Rubrik Wasser / Abwasser

Abwasserbehandlung Garant für saubere Gewässer - Kommunale Kläranlagen halten EU-Vorgaben flächendeckend ein

Novellierte Kommunalabwasserrichtlinie erfordert Nachrüstungen bei der Stickstoffelimination

01.12.2025 – Lesezeit ca. 4 Minuten 114

Keine sauberen Gewässer ohne eine auf hohem Niveau sicher funktionierende kommunale Abwasserwirtschaft. Die kommunalen Kläranlagen in Deutschland halten die Vorgaben der EU zur Abwasserbehandlung nach wie vor flächendeckend ein und leisten damit den zentralen Beitrag zum Schutz unserer Gewässer. Auch für die Zukunft sind die Unternehmen und Verbände sehr gut aufgestellt. „Die durch die Novellierung der EU-Kommunalabwasserrichtlinie zukünftig geltenden deutlich schärferen Anforderungen an den Nährstoffabbau erfüllt der Großteil der kommunalen Kläranlagen bereits heute“, betont Dr. Lisa Broß, Vorständin der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA). „Der 37. Leistungsnachweis kommunaler Kläranlagen der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) belege das hohe Leistungsniveau der deutschen Abwasserwirtschaft. Er zeige aber auch konkreten Handlungsbedarf auf. Insbesondere größere Kläranlagen mit hohen Stickstofffrachten im Zulauf müssten die Stickstoffkonzentrationen im Ablauf noch weiter reduzieren, um die kommenden strengeren EU-Vorgaben einzuhalten.“

Mit dem Leistungsnachweis kommunaler Kläranlagen analysiert und dokumentiert die DWA jährlich die Leistungsfähigkeit der kommunalen Abwasserbehandlung in Deutschland, der Leistungsnachweis 2025 bezieht sich auf die Messdaten des Jahres 2024. Die kommunalen Kläranlagen haben 2024 bei den Nährstoffen Phosphor und Stickstoff sowohl die Grenzwerte im Kläranlagenablauf eingehalten als auch die Mindestabbauraten – das Verhältnis von Konzentration im Kläranlagenzulauf zur Konzentration im Kläranlagenablauf – sicher erreicht. In konkreten Zahlen: Die Phosphorfracht im Zulauf der Kläranlagen wurde von 5,9 mg/l um 92,3 Prozent auf 0,46 mg/l reduziert. Die Stickstofffracht wurde von 43,6 mg/l im Zulauf um 82,1 Prozent auf 7,8 mg/l im Kläranlagenablauf minimiert.

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Mit der Nährstoffelimination, einer der zentralen Elemente der Abwasserbehandlung, soll eine Eutrophierung der Gewässer, eine Überdüngung aufgrund einer zu hohen Anreicherung mit Nährstoffen, verhindert werden. Zur Verbesserung des Gewässerschutzes hat die EU mit der Novellierung der Kommunalabwasserrichtlinie die seit 1991 geltenden Vorgaben zum Nährstoffabbau bei der Abwasserbehandlung deutlich verschärft. Die Phosphorkonzentration im Ablauf darf zukünftig maximal 0,7 mg/l betragen, für sehr große Kläranlagen mit mehr als 150.000 Einwohnerwerten beläuft sich der Phosphorgrenzwert auf 0,5 mg/l. Alternativ gibt die EU Eliminationsraten von 87,5 Prozent (10.000 bis 150.000 EW) beziehungsweise 90 Prozent (ab 150.000 EW) vor. Für Gesamtstickstoff gelten Konzentrationsgrenzwerte von 10 mg/l ab 10.000 Einwohnerwerten und 8 mg/l ab 150.000 Einwohnerwerten. Die alternative Eliminationsrate beläuft sich für alle Anlagen auf 80 Prozent. Die Grenzwerte müssen ab 2045 bundesweit eingehalten werden, bis dahin sind prozentuale Zwischenziele zu erreichen.

Der DWA-Leistungsnachweis belegt, dass die kommunalen Kläranlagen im bundesweiten Mittel die neuen verschärften Grenzwerte und Mindesteliminationsraten sowohl für Stickstoff als auch für Phosphor bereits heute einhalten. Im Mittel heißt aber nicht flächendeckend. 84 Prozent der mittelgroßen Kläranlagen zwischen 10.000 und 150.000 Einwohnerwerten unterschreiten zwar bereits heute sowohl den zukünftigen Grenzwert von 10 mg/l für Gesamtstickstoff und bauen auch Stickstoff zu mindestens 80 Prozent ab. Zwölf Prozent dieser Anlagen können aber gegenwärtig weder den maximalen Konzentrationsgrenzwert einhalten noch die Mindestabbaurate erreichen. Etwas schlechter die Situation bei den großen Kläranlagen mit mehr als 150.000 Einwohnerwerten. Zwei von drei Kläranlagen dieser Größenklasse halten bereits heute den Grenzwert von 8 mg/l oder die Mindestabbaurate von 80 Prozent ein. Jede dritte Kläranlage dieser Größenklasse erreicht aber aktuell weder die zukünftig geltende Maximalkonzentration noch die alternativ geltende Mindestabbaurate.

DWA-Leistungsnachweis kommunaler Kläranlagen

Der Leistungsnachweis kommunaler Kläranlagen der DWA verfügt über eine hohe Aussagekraft. Von den insgesamt 8.891 kommunalen Abwasserbehandlungsanlagen in Deutschland mit einer Ausbaukapazität von 152,1 Mio. Einwohnerwerten beteiligten sich 4.882 Klaranlagen mit einer Ausbaukapazität von 120,9 Mio. Einwohnerwerten am 37. DWA-Leistungsnachweis, bezogen auf die Ausbaukapazität eine Beteiligung von knapp 80 Prozent. Grundlage der Auswertung sind über 3,6 Mio. Einzelmessungen des Betriebspersonals im Rahmen der Selbstüberwachung, die als Jahresmittelwerte in die Bewertung einfließen.

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