus in das Zustellgebiet transportiert zu werden. Dort würde der eTrailer von einem Fahrradkurier zur Auslieferung übernommen.

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„Ich freue mich sehr über den erfolgreichen Abschluss unseres gemeinsamen Forschungsprojekts. Diese Grundlagenarbeit ist von entscheidender Bedeutung, damit wir in möglichst naher Zukunft Güter klimafreundlich mit unseren Stadtbahnen in Karlsruhe transportieren können“, sagt Christian Höglmeier, technischer Geschäftsführer der AVG und ergänzt: „Ich danke allen beteiligten Partner des Konsortiums, die zum Gelingen dieses wichtigen Projekts ihren Beitrag geleistet haben.“

Innovative Konzepte für eine reibungslose Koordination

Im Rahmen des LogIKTram-Projektes wurden zwei sehr unterschiedliche Systeme zusammengebracht: die des Personenverkehrs und die der Logistik. Dafür gab es bisher weder Standards noch Schnittstellen für einen Datenaustausch. Zur Evaluierung des Konzepts wurde die IKT-Plattform mit Simulationen gekoppelt. So konnte das Zusammenspiel von Fahrzeug, automatisiertem Ladungshandling und Fahrten sowie der logistischen und bahnbetrieblichen Planungs- und Steuerungsprozesse untersucht werden.

Vorbild für andere Städte

Der wachsende Onlinehandel wirkt sich nicht nur auf den Lieferverkehr aus, sondern belastet die Straßeninfrastruktur und Anwohner*innen gleichermaßen. Außerdem sind die Fahrtkosten einer vollen Tram ähnlich der einer leeren. Was wäre also, wenn man nicht belegte Plätze beispielsweise für den Gütertransport nutzen könnte? Viele Städte und Kommunen denken bereits über alternative Möglichkeiten für die lokale Logistik nach. LogIKTram soll als Vorbild für andere Städte mit Straßenbahn- oder Stadtbahnnetzen dienen und den regionalen Schienenverkehr in die städtische Logistik integrieren. Mit einem ganzheitlichen Ansatz umfasst das Lösungskonzept nicht nur die Transporttechnologie für die Güterstraßenbahn, sondern auch eine passende IKT-Plattform und eine logistische Gesamtkonzeption entlang der Transportkette von den regionalen Verteillagern über die Gütertram zu den städtischen Logistik-Hubs.

Projektkoordination: Albtal-Verkehrs-Gesellschaft mbH

Projektpartner: FZI Forschungszentrum Informatik, Hochschule Offenburg, INIT GmbH, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Marlo Consultants GmbH, SimPlan AG, DB Engineering & Consulting GmbH

Assoziierte Partner: AEN - Automotive Engineering Network, e-mobil BW GmbH, Hitachi, Stadt Karlsruhe, TechnologieRegion Karlsruhe GmbH, Verkehrsbetriebe Karlsruhe GmbH

Fördermittelgeber: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK)

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