Rubrik Verkehr / Mobilität

KEA-BW berät und informiert zum Thema – auch in einem Podcast

Ladesäulen, Quartiersgaragen, E-Zonen – viel Unterstützung für Kommunen im Südwesten

02.05.2024 – Lesezeit ca. 5 Minuten 86

Ladesäulen, Quartiersgaragen, E-Zonen – viel Unterstützung für Kommunen im Südwesten

Julian Lotz, Experte für E-Mobilität bei der KEA-BW, erklärt im Podcast „Verkehrswende. Einfach. Machen.“, warum es wichtig ist, dass Kommunen Ladeinfrastruktur zur Verfügung stellen. (Bild: KEA-BW)

Für Kommunen in Baden-Württemberg gibt es viele Möglichkeiten und Förderangebote, um die E-Mobilität voranzubringen: Eine gute Ladeinfrastruktur erhöht die Attraktivität für Autokäufer. E-Quartiersgaragen sorgen für mehr Lademöglichkeiten und schaffen Platz für Schönes in Wohngebieten. Und E-Zonen sollen künftig dafür sorgen, dass E-Mobilität in Zentren und Quartieren Vorfahrt erhält. Diese Themen und viele mehr beleuchtet der Podcast „Verkehrswende. Einfach. Machen.“ der KEA-BW. Expertinnen und Experten sowie Vorreiterinnen und Vorreiter erklären darin, worauf es ankommt.

Wer ein E-Auto fährt, will seinen Akku problemlos laden können. Dafür braucht es genügend Lademöglichkeiten. Dass es nicht genügend Ladesäulen gibt, sei nach wie vor eine große Sorge der Menschen. Das berichtet Julian Lotz, Experte für E-Mobilität bei der KEA-BW. Dabei stehen in Baden-Württemberg 19.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte. Das macht einen Ladepunkt auf 10 E-Autos. Dazu kommen schätzungsweise 200.000 private Lademöglichkeiten. Dennoch betont Julian Lotz mit Blick auf die Sorge nach zu wenig Ladepunkten: „Es ist wichtig, dieses Gefühl zu akzeptieren und damit umzugehen.“ Daher ist es nötig, noch mehr Ladepunkte zu bauen. Die braucht man spätestens, wenn der Anteil an E-Autos steigt.

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„Initiales Ladenetz“ als Aufgabe der Kommunen

Bis 2030 soll in Baden-Württemberg jedes zweite Auto klimaneutral fahren. So steht es in den Verkehrswendezielen des Landes. „Kommunen müssen die Antriebswende deshalb auf dem Schirm haben“, sagt Julian Lotz. Ihre Aufgabe sei es, „eine Art initiales Ladenetz“ aufzubauen oder anzustoßen.

Ein Baustein ist, geeignete Flächen bereitzustellen. Das geht beispielsweise über das Flächentool der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur. Über diese Vermittlungsplattform können Kommunen interessierten Investoren geeignete Flächen anbieten. Für die konkretere Planung gibt es auf der Fuhrparkplattform der KEA-BW unter anderem einen Kostenrechner. Mit diesem lassen sich Investitionskosten für ein Ladenetz abschätzen. Das Land unterstützt die Finanzierung der Ladeinfrastruktur mit Fördermitteln.

Ludwigsburg macht vor, wie ein schneller Ausbau des Ladenetzes funktioniert

Die Stadt Ludwigsburg ist bei der Aufstellung von Ladesäulen weiter als andere Kommunen in Baden-Württemberg. Die Stadt profitiert von der guten Vorarbeit: „Wir haben uns überlegt: Was sagt die Politik? Was sagen verschiedene Prognosen? Was sagt die Wirtschaft? Wo wird das Thema E-Mobilität hingehen?“, erklärt Julian Pfersich, Projektleiter für E-Mobilität in der Stadt. Doch nach wie vor ist das Thema kein Selbstläufer. Er betont: „Man braucht jemanden, der sich drum kümmert.“

Quartiersgaragen als Chance für lebenswertere Städte

Kommunen können Ladesäulen auch in Quartiersgaragen oder E-Quartiershubs bündeln: Stellplätze mit Lademöglichkeit werden dort kombiniert mit Parkplätzen fürs Quartier, Sharing-Angeboten, Mietwägen, Taxis oder Leih-Pedelecs. Dafür sollen die Kommunen die Stellplätze im öffentlichen Straßenraum reduzieren. Den gewonnenen Platz können sie für nachhaltige Mobilitätsangebote oder mehr Aufenthaltsqualität nutzen.

„Man kann sagen, dass E-Quartiershubs beziehungsweise Quartiersgaragen den Herausforderungen der Städte begegnen. Sie bieten eine gute Chance, Parkplätze zu bündeln und zentral zur Verfügung zu stellen. Damit sind sie eine entscheidende Maßnahme zu Klimaschutz und nachhaltiger Mobilität in den Quartieren“, sagt Johanna Lindner, Fachreferentin im Referat für Elektromobilität im Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg. Quartiersgaragen können sich Kommunen über das Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz, kurz LGVFG, mit bis zu 75 Prozent der Kosten fördern lassen. Ansprechpartner sind die Regierungspräsidien.

Die Stadt Ulm hat bereits Quartiersgaragen fertiggestellt. Vor allem die Neugestaltung der freigewordenen Flächen kommt gut an, betont Ilka Eusemann von der städtischen Abteilung für Mobilität: Zwei Fußgängerzonen wurden ausgeweitet. Es gibt mehr Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und mehr Außenbewirtschaftung. „Und wir haben an einem relativ zentralen Platz zusätzliche Bäume und Sträucher gepflanzt sowie Sitzmöglichkeiten geschaffen“, berichtet sie.

E-Zonen sollen Ausbau der Elektromobilität bald weiter beschleunigen

Das Ministerium für Verkehr plant darüber hinaus ein Förderprogramm für E-Zonen. In diesen sollen Autos mit Elektro-Antrieb Vorfahrt haben. Laut Christoph Erdmenger, Abteilungsleiter des Bereichs Nachhaltige Mobilität im Ministerium, geht es darum, Anreize zu schaffen für die Menschen, die bereit sind für E-Mobilität. Zum Beispiel: „Wer auf der Straße parken will, zahlt Parkgebühren, mit einer Ausnahme für Elektroautos.“ Auch Ladeinfrastruktur, Verkehrsleit- sowie Sharing-Systeme werden unterstützt.

Gefördert werden sollen außerdem Machbarkeitsstudien. „Das wird der entscheidende Schritt sein. Denn viele können sich heute noch nicht vorstellen, wie das vor Ort aussehen könnte“, betont Christoph Erdmenger. Darüber hinaus werden Bürgerbeteiligung, Öffentlichkeitsarbeit sowie die tatsächliche Umsetzung der E-Zonen bezuschusst. Kommunen dürfen mit einer Förderquote von 50 bis 80 Prozent rechnen.

E-Mobilität als zentrales Thema in „Verkehrswende. Einfach. Machen.“

Mit diesen Instrumenten und Beispielen zur E-Mobilität – und mit vielen weiteren Hilfsangeboten zur Verkehrswende – beschäftigt sich der Podcast „Verkehrswende. Einfach. Machen.“. Die KEA-BW zeigt darin die vielen Möglichkeiten für Städte, Gemeinden und Landkreise, die Verkehrswende anzukurbeln. Der Podcast erklärt Hilfsangebote sowie Werkzeuge und zeigt gute Beispiele aus dem ganzen Land. Kommunale Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus Verwaltung und Gemeinderäten werden mit „Verkehrswende. Einfach. Machen.“ praxisnah bei ihrer Arbeit unterstützt.

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