01.09.2023 – Lesezeit ca. 3 Minuten 20
Das Thema dieser Ausgabe "Eine Stadt wird neu gestaltet" ist sehr vielschichtig. Neben sichtbaren Neugestaltungen, wie zum Beispiel Seilbahnen oder Friedhöfe, gehören auch aktuell politisch stark diskutierte Themen wie das Wärmeplanungsgesetz oder die Ver- und Entsorgung mit Wasser oder Energie dazu.
Die Neugestaltung selbst läuft heute auch viel moderner ab. Wer hätte vor 50 Jahren gedacht, dass wir irgendwann Rohrleitungen verlegen, ohne Löcher zu buddeln (grabenlose Verlegung)? Und wer hätte gedacht, dass wir dies mit Baugeräten erledigen, die mit Akku-Energie laufen und in die kein flüssiger Treibstoff eingefüllt wird? So geschehen auf einer Pilotbaustelle in der Tübinger Altstadt, wo selbst der Stampfer elektrisch betrieben wurde. In der nächsten Ausgabe berichten wir darüber ausführlich.
Die Bauhöfe einiger Städte haben angefangen, ihre Geräte zur Grünpflege auf Akkubetrieb umzustellen (Hamburg mit 300 Akku-Laubbläsern + Ersatzakkus). Die Umweltfreundlichkeit bezieht sich hier nicht nur auf den Energieverbrauch der Geräte - jeder, der schon einmal von einem benzinbetriebenen Laubbläser um die letzte halbe Stunde Schlaf gebracht wurde, weiß, wovon ich rede!
All diese akkubetriebenen Geräte müssen aber irgendwann an die Steckdose - auch die 600 Rückenakkus in Hamburg. Und wenn alle nach Feierabend schnell geladen werden, wird die Leistung einer Steckdose schnell zu klein. Mittelfristig sollen nicht nur die Rückenakkus der Laubbläser geladen werden, sondern auch die Akkus der Kettensägen, Rasenmäher, Akkuschrauber und vieles mehr. Wenn alle Akkus schnell und gleichzeitig geladen werden sollen, wird auch der ein oder andere Bauhof-Stromanschluss zu klein sein.
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Moment! Wer sagt eigentlich, dass alle Akkus sofort schnell geladen werden müssen? Bis zum nächsten Einsatz der Geräte dauert es über Nacht in der Regel weit mehr als 10 Stunden. Also können die Akkus auch automatisch nacheinander schnell oder gleichzeitig langsam geladen werden. Die zweite Option verlängert dazu noch das Leben der teuren Energiespeicher.
Die Hersteller werden sich mehr und mehr mit dem Lademanagement auseinandersetzen müssen. Es ist halt etwas anderes, wenn man den Rasenmäher-Akku und Ersatzakku für den Einsatz im heimischen Garten lädt, oder 1.000 und mehr Akkus in einem Bauhof. Auch steigt mit jedem Akku die Wahrscheinlichkeit für einen Brand - aber hierfür bietet die Industrie schon Lösungen in Form von feuerfesten Schränken.
Bei E-Autos sehen wir bereits heute, dass es immer wichtiger wird, den Einsatz von Energie zu managen. Die 600 Rückenakkus aus Hamburg haben zusammen eine geschätzte Strommenge in Höhe von 900 kWh - soviel wie 15 Mittelklasse-E-Autos. Auch wenn einige die Angst schüren, dass es in Deutschland zu wenig Strom gibt, lassen Sie uns positiv bleiben! Es ist es wohl eher eine Frage, wann und wie all diese Akkus über Nacht geladen werden können und nicht ob.
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