23.02.2026 – Lesezeit ca. 5 Minuten 1
Die Tiefengeothermie erlebt einen enormen Aufschwung. Ein Beweis dafür war die Rekordteilnehmerzahl beim Praxisforum 2025. Auch in diesem Jahr findet die Veranstaltung in Pullach im Isartal (Landkreis München) statt. (Bild: Tobias Schnurr / Enerchange)
Mit einem neuen Namen geht das Praxisforum Geothermie Bayern in die Zukunft: Das renommierte Branchentreffen zur Nutzung der Erdwärme heißt künftig Praxisforum Tiefengeothermie. Das geschärfte Profil steht einerseits für den großen Aufschwung dieser Technologie in ganz Deutschland und andererseits für die neuen, verbesserten Rahmenbedingungen rund um das GeothermieBeschleunigungsgesetz, teilt der Veranstalter mit.
In vielen Regionen der Welt erlebt die Nutzung der Erdwärme einen enormen Aufschwung. Auch in Deutschland gibt es eine große Dynamik für einen flächendeckenden Ausbau dieser zukunftsgerichteten Technologie. Diese positive Entwicklung hat das führende Branchentreffen in Süddeutschland mit seiner Namensänderung aufgegriffen. „Die Tiefengeothermie wird sich in den kommenden Jahren zur treibenden Kraft der Wärmewende in unserem Land entwickeln“, ist der Veranstalter des Praxisforums Tiefengeothermie, Dr. Jochen Schneider, überzeugt. „Diese Entwicklung unterstreichen wir mit unserer Namensänderung.“
Gleich eine ganze Reihe von politischen Entscheidungen haben die Rahmenbedingungen für neue Projekte in den vergangenen Monaten maßgeblich verbessert: Das GeothermieBeschleunigungsgesetz sorgt für schnellere Verfahren und verleiht der GeothermieNutzung ein überragendes öffentliches Interesse. Der Förderkredit Geothermie der KfW ermöglicht es Betreibern darüber hinaus, ihre Projekte besser zu finanzieren und die Risiken bei Bohrungen umfassender abzusichern. Hinzu kommt noch die Explorationsinitiative, die mit einer über 50-Prozent-Förderung bei entsprechenden Projekten eine umfangreiche Erkundung des Untergrunds nach Geothermie-Potenzialen in Deutschland anstößt und damit eine starke Grundlage für Investitionen in diese Schlüsseltechnologie der Wärmewende schaffen soll.
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Eine besonders wichtige Definition enthält dabei das Geothermie-Beschleunigungsgesetz. Denn es beendet die bisher gebräuchliche Dreiteilung in tiefe, mitteltiefe und oberflächennahe Geothermie. Stattdessen gilt künftig jegliche Erdwärme-Nutzung ab einer Tiefe von 400 Metern als Tiefengeothermie. „Diese neue Nomenklatur spiegelt sich konsequent im neuen Namen des Praxisforums wider“, sagt Dr. Jochen Schneider. „Die Neubenennung unserer etablierten Veranstaltung unterstreicht somit unseren Fokus auf Projekte und Technologien der Tiefengeothermie“, teilt der Veranstalter mit.
Stattfinden wird das Praxisforum Tiefengeothermie vom 14. bis 16. Oktober 2026 in gewohnter Umgebung, nämlich im Bürgerhaus in Pullach im Isartal (Landkreis München). Die Kontinuität hinsichtlich des Standorts zeigt, dass Bayern auch in Zukunft ein zentraler Schwerpunkt des Praxisforums ist. Schließlich nimmt der Freistaat mit einem Anteil von weit über 90 Prozent an der nationalen Energieproduktion aus Tiefengeothermie eine herausragende Rolle ein. Eine Vielzahl von erfolgreich umgesetzten und weiteren geplanten Projekten machen Bayern zum bundesweiten Vorreiter.
Zugleich gewinnt die Tiefengeothermie auch in anderen Bundesländern zunehmend an Bedeutung. Ehrgeizige Förderprogramme, politische Initiativen und spannende Projekte machen in der gesamten Bundesrepublik auf sich aufmerksam. „Schon immer hat das Praxisforum über den Tellerrand hinausgeblickt“, sagt Dr. Jochen Schneider mit Verweis auf die Experten-Vorträge der vergangenen Jahre. „Auch in den kommenden Jahren werden wir die Entwicklungen aus anderen Regionen Deutschlands und auch aus dem benachbarten Ausland mit Interesse aufgreifen und in den fachlichen Austausch integrieren.“
Mit dem neuen Namen unterstreicht das Praxisforum seinen Anspruch, den Hochlauf der Tiefengeothermie in Deutschland aktiv zu begleiten und den praxisorientierten Wissenstransfer zwischen allen beteiligten Akteuren zu fördern. So versteht sich die Veranstaltung weiterhin als zentrale Plattform für Projektentwickler und Betreiber, Bohr- und Servicedienstleister, Planungs- und Ingenieurbüros, Banken und Versicherungen, Forschungseinrichtungen und Genehmigungsbehörden, Kommunen und Stadtwerke sowie Politik und Verwaltung.
Passend zur Neuausrichtung geht das Praxisforum Tiefengeothermie auch mit einem neuen Goldsponsor in die Zukunft: Die renommierte Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft RÖDL unterstützt ab diesem Jahr das Branchentreffen. „Seit den Anfängen der Entwicklung von Tiefengeothermie in Deutschland ist RÖDL operativ und strategisch aktiv und verfügt durch jahrzehntelange nationale und internationale Projekterfahrung über eine führende Marktposition“, erklärt Benjamin Richter, Partner bei RÖDL. „Für Tiefengeothermie-Vorhaben bieten wir spezialisierte Leistungen auf Basis unserer konkreten Projekterfahrung von allen rechtlichen Themen und Risikomanagement bis zur Finanzierung von Projekten an. Deshalb ist das Praxisforum für uns schon seit vielen Jahren von großer Bedeutung – und diese Bedeutung unterstreichen wir jetzt mit unserem Engagement.“
Im Mittelpunkt des Praxisforums Tiefengeothermie steht der hochkarätig besetzte Kongresstag am Donnerstag, 15. Oktober 2026. Viele renommierte Expertinnen und Experten sprechen dabei über aktuelle Herausforderungen und Entwicklungen der Geothermie. Eröffnet wird die Veranstaltung am Mittwoch, 14. Oktober 2026, mit dem Berufsforum und zwei Workshops. Den Abschluss bildet am Freitag, 16. Oktober 2026, die „GeoTHOUR“, die zu zwei aktuellen Vorzeigeprojekten führt. Tickets für das Praxisforum Tiefengeothermie sind im Komplettpaket für alle drei Tage oder auch einzeln erhältlich.