Rubrik Wasser / Abwasser

Spatenstich für vierten Bauabschnitt der südbadischen Erfolgsgeschichte

Baustart für die Erweiterung des Teninger Wärmenetzes

02.05.2024 – Lesezeit ca. 4 Minuten 158

Das Teninger Wärmenetz wird immer größer. Am 22. April 2024 erfolgte der Spatenstich für den vierten Bauabschnitt in der südbadischen Gemeinde. Beim Baustart anwesend war auch Bürgermeister Heinz-Rudolf Hagenacker. Gebaut wird unter anderem im Bereich Albrecht-Dürer-Straße, Kandelstraße, Scharnhorststraße und Neubaugebiet Gereut – die ersten Absperrungen stehen bereits. Interessierte Haushalte können sich noch an das Wärmenetz des mehrheitlich in kommunaler Hand befindlichen Betreibers, der Nahwärmeversorgung Teningen GmbH, anschließen lassen. Künftig soll das Wärmenetz noch klimafreundlicher werden als bislang.

„Mit der einzigen kommunalen Nahwärmegesellschaft in der Region sind wir Pioniere bei der Energiewende. Damit haben wir 2014 einen großen Weitblick gezeigt.“, sagt Bürgermeister Hagenacker. „Der Ausbau des Netzes zeigt: die Nahwärme Teningen ist eine Erfolgsgeschichte. Wir können den Bürgerinnen und Bürgern den klimafreundlichsten Energiemix anbieten, der derzeit verfügbar ist. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.“

Hagenacker bedankte sich bei allen Beteiligten für das mutige Vorantreiben der Wärmewende vor Ort und warb dafür, dass sich weitere Haushalte an das klimafreundliche Wärmenetz anschließen lassen. Angesichts der strengeren Anforderungen beim Heizungstausch seit Jahresbeginn und der schwankenden Preise für fossile Energien sei dafür jetzt ein richtiger Zeitpunkt, so Hagenacker weiter.

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Anschluss im Internet beantragen, Fragen telefonisch klären

Interessierte können online unter www.nahwaerme-teningen.de/registrieren einen Anschluss beantragen. In einer Telefon-Sprechstunde dienstags von 10 bis 12 Uhr und mittwochs von 16 bis 18 Uhr steht ein Expertenteam der Nahwärmeversorgung Teningen unter 07641 / 9659541 für Fragen zur Verfügung. Schnell Entschlossene profitieren bis Ende April von Sonderkonditionen beim Grund- und Leistungspreis.

Die Nahwärmeversorgung Teningen hatte am 26. Februar die Finanzierung des vierten Bauabschnittes abgeschlossen und die Bauleistungen vergeben. Mit dem Spatenstich starteten nun die Bauarbeiten. Bis Ende des Jahres sollen rund 100 weitere Haushalte an das Wärmenetz angeschlossen werden. Insgesamt werden dann 350 Haushalte im Ort das Wärmenetz nutzen. Eine zusätzliche Erweiterung des Wärmenetzes ist ebenfalls angedacht.

Über drei Kilometer neue Wärmenetzleitungen und ein Pelletkessel

In einem ersten Schritt wird das Wärmenetz im Quartier Oberdorf erweitert. Auch die Anbindung des Neubaugebiets Gereut ist nun fest eingeplant. Insgesamt soll das Wärmenetz um rund 3,4 Trassenkilometer wachsen. Demnächst wird am Schwimmbadparkplatz ein neuer Pelletkessel errichtet. Der Kessel erhöht die Wärmeleistung der Erzeuger um 700 kW – und das auf klimafreundliche Weise.

Die Wärmeerzeugung basiert bisher auf einem Holzhackschnitzelkessel sowie der Nutzung von Abwärme aus einem Biogas-Blockheizkraftwerk . Drei Pufferspeicher mit insgesamt 54 Kubikmeter Fassungsvermögen speichern Wärme, bis diese von den Haushalten oder dem Freibad benötigt wird. Derzeit liegt der Anteil der erneuerbaren Energien inklusive der Abwärme im Wärmenetz bereits bei 84 Prozent. Im Landesdurchschnitt ist der Anteil mit 16 Prozent fünfmal geringer.

In einem zweiten Schritt wird von 2025 bis 2027 ein Transformationsplan zur weiteren Dekarbonisierung des Wärmenetzes umgesetzt. „Für die Zukunft werden unterschiedliche zusätzliche Erzeugeroptionen geprüft. Vorstellbar wäre ein Ausbau der Abwärmenutzung, eine Grundwasserwärmepumpe oder eine Solarthermieanlage um klimaneutral Wärme zu erzeugen“, sagt Daniel Krauß, Betriebsleiter bei der Nahwärmeversorgung Teningen.

Südbadische Erfolgsgeschichte

Das Wärmenetz in Teningen ist eine südbadische Erfolgsgeschichte: Die Nahwärmeversorgung Teningen wurde Anfang 2014 mit dem Ziel einer kostengünstigen und umweltfreundlichen Wärmeversorgung gegründet. Der erste Abschnitt wurde 2015 im Quartier Oberdorf errichtet. 2018 erfolgte dort der zweite Bauabschnitt. 2019 kam ein zweites Wärmenetz im Ortsteil Heimbach hinzu, ab 2020 der dritte Bauabschnitt im Oberdorf. 2022 und 2023 wurde ein drittes Wärmenetz im Ortsteil Köndringen gebaut.

Der Wärmepreis der Nahwärme in Teningen ist im Vollkostenvergleich konkurrenzfähig mit Wärmepumpen und Pelletkesseln. Dass das Wärmenetz wirtschaftliche Wärmepreise bietet, hat sich bereits in der Vergangenheit gezeigt. Ein Grund: Die Gemeinde Teningen hält 75,1 Prozent der Anteile an der Nahwärmeversorgung Teningen, den Rest eine regionale Beteiligungsgesellschaft. „Die Gemeinde Teningen als Hauptgesellschafterin der NWT garantiert die Versorgungssicherheit und faire Preise. Als kommunale Gesellschaft ist uns eine bezahlbare ökologische Energieversorgung für unsere Bürgerinnen und Bürger wichtiger als Gewinnmaximierung.“ betonte Bürgermeister Hagenacker. Daher war es der Gemeinde wichtig, selbst den Betrieb zu übernehmen.

Für die Nutzer positiv ist auch: Sie müssen sich nicht um Wartung und Reparatur kümmern; auch das Auffüllen eines Öltanks ist nicht mehr nötig. Hinzu kommt die Sicherheit, dass künftige Preissteigerungen die Nutzerinnen und Nutzer viel geringer treffen werden, da der zentrale Einkauf die Brennstoffkosten verringert und der CO₂-Anteil kontinuierlich sinkt. Auch die gut 12.000 Menschen zählende Kommune profitiert von dem Netz. Teningen erhöht die Versorgungssicherheit im Ort und hält mit der Nutzung von heimischem Holz die Wertschöpfung in der Region.


Über die Nahwärmeversorgung Teningen

Die Nahwärmeversorgung Teningen GmbH ist ein kommunales Unternehmen, das Wärmenetze in Teningen-Oberdorf, Heimbach und Köndringen betreibt. Die Gemeinde Teningen hält 75,1 % der Anteile. 24, 9 % der Anteile hält die endura Beteiligungsgesellschaft mbH aus Freiburg.

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