Dieser Artikel wurde in der Ausgabe 2 - März / April 2026 der gedruckten Kommunalwirtschaft abgedruckt.

Rubrik Energie & Netze

Erstes Solarfaltdach am Niederrhein offiziell in Betrieb genommen

09.02.2026 – Lesezeit ca. 4 Minuten 353

Erstes Solarfaltdach am Niederrhein offiziell in Betrieb genommen

Die LINEG geht in Xanten neue Wege: Auf der Kläranlage nahm der Wasserwirtschaftsverband das erste Solarfaltdach am Niederrhein offiziell in Betrieb – im Beisein zahlreicher Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft, darunter auch NRW-Umweltminister Oliver Krischer, der die Anlage vor Ort offiziell startete. Mit dem Solarfaltdach setzt die LINEG bewusst ein Zeichen für die Energiewende – mehr Eigenstrom, weniger CO₂ und das ohne zusätzlichen Flächenverbrauch. Die innovative Photovoltaikanlage wurde von der dhp Technology AG aus Zizers (Graubünden) entwickelt und im Auftrag der LINEG realisiert.

Die Photovoltaikanlage erstreckt sich über eine Fläche von rund 2.000 Quadratmetern und besteht aus zwei Feldern mit je acht Faltdachbahnen und insgesamt 576 Solarmodulen. Mit rund 300 Kilowattpeak Leistung liefert das Solarfaltdach künftig bis zu 240.000 Kilowattstunden Solarstrom pro Jahr – direkt dort, wo Energie täglich benötigt wird. Damit deckt die Anlage rund ein Viertel des Strombedarfs der Kläranlage Xanten.

Das 51 Meter lange und 38 Meter breite Solarfaltdach überspannt die Schwachlastbelebungsbecken der Kläranlage in rund fünf Metern Höhe. Die LINEG nutzt ihre bestehende Infrastruktur damit doppelt – und verwandelt die Kläranlage Schritt für Schritt in einen Ort der Energieerzeugung. Der laufende Betrieb der Kläranlage sowie die Zugänglichkeit für Wartungs- und Servicearbeiten bleiben uneingeschränkt gewährleistet. Die von dhp Technology entwickelte Solarfaltdach-Technologie basiert auf einer Leichtbaukonstruktion mit seilbasiertem Tragwerk und einem patentierten Faltmechanismus. Die Solarmodule „schweben“ in Gruppen an Seilen über dem Becken und lassen sich vollautomatisch bewegen – Wartung und Betrieb werden so einfacher und sicherer. Statt neue Flächen zu versiegeln, nutzt das Solarfaltdach vorhandene Infrastruktur intelligent doppelt.

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Mit dem Projekt in Xanten zeigt die LINEG, dass die Energiewende dort beginnt, wo man sie vielleicht nicht erwartet: in der kommunalen Infrastruktur. Statt auf bewährte Lösungen zu setzen, hat sich der Verband bewusst für eine innovative Technologie entschieden – und damit Pionierarbeit am Niederrhein geleistet. Mit dem Projekt in Xanten reiht sich die LINEG in einen kleinen Kreis von Pionieren ein: Deutschlandweit sind derzeit erst rund zehn Solarfaltdächer in Betrieb.

Stimmen zum Projekt

Für die LINEG ist das Solarfaltdach mehr als ein technisches Projekt – es ist ein bewusster Schritt in Richtung Energiewende, betont Volker Kraska, Vorstand der LINEG: „Die erfolgreiche Umsetzung dieses Projektes zeigt, wie wir Wirtschaftlichkeit pragmatisch und wirkungsvoll mit Umwelt- und Klimaschutz vereinen können. Die Erzeugung und Nutzung von Solarstrom stärkt unsere energetische Unabhängigkeit und dient uns als Vorbild für den weiteren Ausbau von regenerativen Energien auf unseren Klär- und Pumpanlagen.“

Auch Julia Zupancic, stellvertretende Vorsitzende des Genossenschaftsrats der LINEG, sieht in dem Projekt ein starkes Signal für die Region:
„Mit der Inbetriebnahme des Solarfaltdaches senkt die LINEG ihren CO₂-Fußabdruck und ihre Energiekosten sofort und nachhaltig. Der Ausbau von regenerativen Energien kommt allen Mitgliedern der Genossenschaft sowie der gesamten Region zugute.“

Dass kommunale Infrastruktur ein wichtiger Treiber der Transformation sein kann, unterstreicht Ingo Brohl, Landrat des Kreises Wesel:
„Die LINEG zeigt mit dem Solarfaltdach eindrucksvoll, wie Wasserwirtschaft und Energieerzeugung funktional miteinander verbunden werden können. Der ländliche Raum beweist damit erneut seine Rolle als Treiber innovativer Infrastrukturprojekte.“ Auch Rafael Zur, Bürgermeister der Stadt Xanten, hebt den Vorbildcharakter hervor: „Das Solarfaltdach zeigt, wie Klimaschutz und kommunale Infrastruktur sinnvoll zusammengedacht werden können – flächenschonend, effizient und mit einem hohen Anteil an Eigenversorgung. Damit wird deutlich, dass die Energiewende in Xanten ohne zusätzlichen Flächenverbrauch möglich ist.“

Für dhp Technology ist das Projekt ein weiterer Meilenstein, erklärt Gian Andri Diem, CEO der dhp Technology AG:
„Das Solarfaltdach in Xanten ist für uns mehr als ein erfolgreiches Projekt. Es zeigt, wie mutige kommunale Entscheide die Energiewende konkret voranbringen. Die Zusammenarbeit mit der LINEG hat eindrucksvoll bewiesen, welches Potenzial in bestehenden Anlagen steckt. Wir freuen uns darauf, gemeinsam weitere Schritte in Richtung energieeigenständiger Infrastruktur zu gehen.“

Oliver Krischer, NRW-Umweltminister:
„Kläranlagen entwickeln sich zunehmend zu modernen Energie- und Ressourcenstandorten. Projekte wie dieses Faltdach in Xanten zeigen beispielhaft, welches Potenzial in bislang ungenutzten Flächen der Wasserwirtschaft steckt. Wenn wir solche Lösungen konsequent weiterdenken, können die Anlagen einen wichtigen Beitrag zu Klimaschutz und kommunaler Wertschöpfung leisten.“

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