Dieser Artikel wurde in der Ausgabe November/Dezember 2025 der gedruckten Kommunalwirtschaft abgedruckt.

Rubrik Wasser / Abwasser

Neue Energiezentrale im TABAKQUARTIER

Wärme aus Abwasser für Bremen

07.11.2025 – Lesezeit ca. 4 Minuten 252

Wärme aus Abwasser für Bremen

Der Energiedienstleister swb hat heute gemeinsam mit dem Quartiersentwickler Justus Grosse Immobilienunternehmen eine neue Energiezentrale im Bremer TABAKQUARTIER in Betrieb genommen. Zentrale Komponente ist die größte Abwasser-Wärmetauscher-Anlage der Firma Huber in Deutschland. Sie sorgt für klimafreundliche Wärme und Kälte, direkt vor Ort und ohne fossile Brennstoffe. Die innovative Quartierslösung nutzt Abwasser als Energiequelle und versorgt Wohn- und Geschäftsräume effizient und nachhaltig.

Klimafreundliche Energie aus Abwasser für das Quartier

In der von swb errichteten Energiezentrale gewinnen zwei große Wärmepumpen Wärme aus Abwasser und leiten sie über ein Nahwärmenetz in die Gebäude des Quartiers. Damit werden alle neugebauten oder energetisch sanierten Gebäude effizient und nachhaltig beheizt. Im Sommer sorgt die Anlage zusätzlich für Kühlung im Bürogebäude „FORUM“, die Energie wird also doppelt genutzt: Wärme im Winter, Kälte im Sommer.

Das Abwasser gelangt über unterirdische Leitungen von der Wärmetauscher-Station auf dem hanseWasser-Pumpwerk an der Senator-Apelt-Straße zur neuen Energiezentrale. Das Projekt ist ein Gemeinschaftswerk von swb, hanseWasser und Justus Grosse und ist ein Beispiel dafür, wie Innovation und Kooperation nachhaltige Lösungen möglich machen.

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Eröffnet wurde die Energiezentrale unter anderem durch Jan Fries, Staatsrat bei der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft der Freien Hansestadt Bremen, Dr. Karsten Schneiker, Vorstandssprecher der swb AG, sowie Burkhard Bojazian, geschäftsführender Gesellschafter von Justus Grosse.

Dr. Karsten Schneiker, Vorstandssprecher der swb AG, erklärt: „Mit der Energiezentrale im TABAKQUARTIER setzen wir ein weiteres Zeichen für die Energiewende in Bremen. Die Nutzung von Abwasserwärme zeigt, wie wir vorhandene Energiequellen intelligent und nachhaltig erschließen können. Zwei große Wärmepumpen mit einer Leistung von zusammen rund 1,2 Megawatt versorgen das Quartier zuverlässig mit Wärme und Kälte – ganz ohne fossile Brennstoffe. Diese Kombination macht das Projekt zu einem Modell für die klimafreundliche Energieversorgung von Stadtquartieren. Gemeinsam mit unseren Partnern zeigen wir, dass Innovation, Klimaschutz und Versorgungssicherheit Hand in Hand gehen können.“

Jan Fries, Staatsrat bei der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft der Freien Hansestadt Bremen, kommentiert: „Das TABAKQUARTIER steht für eine neue Generation von Stadtentwicklung, die ökologische Verantwortung ernst nimmt. Die neue Energiezentrale ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie innovative Technik und nachhaltige Planung zusammenwirken können. Solche Projekte sind entscheidend, um unsere Klimaziele zu erreichen und gleichzeitig lebenswerte urbane Räume zu schaffen.“

Burkhard Bojazian, geschäftsführender Gesellschafter von Justus Grosse, ergänzt: „Für uns als Quartiersentwickler ist Nachhaltigkeit ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit. Die Energiezentrale im TABAKQUARTIER zeigt, wie durch partnerschaftliche Zusammenarbeit mit swb und hanseWasser zukunftsfähige Lösungen entstehen. Wir schaffen hier nicht nur moderne Gebäude, sondern ein Quartier, das Maßstäbe setzt – ökologisch, ökonomisch und sozial.“

Über das TABAKQUARTIER:

Mit dem TABAKQUARTIER in Bremen-Woltmershausen entwickelt Justus Grosse seit 2018 das in Innenstadt- und Wesernähe gelegene über 20 Hektar große Areal der ehemaligen Martin Brinkmann Zigarettenfabrik zu einem neuen attraktiven Ort für Arbeit, Wohnen, Freizeit und Kultur. Einst war auf dem Gelände die größte Tabak-Produktionsstätte Europas mit mehr als 6.000 Mitarbeitenden beheimatet, heute ist das TABAKQUARTIER eines der größten städtischen Entwicklungsgebiete Norddeutschlands.

Bis 2027 sollen die historischen Fabrik- und Speichergebäude umgestaltet und harmonisch durch Neubauten ergänzt werden. Lofts zum Wohnen und Arbeiten, moderne Neubauwohnungen, eine Eventlocation, diverse Gastronomie- und Sportangebote, eine Kita, ein Theater, eine Philharmonie, ein Zentrum für Kunst, ein Hotel, viele Grünflächen sowie innovative Mobilitäts- und Energieangebote sorgen dafür, dass ein lebendiges, vielfältiges und klimafreundliches Quartier entsteht. So wurde das nachhaltige Gesamtkonzept des TABAKQUARTIERS 2023 von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) mit dem DGNB-Gold-Vorzertifikat ausgezeichnet.

Viele Bereiche des Quartiers sind bereits umgesetzt, über 300 Unternehmen im Quartier ansässig und die ersten Bewohnerinnen und Bewohner eingezogen. Insgesamt investiert Justus Grosse rund 700 Millionen Euro in das TABAKQUARTIER.

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