Dieser Artikel wurde in der Ausgabe der gedruckten Kommunalwirtschaft abgedruckt.

Rubrik Energie & Netze

BRUGG Pipes ermöglicht Fernwärmeanschluss im neuen Bahnwerk in Cottbus

Grabenlose Verlegung für die Deutsche Bahn

20.06.2025 – Lesezeit ca. 4 Minuten 241

Grabenlose Verlegung für die Deutsche Bahn

Die Kohle geht – die Bahn kommt: Das neue Werk Cottbus der Deutschen Bahn

Da der Verkehr auf der Schiene zunehmen wird, wächst auch die Fernverkehrsflotte der Deutschen Bahn beständig. Cottbus hat eine hohe Bedeutung für den steigenden Instandhaltungsbedarf: Am Standort des traditionellen DB-Instandhaltungswerks in Cottbus entsteht derzeit ein neues, modernes Bahnwerk. Das Projekt beinhaltet den Neubau von zwei Werkshallen für die schwere Instandhaltung der hochmodernen ICE-4-Flotte. Bereits in den 1870er Jahren wurde das Werk als „Königliche Hauptwerkstatt Kottbus“ gegründet. Seit damals wird hier an Lokomotiven und Wagen gearbeitet. Die erste, zweigleisige Halle wurde Anfang 2024 eröffnet. Die zweite, viergleisige Halle soll Ende 2026 in Betrieb gehen und vervollständigt dann das grösste und modernste Bahnwerk der DB.

Spezialtransport für Anlieferung der Fernwärmerohre

Die Wärmeversorgung für die viergleisige Halle erfolgt künftig aus dem Fernwärmenetz der Stadtwerke Cottbus GmbH, das dafür erweitert wird. BRUGG Pipes ist stolz, beim Bau des Fernwärmenetzes mitgewirkt zu haben. BRUGG Pipes lieferte dafür rund 1.3 Kilometer FLEXWELL Fernwärmekabel FHK 200/310. "Insgesamt haben wir sechs Rohrtrommeln geliefert: Zwei Trommeln mit je 260 Metern FHK-Fernwärmeleitung und vier Trommeln mit je 195 Metern. Die grösseren Trommeln waren knapp 4 Meter gross und jeweils 14 Tonnen schwer. Für dieses enorme Gewicht wurden zwei Spezialtransporte benötigt", sagt Martin Rigaud, CEO BRUGG Pipes.

Advertising

Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!

Erster Bauabschnitt: Microtunnel für Fernwärmeleitung

Um die bestehenden Bahngleise zu unterqueren, musste im ersten Bauabschnitt ein 173 Meter langer Microtunnel gebaut werden. In den Microtunnel wurde ein GFK-Schutzrohr (glasfaserverstärkter Kunststoff) mit einem Durchmesser von 1,2 Metern eingezogen. In das Schutzrohr wurden anschliessend vier 30 cm dicke Fernwärmerohre von BRUGG Pipes eingezogen. Die Stadtwerke Cottbus schreiben dazu auf ihrer Website: "Der Tunnel ist ein zentraler Bestandteil der zukünftigen Fernwärmeversorgung des geplanten Bahnwerks. Er verläuft unter den Bahngleisen und wird Fernwärmeleitungen aufnehmen, die das neue Bahnwerk mit umweltfreundlicher Wärme versorgen. Dies ist ein wichtiger Schritt hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung für den neuen Standort." Weiter ergänzen sie: "Die Arbeiten waren technisch anspruchsvoll und verlangten höchste Präzision. Insbesondere der Vortrieb unter den Bahngleisen stellte hohe Anforderungen an alle Beteiligten. Der Erfolg wurde durch die enge Zusammenarbeit und das Fachwissen der beteiligten Planungs- und Ausführungsunternehmen möglich."1

Zweiter Bauschnitt: Verlegung der Rohre mittels innovativem Spülbohrverfahren

Neben der Verlegung der vier Fernwärmeleitungen durch den Microtunnel wurden im April 2025 zwei weitere Fernwärmeleitungen unterirdisch verlegt. Im Gegensatz zum Microtunnel wurden diese beiden Leitungen direkt im Spülbohrverfahren eingesetzt. Das Prinzip: Von einer Startgrube aus wird ein flexibles Stahlrohr mit einem Bohrkopf durch den Boden geführt - begleitet von einer umweltfreundlichen Spülflüssigkeit, die das Erdreich abträgt. Erreicht die Bohrung die Zielgrube, wird der Kanal aufgeweitet und gleichzeitig das Rohr eingezogen. "Aufgrund der beengten Platzverhältnisse kam für uns nur das Spülbohrverfahren in Frage. Das verwendete FLEXWELL-Fernwärmekabel-FHK (Rohrsystem) ist genau für diese schwierigen Bedingungen ausgelegt und wird nur von uns hergestellt. Das doppelwandige Stahlmantelrohrsystem ist flexibel (selbstkompensierend) und extrem langlebig. Deshalb war das FLEXWELL-Fernheizkabel-FHK das ideale Rohrsystem, um dieses Projekt für die Deutsche Bahn zu realisieren", so Rigaud.

Künftig Wärme aus dem Ostsee

Ende 2024 kommunizierten die Stadtwerke Cottbus, dass neben dem gasbetriebenen und wasserstofffähigen Blockheizkraftwerk künftig zusätzlich Wärme mittels einer Seewasserwärmepumpe aus dem Ostsee (Gewässer im Cottbuser Umland) entnommen und ins kommunale Netz eingespeist wird. "Ziel ist es, dass die Seewasserwärmepumpe ca. 40 Prozent des Bedarfs im Netz der Stadtwerke sichert. Hintergrund für die strategische Entscheidung ist u.a. die für 2028 geplante Abschaltung des Kraftwerks Jänschwalde, das aktuell einen Teil der Fernwärme für die Stadt liefert. Zugleich reagiert die Stadt mit dem Beschuss auf die derzeit aktuellen Rahmenbedingungen der Energiewende" schreiben die Stadtwerke Cottbus auf ihrer Webseite.2

Advertising

Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!

Sie können diese Ausgabe kaufen oder ein Abonnement abschließen, um diesen Artikel hier sofort und komplett zu lesen. Mit einem Abonnement erhalten Sie zusätzlich jede gedruckte Ausgabe der Kommunalwirtschaft frei Haus.
Unser PDF Abo ist kostenlos! Abonnieren Sie dazu unseren Newsletter, in welchem ein Downloadlink zur jeweils aktuellen Ausgabe zur Verfügung gestellt wird.
Wenn Sie schon Abonnent der Kommunalwirtschaft sind, melden Sie sich an, um den Artikel zu lesen.
Erster Klimaturm von Towergy geht in Bremen in Betrieb
Erster Klimaturm von Towergy geht in Bremen in Betrieb

Die Towergy GmbH hat mit ihrem Klimaturm eine Großwärmepumpe entwickelt, die bis zu 400 Neubau- oder 200 Bestandswohnungen mit erneuerbarer Wärme und Kälte vers[...]

09.09.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

energie
Mehr Sicherheit für Kommunen bei der Contracting-Abrechnung
Mehr Sicherheit für Kommunen bei der Contracting-Abrechnung

Contracting bietet Kommunen viele Vorteile – doch bei der buchhalterischen Abwicklung gibt es häufig offene Fragen.

03.09.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

energie
50 Prozent weniger Montagezeit: Wilo Fertigverteiler im Einsatz
50 Prozent weniger Montagezeit: Wilo Fertigverteiler im Einsatz

Der industrielle Anlagenbau steht zunehmend unter Druck: knappe Zeitfenster, komplexe Bestandsanlagen und ein spürbarer Fachkräftemangel erschweren die Umsetzun[...]

03.09.2026, Lesezeit ca. 5 Minuten

energie
Sommerhitze erhöht Strombedarf für Kühlung – Solarstrom passt zum Verbrauchsprofil
Sommerhitze erhöht Strombedarf für Kühlung – Solarstrom passt zum Verbrauchsprofil

Die diesjährige Sommerhitze lässt den Strombedarf für die Kühlung von Gebäuden deutlich steigen. Darauf deuten aktuelle Stromverbrauchs- und Temperaturdaten hin[...]

01.09.2026, Lesezeit ca. 5 Minuten

energie
Neues Angebot für Kommunen: Musterverträge für Wärmenetze
Neues Angebot für Kommunen: Musterverträge für Wärmenetze

Plant eine Kommune den Bau oder die Erweiterung eines Wärmenetzes, braucht sie klare Vereinbarungen, wenn sie das Wärmenetz selbst betreiben will. Notwendig sin[...]

20.08.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

energie
Studie zeigt: Wärmenetz in Windeck-Dattenfeld nicht wirtschaftlich
Studie zeigt: Wärmenetz in Windeck-Dattenfeld nicht wirtschaftlich

Dezentrale Lösungen in Dattenfeld wirtschaftlicher – Erkenntnisse für zukünftige Wärmenetze im ländlichen Raum

19.08.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

energie
Großprojekte und Beteiligung: Tangerhütte treibt Energiewende voran

Die Agentur für Erneuerbare Energien e. V. (AEE) zeichnet die Stadt Tangerhütte als Energie-Kommune des Monats August 2026 aus. Die flächengroße Einheitsgemeind[...]

13.08.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

energie
Ausbau von Freiflächen-PV in NRW beschleunigen: Neue Koordinierungsstelle unterstützt Kommunen und Projektierer

Wirtschaftsministerium Nordrhein-Westfalen richtet neues Beratungsangebot zur Beschleunigung von Planung und Genehmigung von Freiflächen-Photovoltaik-Vorhaben ein

05.08.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

energie
Mehr als zwei Drittel der Baden-Württemberger befürworten Geothermie
Mehr als zwei Drittel der Baden-Württemberger befürworten Geothermie

Die Menschen in Baden-Württemberg stehen der Geothermie mehrheitlich positiv gegenüber. 68 Prozent finden die Nutzung sehr gut oder gut. Das zeigt eine aktuelle[...]

05.08.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

energie
Wärmewende im kommunalen Maßstab
Wärmewende im kommunalen Maßstab

ENGIE Deutschland und die Gemeinde Sandhausen setzen eines der ersten Projekte im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung in der Region um. Im Zuge eines Energielief[...]

03.08.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

energie

Weitere Artikel in dieser Rubrik