Wenn Sie einwilligen, verwenden wir Dienste, die Informationen im Endgerät eines Seitenbesuchers speichern oder dort abrufen. Anschließend verarbeiten wir die Informationen intern weiter, ohne diese an Drittanbieter weiter zu geben. Das hilft uns, unsere Website optimal zu gestalten und die Besucher besser zu verstehen.
Wärmeplanung darf Wärmenetze im ländlichen Raum nicht ausbremsen
08.05.2026 – Lesezeit ca. 2 Minuten
266
Sandra Rostek, Leiterin des Hauptstadtbüro Bioenergie (HBB), betont: „Die kommunale Wärmeplanung ist ein zentraler Hebel für den Aufbau einer klimaneutralen Wärmeversorgung. Gerade im ländlichen Raum bestehen häufig sehr gute Voraussetzungen für wirtschaftlich tragfähige und erneuerbar betriebene Nahwärmenetze beispielsweise auf Basis von Holz oder Biogas. Der aktuelle Gesetzentwurf droht diese regionalen Potenziale jedoch auszubremsen, statt sie gezielt zu erschließen.“
In der Vergangenheit konnten laut Rostek viele bestehende Nahwärmenetze nur errichtet werden, weil die Kommune sich aktiv an der Planung und Organisation beteiligten. Die mit dem Gesetzesentwurf geplante „kleine Wärmeplanung“ bevorzuge jedoch systematisch die dezentrale Wärmeversorgung gegenüber Wärmenetzlösungen. Kommunen müssen laut des Entwurfs lediglich optional prüfen, inwiefern sich ein Gebiet für ein Wärmenetz eignet. „Hier muss den Kommunen deutlich mehr Verpflichtung auferlegt werden, um erneuerbare Potenziale vor Ort auch wirklich konsequent zu heben. Noch immer sehen wir viele Gemeinden mit guten, bislang jedoch ungenutzten Voraussetzungen für eine erneuerbare Wärmeversorgung im ländlichen Raum, etwa durch Solar-, Biogas- oder Holzenergieanlagen in unmittelbarer Nähe zu Ortschaften, die sich hervorragend in gemeinschaftlich betriebenen Wärmenetzen kombinieren ließen“, erklärt Rostek.
Advertising
Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!
Zudem sprechen sich die Bioenergieverbände im HBB dafür aus, die bestehende Begrenzung des Biomasseeinsatzes in Wärmenetzen mit einer Leitungslänge von mehr als 50 Kilometern endlich zu streichen. Rostek erinnert daran, dass die Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag explizit auf die wichtige Rolle der Bioenergie für die Wärmeversorgung verweist und sich zudem vorgenommen hat, bürokratische Hemmnisse und Hürden abzubauen und Technologieoffenheit zu fördern. Auch sollte die Ausweisung von Gebieten für die Versorgung mit grünem Methan erleichtert werden. Unverhältnismäßige Anforderungen sowie zusätzliche Hürden beim Nachweis der Wirtschaftlichkeit sollten hingegen aus dem Gesetzentwurf gestrichen werden.
„Die Anforderungen an eine klimaneutrale Wärmeversorgung unterscheiden sich von Region zu Region erheblich. Wer vor Ort plant und investiert, kennt die lokalen Potenziale, aber auch die konkreten Engpässe. Genau diesem Praxiswissen muss die Politik wieder mehr Vertrauen entgegenbringen. Statt zusätzlicher Vorgaben und pauschaler Einschränkungen brauchen Kommunen den nötigen Handlungsspielraum, um die wirtschaftlich und systemisch sinnvollsten Lösungen für ihre Region umzusetzen“, so Rostek abschließend.
Die Stellungnahmefrist zum Referentenentwurf zur Novelle des Wärmeplanungsgesetzes (WPG) endete am 6.5.2026
50 Prozent weniger Montagezeit: Wilo Fertigverteiler im Einsatz
Der industrielle Anlagenbau steht zunehmend unter Druck: knappe Zeitfenster, komplexe Bestandsanlagen und ein spürbarer Fachkräftemangel erschweren die Umsetzun[...]
Sommerhitze erhöht Strombedarf für Kühlung – Solarstrom passt zum Verbrauchsprofil
Die diesjährige Sommerhitze lässt den Strombedarf für die Kühlung von Gebäuden deutlich steigen. Darauf deuten aktuelle Stromverbrauchs- und Temperaturdaten hin[...]
Neues Angebot für Kommunen: Musterverträge für Wärmenetze
Plant eine Kommune den Bau oder die Erweiterung eines Wärmenetzes, braucht sie klare Vereinbarungen, wenn sie das Wärmenetz selbst betreiben will. Notwendig sin[...]
Großprojekte und Beteiligung: Tangerhütte treibt Energiewende voran
Die Agentur für Erneuerbare Energien e. V. (AEE) zeichnet die Stadt Tangerhütte als Energie-Kommune des Monats August 2026 aus. Die flächengroße Einheitsgemeind[...]
Ausbau von Freiflächen-PV in NRW beschleunigen: Neue Koordinierungsstelle unterstützt Kommunen und Projektierer
Wirtschaftsministerium Nordrhein-Westfalen richtet neues Beratungsangebot zur Beschleunigung von Planung und Genehmigung von Freiflächen-Photovoltaik-Vorhaben ein
Mehr als zwei Drittel der Baden-Württemberger befürworten Geothermie
Die Menschen in Baden-Württemberg stehen der Geothermie mehrheitlich positiv gegenüber. 68 Prozent finden die Nutzung sehr gut oder gut. Das zeigt eine aktuelle[...]
ENGIE Deutschland und die Gemeinde Sandhausen setzen eines der ersten Projekte im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung in der Region um. Im Zuge eines Energielief[...]
Abwärmenutzung für die Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Für das neue Rechenzentrum der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) wird aktuell ein innovatives Energiekonzept entwickelt, bei dem Abwärme in das bestehe[...]
Wie vier Kommunen in Baden-Württemberg bis 2035 klimaneutral werden wollen
2040 ist das Zieljahr. Bis dahin müssen Städte, Gemeinden und Landkreise in Baden-Württemberg klimaneutral sein. Manche Kommunen im Südwesten möchten dieses Zie[...]