Als wichtigen Schritt für mehr Nachhaltigkeit auf Baustellen starteten LEONHARD WEISS und die Stadtwerke Tübingen eine CO₂-reduzierte Pilotbaustelle in der Tübinger Altstadt.
Für die Weiterentwicklung und Instandhaltung städtischer und ländlicher Infrastruktur ist die Baubranche bei der Planung und Ausführung eine wichtige Instanz. Zugleich ist sie ein wesentlicher Mitverursacher von Treibhausgasen, die zur globalen Erwärmung beitragen. Diese Problematik rückt bei ausführenden Bauunternehmen wie LEONHARD WEISS sowie bei Kunden und Gesetzgebern immer stärker in den Fokus und macht ein Umdenken notwendig. Es braucht Wege und Mittel, um die Treibhausgase beim Bauen zu reduzieren.
Einen der nachweislich größten Anteile an Emissionen der Baubranche bilden diesel- bzw. mit fossilem Kraftstoff betriebene Geräte und Maschinen, die für die Projekte zum Einsatz kommen. Verschiedene Antriebsformen bestimmen den Markt. LEONHARD WEISS zeigt sich hier am Puls der Zeit und analysiert auch im Rahmen von Praxistests genau, welche Technologien wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll sind. Werden diese für gut befunden, können diese auf den Baustellen flächendeckender zum Einsatz kommen.
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Gestiegene Erwartungen erfüllen
Gerade in Ballungszentren fordern und fördern einige Bauherren inzwischen sogar Konzepte von Bauunternehmen zur nachhaltigeren Realisierung von Baustellen – und auch die Bauunternehmen selbst sehen sich hier im Rahmen ihrer unternehmerischen Verantwortung in der Pflicht. LEONHARD WEISS übernahm 2020 die Restaurierung des Stuttgarter Marktplatzes und erprobte aus eigener Initiative und Interesse an der Technologie für einen kurzen Zeitabschnitt rein elektrisch betriebene Baugeräte und -maschinen, die noch dazu lärmreduziert
arbeiten. Das Familienunternehmen ist sich sicher, dass künftig mehr Aufträge an strengere Nachhaltigkeitsvorgaben geknüpft sind und investiert auch deshalb stärker in Technologien mit alternativen Antrieben.
Die Pilotbaustelle Tübingen im Fokus
Nun gehen auch die Stadtwerke Tübingen (swt) auf einer ihrer Baustellen in der Tübinger Altstadt neue Wege. In der Metzgergasse realisieren sie gemeinsam mit LEONHARD WEISS eine klimabewusste Baustelle. Dabei wird der Einbau der Fernwärmeleitungen ab dem zweiten Bauabschnitt weitgehend emissionsarm erfolgen.
Um eine bestmögliche Emissions- und Lärmreduktion zu erreichen, kommen folgende Alternativen zum Einsatz:
- E-Radlader und E-Minibagger
- elektrische Kleingeräte wie Rüttelplatten, Stampfer und Fugenschneider
- Eine klimabewusste Stromversorgung wird durch den Einsatz von erneuerbaren Energien und einer Photovoltaikanlage auf dem Baustellencontainer gewährleistet. Die Anlage stammt aus einem gemeinsamen Entwicklungsprojekt von LEONHARD WEISS und EKU Power Drives zur emissionsfreien Stromerzeugung auf Baustellen und ist mit einem 10-kWh-Batteriespeicher ausgestattet.
- Akkubetriebene Stromversorgungen, die lokalen Lärm im Vergleich zu Dieselgeneratoren vermeiden; Geräte für eine herkömmliche 230 V AC Steckdose können zudem ohne lokal verursachtes CO₂ angetrieben werden.
- Ein klimabewusstes Betreiben der Bestandsnutzfahrzeuge wie Lkw und Pritschenwagen wird durch die Betankung mit HVO-Kraftstoff gewährleistet.
Als Dieselersatztreibstoff wird HVO aus erneuerbaren Rohstoffen wie beispielsweise gebrauchtem Speiseöl und tierischen Fetten aus Abfällen der Lebensmittelindustrie hergestellt und spart dadurch im Kraftstofflebenszyklus bis zu 90 % CO₂ ein. In Kolonnen seiner Standorte Weinstadt, Stuttgart-Möhringen und Metzingen hat LEONHARD WEISS schon erfolgreiche Langzeit-Tests mit HVO-betriebenen Lkw, Minibaggern und Diesel-Kleingeräten durchgeführt.
Ziel der Baustelle
Mit der Pilot-Baustelle in der Metzgergasse möchten die Stadtwerke Tübingen ein Zeichen setzen und das Konzept der „klimafreundlichen Baustelle“ einem Praxistest unterziehen. Ziel: Im Echtbetrieb ausprobieren, welche Möglichkeiten und eventuell auch Grenzen für klimabewussten Tiefbau bestehen – und zugleich eine unmittelbare Entlastung vor Ort in der Tübinger Altstadt für Passanten und Anlieger erreichen.
Bei einer Live-Vorführung zum Start des zweiten Bauabschnitts am 2. August zeigte LEONHARD WEISS Passanten und Interessierten erstmals die Unterschiede zwischen diesel- und elektrisch betriebenen Geräten auf. Nicht nur Emissionen wie CO₂ und Feinstaub werden reduziert – besonders die Lärmunterschiede werden hier zwischen den verschiedenen Antriebsformen deutlich.
„Wir haben mit unserem langjährigen Partner LEONHARD WEISS dieses Pilotprojekt einer klimafreundlichen Baustelle gestartet. Spannend wird am Ende sein, wie groß die Unterschiede unmittelbar auch vor Ort für die Umwelt und Menschen im Vergleich zu den anderen herkömmlichen durchgeführten Bauabschnitten in der Metzgergasse ausfallen“, betont Hanno Brühl, Prokurist und Bereichsleiter Energie & Innovation der swt.
Ein Konzept für die Zukunft?
Bei der Nutzung der genannten Geräte und HVO-betriebenen Fahrzeuge können nach Hochrechnungen von LEONHARD WEISS pro Monat bis zu sechs Tonnen CO₂ auf der Tübinger Baustelle eingespart werden. Letzten Endes müssen jedoch auch die Kosten einer Baustelle miteinbezogen werden, wenn es um klimafreundliche Baustellenkonzepte der Zukunft geht. Für die Bauabschnitte 2 bis 5 in der Metzgergasse liegen die Mehrkosten gegenüber der herkömmlichen Tiefbauweise im niedrigen fünfstelligen Bereich. Als gemeinsames Pilotprojekt teilen sich die Stadtwerke und LEONHARD WEISS die Kosten jeweils zur Hälfte. Die swt möchten mit dem Pilotversuch auch testen, ob diese Mehrkosten verhältnismäßig sind.
In Tübingen starteten die Stadtwerke gemeinsam mit LEONHARD WEISS einen Piloten, hinter dem eine klare Vision steckt – mit dem Ziel, den Klimaschutz auch innerstädtisch stärker und zugleich anwohnerfreundlich umzusetzen. „Den Grundstein dafür, die Baustelle in der Metzgergasse auf klimabewusste Art zu realisieren, legten die Aufgeschlossenheit und das rege Interesse der Stadtwerke Tübingen für dieses Thema. Tübingen ist deutschlandweit bekannt als eine sehr offene und fortschrittliche Stadt mit starkem Pioniergeist. Dies spiegelt
sich auch in der Entwicklung und im Ausbau ihrer städtischen Infrastruktur wider. Als LEONHARD WEISS freuen wir uns, die Baumaßnahme mithilfe unserer HVO-betriebenen Baumaschinen und E-Geräte realisieren zu dürfen. Mit diesem Pilotprojekt zeigen wir, dass Bauarbeiten auf klimabewusste Art erfolgen können“, betont Robert Kreß, Geschäftsführer Straßen- und Netzbau bei LEONHARD WEISS.
Tag des kommunalen Klimadialogs: 22. April 2026, 10:00 Uhr.
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