Wenn Sie einwilligen, verwenden wir Dienste, die Informationen im Endgerät eines Seitenbesuchers speichern oder dort abrufen. Anschließend verarbeiten wir die Informationen intern weiter, ohne diese an Drittanbieter weiter zu geben. Das hilft uns, unsere Website optimal zu gestalten und die Besucher besser zu verstehen.
Wärmeplanung darf Wärmenetze im ländlichen Raum nicht ausbremsen
08.05.2026 – Lesezeit ca. 2 Minuten
241
Sandra Rostek, Leiterin des Hauptstadtbüro Bioenergie (HBB), betont: „Die kommunale Wärmeplanung ist ein zentraler Hebel für den Aufbau einer klimaneutralen Wärmeversorgung. Gerade im ländlichen Raum bestehen häufig sehr gute Voraussetzungen für wirtschaftlich tragfähige und erneuerbar betriebene Nahwärmenetze beispielsweise auf Basis von Holz oder Biogas. Der aktuelle Gesetzentwurf droht diese regionalen Potenziale jedoch auszubremsen, statt sie gezielt zu erschließen.“
In der Vergangenheit konnten laut Rostek viele bestehende Nahwärmenetze nur errichtet werden, weil die Kommune sich aktiv an der Planung und Organisation beteiligten. Die mit dem Gesetzesentwurf geplante „kleine Wärmeplanung“ bevorzuge jedoch systematisch die dezentrale Wärmeversorgung gegenüber Wärmenetzlösungen. Kommunen müssen laut des Entwurfs lediglich optional prüfen, inwiefern sich ein Gebiet für ein Wärmenetz eignet. „Hier muss den Kommunen deutlich mehr Verpflichtung auferlegt werden, um erneuerbare Potenziale vor Ort auch wirklich konsequent zu heben. Noch immer sehen wir viele Gemeinden mit guten, bislang jedoch ungenutzten Voraussetzungen für eine erneuerbare Wärmeversorgung im ländlichen Raum, etwa durch Solar-, Biogas- oder Holzenergieanlagen in unmittelbarer Nähe zu Ortschaften, die sich hervorragend in gemeinschaftlich betriebenen Wärmenetzen kombinieren ließen“, erklärt Rostek.
Advertising
Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!
Zudem sprechen sich die Bioenergieverbände im HBB dafür aus, die bestehende Begrenzung des Biomasseeinsatzes in Wärmenetzen mit einer Leitungslänge von mehr als 50 Kilometern endlich zu streichen. Rostek erinnert daran, dass die Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag explizit auf die wichtige Rolle der Bioenergie für die Wärmeversorgung verweist und sich zudem vorgenommen hat, bürokratische Hemmnisse und Hürden abzubauen und Technologieoffenheit zu fördern. Auch sollte die Ausweisung von Gebieten für die Versorgung mit grünem Methan erleichtert werden. Unverhältnismäßige Anforderungen sowie zusätzliche Hürden beim Nachweis der Wirtschaftlichkeit sollten hingegen aus dem Gesetzentwurf gestrichen werden.
„Die Anforderungen an eine klimaneutrale Wärmeversorgung unterscheiden sich von Region zu Region erheblich. Wer vor Ort plant und investiert, kennt die lokalen Potenziale, aber auch die konkreten Engpässe. Genau diesem Praxiswissen muss die Politik wieder mehr Vertrauen entgegenbringen. Statt zusätzlicher Vorgaben und pauschaler Einschränkungen brauchen Kommunen den nötigen Handlungsspielraum, um die wirtschaftlich und systemisch sinnvollsten Lösungen für ihre Region umzusetzen“, so Rostek abschließend.
Die Stellungnahmefrist zum Referentenentwurf zur Novelle des Wärmeplanungsgesetzes (WPG) endete am 6.5.2026
Wie vier Kommunen in Baden-Württemberg bis 2035 klimaneutral werden wollen
2040 ist das Zieljahr. Bis dahin müssen Städte, Gemeinden und Landkreise in Baden-Württemberg klimaneutral sein. Manche Kommunen im Südwesten möchten dieses Zie[...]
Die Marktabdeckung wächst weiter und die Preise bleiben stabil
Die Preistransparenzplattform Fernwärme von AGFW, BDEW und VKU hat sich als zentrales Informationsangebot für den Fernwärmemarkt etabliert. Das zeigt der aktuel[...]
Transparenzplattform deckt inzwischen mehr als die Hälfte des deutschen Fernwärmemarktes ab
Die Fernwärme ist eine preisstabile und verlässliche Heizenergie. Das zeigt der aktuelle Halbjahresbericht der Preistransparenzplattform Fernwärme zum Stichtag [...]
Wie eine klimaneutrale und zugleich wirtschaftliche Wärmeversorgung in der Praxis gelingt, zeigt der Lagarde Campus in Bamberg. Auf der Konversionsfläche entste[...]
Energiesicherheit in der Kommune auf dem Prüfstand
Der Anschlag auf das Stromnetz im Januar 2026 war ein Weckruf für Berlin und andere Städte neue Vorsorge- und Sicherheitskonzepte umzusetzen. Berlin reagiert mi[...]
Praxisforum Tiefengeothermie on Tour: zu Gast bei der Forschungsbohrung Köln-Dellbrück
Bevor sich die Tiefengeothermie-Branche im Oktober im bayerischen Pullach trifft, hat das Praxisforum Tiefengeothermie bereits im Sommer eine Begegnung in NRW e[...]
Der „Zuordnungs-Monitor“ hilft Energielieferanten den 24-Stunden-Lieferantenwechsel ohne Frust zu bewältigen
Seit der Einführung des 24-Stunden-Lieferantenwechsels haben sich die Bedingungen in der Versorgungswirtschaft radikal verändert. Früher hatte man Tage, um fehl[...]
Neue Studie zum Heizungsgesetz: Die Bio-Treppe führt ins Nichts
Eine neue Studie des Fraunhofer IFAM im Auftrag des Umweltinstitut München und von GasWende dokumentiert, dass die im neuen Heizungsgesetz vorgesehene Nutzung v[...]
Resilienz stärken: Projekte für Extreme von Dürre bis Hochwasser
Nach einer Frühjahrsdürre in 2025 ist bislang auch das Wasserwirtschaftsjahr 2026 viel zu trocken. Dem gegenüber stehen Starkregenereignisse und allen voran das[...]
27 Prozent weniger Energieverbrauch: Stadt Wolfsburg optimiert Wärmemanagement in Schulen
Stadt Wolfsburg setzt auf intelligente Thermostate, um Energieverbrauch in Schulen zu senken
Bonus: hydraulischer Abgleich digital und ohne weiteren Aufwand durchgeführt