Dieser Artikel wurde in der Ausgabe 3 - Mai / Juni 2026 der gedruckten Kommunalwirtschaft abgedruckt.

Rubrik Wasser / Abwasser

Von der Schadensvermeidung zur aktiven Schadensmeldung: Mehr Kontrolle für den Trinkwasserschutz

07.05.2026 – Lesezeit ca. 3 Minuten 142

Der Schutz von Trinkwasserressourcen gehört zu den zentralen Aufgaben der kommunalen Daseinsvorsorge. Gleichzeitig steigt der Druck auf bestehende Infrastrukturen: Leitungsnetze altern, Sanierungsfenster werden knapper, Umweltauflagen strenger. Besonders sensibel ist die Situation dort, wo Abwasserleitungen Wasserschutzgebiete queren – Bereiche, in denen Fehler ernsthafte Folgen haben können.

Leitungssysteme wurden lange so konzipiert, dass Schäden möglichst gar nicht entstehen. Heute geht der Schutzgedanke einen Schritt weiter: Neben maximaler Dichtheit sorgt eine integrierte Leckageüberwachung dafür, dass Betreiber Schäden im Ernstfall sofort erkennen. So wird aus reiner Schadensvermeidung aktive Schadensfrüherkennung.

Wasserschutzgebiete: Null Fehlertoleranz im Betrieb

Wasserschutzgebiete sind in drei Zonen unterteilt. In den Zonen II und III sind Abwasserleitungen zulässig – allerdings nur unter strengen technischen und betrieblichen Vorgaben. Das Regelwerk ATVDVWKA 142 fordert hierfür besonders hohe Sicherheitsniveaus.

Für Kommunen bedeutet das: Rohrleitungen müssen nicht nur dicht sein, sondern über ihre gesamte Lebensdauer kontrollierbar bleiben. Denn selbst kleine Leckagen können unbemerkt erhebliche Umwelt- sowie Haftungsrisiken verursachen.

Advertising

Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!

Von der Dichtheit zur aktiven Überwachung

Bewährte Schutzkonzepte setzen häufig auf doppelwandige Rohrsysteme, bei denen ein Schutzrohr Leckagen kontrolliert auffängt. Diese passive Sicherheitsstufe ist wichtig – jedoch nicht in allen bautechnischen Situationen einsetzbar, etwa beim Rohrlining.
In solchen Fällen sind alternative Konzepte erforderlich.

Früh erkennen, gezielt handeln: Leckageüberwachung als Schlüssel

Moderne Rohrsysteme kombinieren mechanischen Schutz mit integrierter Leckageüberwachung. Sensoren überwachen den Leitungsbetrieb kontinuierlich und melden Abweichungen unmittelbar.

Für kommunale Betreiber ergeben sich dadurch neue Handlungsmöglichkeiten: Förderpumpen lassen sich im Ereignisfall sofort abschalten, der Austritt von Abwasser bleibt minimal. Zudem ermöglicht die metergenaue Lokalisierung des Defekts gezielte Reparaturen ohne aufwendige Suchmaßnahmen – Kosten und Stillstandszeiten werden deutlich reduziert.

Ein Beispiel für diesen Ansatz ist das Rohrsystem PipeSystemControl (PSC) von SIMONA. Es wurde speziell für den Einsatz in Wasserschutzzonen II und III entwickelt. In das Rohr integrierte Sensorik überwacht den Betrieb über die gesamte Strecke und meldet Schäden unmittelbar, sodass Betreiber schnell und kontrolliert reagieren können.

Schachtbauwerke im Blick behalten

Ein oft unterschätzter Faktor im Betrieb von Abwasserleitungen sind Schächte. Als zentrale Knotenpunkte der Infrastruktur sind sie zugleich Bereiche, in denen Schäden häufig entstehen oder sichtbar werden.

Überwachungslösungen, die Rohrleitungen und Schächte gemeinsam betrachten, ermöglichen eine vollständigere Zustandsüberwachung und schließen eine wichtige Lücke im Sicherheitskonzept.

Mehr Sicherheit über den gesamten Lebenszyklus

Der Einsatz intelligenter Rohrsysteme mit kontinuierlicher Überwachung markiert für Kommunen einen Paradigmenwechsel: weg von reiner Schadensvermeidung hin zu aktiver Risikosteuerung im Betrieb.

Die Vorteile:

  • frühzeitige Schadenserkennung
  • gezielte Reparaturen
  • reduzierte Umwelt- und Haftungsrisiken
  • höhere Betriebssicherheit
  • bessere Planbarkeit

Gerade in Wasserschutz- und WHGFlächen schafft diese Transparenz Vertrauen – bei Aufsichtsbehörden ebenso wie in der Öffentlichkeit.

Fazit

Wasserschutz endet nicht beim Werkstoff. Entscheidend ist, den Zustand der Infrastruktur jederzeit zu kennen. Rohrsysteme mit integrierter Leckageüberwachung und präziser Schadenslokalisierung leisten hierzu einen wichtigen Beitrag.

Sie unterstützen Kommunen dabei, Verantwortung proaktiv wahrzunehmen – und Trinkwasser langfristig zuverlässig zu schützen.

Advertising

Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!

Sie können diese Ausgabe kaufen oder ein Abonnement abschließen, um diesen Artikel hier sofort und komplett zu lesen. Mit einem Abonnement erhalten Sie zusätzlich jede gedruckte Ausgabe der Kommunalwirtschaft frei Haus.
Unser PDF Abo ist kostenlos! Abonnieren Sie dazu unseren Newsletter, in welchem ein Downloadlink zur jeweils aktuellen Ausgabe zur Verfügung gestellt wird.
Wenn Sie schon Abonnent der Kommunalwirtschaft sind, melden Sie sich an, um den Artikel zu lesen.
Kläranlage Wermelskirchen wird modernisiert
Kläranlage Wermelskirchen wird modernisiert

Der Wupperverband saniert die Kläranlage Wermelskirchen. Sie soll moderner, effizienter und klimaneutraler werden. Am 26.05.2026 starten die Arbeiten mit der B[...]

01.06.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

wasser
Kommunen stellen sich auf Hitzesaison ein: Aufbau von Meldeketten für den Akutfall
Kommunen stellen sich auf Hitzesaison ein: Aufbau von Meldeketten für den Akutfall

Städte in der Emscher-Lippe-Region bereiten sich abgestimmt auf möglichen Warnfall vor

01.06.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

wasser
Die flache Lösung für große Regenmengen
Die flache Lösung für große Regenmengen

Mit dem neuen Sickerelement CaviTop aus Porenbeton ergänzt Mall sein Produktportfolio in der Regenwasserversickerung um eine Lösung zur kontrollierten, oberfläc[...]

28.05.2026, Lesezeit ca. 1 Minute

wasser
Praxistaugliche Übergangslösung für Klärschlammaschen, Rechtssicherheit für Phosphorrezyklate in der Landwirtschaft

Für aus Klärschlamm zurückgewonnenen Phosphor muss es eine klare Perspektive für eine wirtschaftliche Verwertung geben. Als Düngemittel geeignete Phosphorrezykl[...]

27.05.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

wasser
Mehr Effizienz, mehr Flexibilität, mehr Digitalisierung
Mehr Effizienz, mehr Flexibilität, mehr Digitalisierung

Unter dem Motto „Efficient by Nature – Sustainable by Design. It’s in our DNA“ präsentierte AERZEN auf der IFAT innovative Lösungen für die Zukunft der Abwasser[...]

22.05.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

wasser
Langlebige Belüftungssysteme als Schlüssel für effiziente Kläranlagen
Langlebige Belüftungssysteme als Schlüssel für effiziente Kläranlagen

Wie lassen sich Belüftungssysteme effizient, langlebig und gleichzeitig nachhaltig betreiben? AQUACONSULT Anlagenbau geht hier mit dem AEROSTRIP® Type R neue Weg[...]

18.05.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

wasser
Grabenlose Sanierung unter Bahngleisen
Grabenlose Sanierung unter Bahngleisen

Die Sanierung von Entwässerungsleitungen unter Bahngleisen zählt zu den technisch anspruchsvollsten Disziplinen der Kanalsanierung. Offene Bauweisen sind häufig[...]

13.05.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

wasser
Pumpenkompetenz erweitert
Pumpenkompetenz erweitert

Der international tätige Pumpenhersteller Tsurumi baut sein Portfolio aus und arbeitet künftig in Großbritannien mit dem italienischen Spezialisten Dragflow zus[...]

13.05.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

wasser
Regenwasser von Schadstoffen befreien: Mehr Flexibilität durch Teilstrombehandlung
Regenwasser von Schadstoffen befreien: Mehr Flexibilität durch Teilstrombehandlung

Die Anforderungen an die Behandlung von Niederschlagswasser steigen kontinuierlich. Gründe sind strengere Umweltvorgaben, zunehmende Flächenversiegelung und ver[...]

11.05.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

wasser
Wie digitale Wassertechnik Quartiere klimaresilient stärkt
Wie digitale Wassertechnik Quartiere klimaresilient stärkt

Im niederländischen Dinxperlo zeigt ein neu gestaltetes Stadtzentrum, wie Regenwasser smart genutzt und Quartiere widerstandsfähiger werden können. Unter der Ob[...]

11.05.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

wasser

Weitere Artikel in dieser Rubrik