Rubrik Energie & Netze

Spezialfahrzeuge erkunden den Untergrund in und um Nürnberg

Auf der Suche nach regionaler Wärme für die Zukunft

21.10.2026 – Lesezeit ca. 3 Minuten 17

Erdwärme Seismik-Messung mit einem Geophon. Foto: Geofizyka Toruń S.A.

Die N-ERGIE bereitet den nächsten wichtigen Schritt ihres Projekts „Erdwärme Franken“ vor: Voraussichtlich am 9. November 2026 beginnen in und um Nürnberg 2D-Seismik-Messungen. Mit Hilfe spezieller Messfahrzeuge, sogenannter Vibro-Trucks, untersucht die N-ERGIE den Untergrund, um die Voraussetzungen für eine mögliche Nutzung von Tiefengeothermie zu erkunden. Die Nutzung von Erdwärme könnte einen Beitrag leisten für eine zukunftsfähige Wärmeversorgung mit weniger fossilen Energieträgern und mehr Unabhängigkeit von Energie-Importen.

Blick in mehrere Kilometer Tiefe

Geplant ist, die Messungen mit zwei Teams à drei Vibro-Trucks des erfahrenen Geophysik-Unternehmens Geofizyka Toruń S.A. durchzuführen. Die Untersuchungen dauern circa vier Wochen und finden voraussichtlich montags bis samstags zwischen 6 und 22 Uhr statt.

Es sind sechs Messlinien mit einer Gesamtlänge von rund 110 Kilometern geplant. Diese führen durch die Stadt Nürnberg, die Stadt Fürth sowie einzelne Orte in angrenzenden Landkreisen. Dazu zählen Feucht (Landkreis Nürnberger Land), Oberasbach, Stein und Zirndorf (Landkreis Fürth), Schwanstetten, Wendelstein und Rohr (Landkreis Roth) sowie Teile des Landkreises Erlangen-Höchstadt (gemeindefreie Gebiete Neunhofer Forst und Kraftshofer Forst).

Advertising

Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!

Der Vorteil für die Kommunen in diesem Bereich: Die gesammelten Daten können einen Mehrwert für ihre eigene kommunale Wärmeplanung liefern.

So laufen die Messungen ab

Die sogenannte 2D-Seismik ist ein seit Jahrzehnten bewährtes Verfahren zur Untersuchung des Untergrunds. Die Messmethode ist auch für den Einsatz in bebauten bzw. urbanen Bereichen geeignet und wurde bereits bei zahlreichen Messungen in deutschen Städten sowie weltweit eingesetzt.

Die Spezialfahrzeuge fahren die festgelegten Messrouten mit kurzen Stopps ab. Dabei erzeugen die Vibro-Trucks kurze, kontrollierte Schallwellen, die in den Untergrund geschickt werden. Die unterschiedlichen Gesteinsschichten reflektieren diese Wellen, die von kleinen gelben Messgeräten an der Oberfläche, sogenannten Geophonen, aufgezeichnet werden. Aus den Daten entsteht ein detailliertes Bild des Untergrunds. Damit können Fachleute analysieren, ob sich die geologische Struktur für die Nutzung von Erdwärme eignet.

Abstimmung mit Behörden und Information der Bevölkerung

Die N-ERGIE stimmt die Untersuchungen eng mit allen zuständigen Behörden, Kommunen und weiteren Trägern öffentlicher Belange ab. Parallel dazu werden die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner entlang der Messrouten frühzeitig informiert. Bereits seit mehreren Monaten sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des von der N-ERGIE beauftragten Unternehmens GEOPS GmbH im Untersuchungsgebiet unterwegs. Sie holen alle erforderlichen Zustimmungen und Wegerechte ein, bevor Straßen und Wege befahren oder Grundstücke zum Auslegen von Geophonen betreten werden. Zudem stellt die N-ERGIE auf der Projektseite www.erdwaerme-franken.de eine Übersichtskarte bereit. Dort finden Interessierte auch Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um die Messungen.

Warum untersucht die N-ERGIE den Untergrund?

Die N-ERGIE arbeitet daran, die Wärmeversorgung in Nürnberg für die kommenden Jahrzehnte weiterzuentwickeln. Neben dem Ausbau der Fernwärme setzt das Unternehmen auf weitere Bausteine der Wärmewende, darunter eine Großwärmepumpe im Klärwerk 1, ein Altholz-Heizkraftwerk in Nürnberg-Sandreuth und die Prüfung des Potenzials von Tiefengeothermie.

Erdwärme könnte als regionale Energiequelle unabhängig von Tageszeit und Wetter einen Beitrag zur zukünftigen Wärmeversorgung leisten und dabei helfen, fossile Energieträger schrittweise zu ersetzen. Bereits in den vergangenen Jahren wurden umfangreiche Voruntersuchungen durchgeführt, darunter gravimetrische Messungen aus der Luft. Die nun geplanten Untersuchungen liefern weitere wichtige Informationen über die geologischen Strukturen im Untergrund und sind Voraussetzung für die Entscheidung über mögliche weitere Projektschritte.

Mühlen Eichsen: Schritt für Schritt zur lokalen Energiewende

Die Gemeinde Mühlen Eichsen in Mecklenburg-Vorpommern zeigt, wie auch kleine Kommunen mit begrenzten finanziellen und personellen Ressourcen Möglichkeiten der E[...]

18.09.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

energie
Seethermie am Tegernsee: PE-Rohrleitungen erschließen das Seewasser als Energiequelle
Seethermie am Tegernsee: PE-Rohrleitungen erschließen das Seewasser als Energiequelle

Am Tegernsee entsteht derzeit eines der bemerkenswertesten Seethermie-Projekte Deutschlands. Für das neue Quartier „Seegut am Tegernsee“ in Bad Wiessee werden k[...]

18.09.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

energie
Marktentwicklung solare Wärmenetze in Deutschland
Marktentwicklung solare Wärmenetze in Deutschland

Im vergangenen Jahr 2025 sind 11 Anlagen mit insgesamt 69.963 qm Bruttokollektorfläche und rund 42 MW Leistung in Betrieb gegangen: Stralsund (Mecklenburg-V[...]

17.09.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

energie
Klimaneutrales Heizen bis 2045 aus Sicht der Stadtwerke kaum erreichbar

Drei von vier kommunalen Wärmeversorgern halten das Ziel eines klimaneutralen Heizens bis 2045 unter den derzeitigen Rahmenbedingungen für unrealistisch. Das ze[...]

16.09.2026, Lesezeit ca. 6 Minuten

energie
Smart Hospital: Wie intelligente Gebäudetechnik Krankenhäuser sicherer, effizienter und zukunftsfähiger macht
Smart Hospital: Wie intelligente Gebäudetechnik Krankenhäuser sicherer, effizienter und zukunftsfähiger macht

Krankenhäuser zählen zu den anspruchsvollsten und zugleich energieintensivsten Gebäudetypen überhaupt: Sie müssen rund um die Uhr höchste Hygiene- und Sicherhei[...]

11.09.2026, Lesezeit ca. 5 Minuten

energie
Stadtwerke Solingen und TBS nehmen erste sieben Laternenlader in Betrieb
Stadtwerke Solingen und TBS nehmen erste sieben Laternenlader in Betrieb

Die Ladeinfrastruktur in Solingen wächst weiter: Die ersten sieben von insgesamt 13 sogenannten Laternenladern sind ab sofort in Betrieb. Errichtet wurden die n[...]

10.09.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

energie
Erster Klimaturm von Towergy geht in Bremen in Betrieb
Erster Klimaturm von Towergy geht in Bremen in Betrieb

Die Towergy GmbH hat mit ihrem Klimaturm eine Großwärmepumpe entwickelt, die bis zu 400 Neubau- oder 200 Bestandswohnungen mit erneuerbarer Wärme und Kälte vers[...]

09.09.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

energie
Mehr Sicherheit für Kommunen bei der Contracting-Abrechnung
Mehr Sicherheit für Kommunen bei der Contracting-Abrechnung

Contracting bietet Kommunen viele Vorteile – doch bei der buchhalterischen Abwicklung gibt es häufig offene Fragen.

03.09.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

energie
50 Prozent weniger Montagezeit: Wilo Fertigverteiler im Einsatz
50 Prozent weniger Montagezeit: Wilo Fertigverteiler im Einsatz

Der industrielle Anlagenbau steht zunehmend unter Druck: knappe Zeitfenster, komplexe Bestandsanlagen und ein spürbarer Fachkräftemangel erschweren die Umsetzun[...]

03.09.2026, Lesezeit ca. 5 Minuten

energie
Sommerhitze erhöht Strombedarf für Kühlung – Solarstrom passt zum Verbrauchsprofil
Sommerhitze erhöht Strombedarf für Kühlung – Solarstrom passt zum Verbrauchsprofil

Die diesjährige Sommerhitze lässt den Strombedarf für die Kühlung von Gebäuden deutlich steigen. Darauf deuten aktuelle Stromverbrauchs- und Temperaturdaten hin[...]

01.09.2026, Lesezeit ca. 5 Minuten

energie

Weitere Artikel in dieser Rubrik