Rubrik Bau(en) & Städtegestaltung

Braunschweig zeigt Chancen für den Städtebau

18.10.2024 – Lesezeit ca. 3 Minuten 81

Braunschweig zeigt Chancen für den Städtebau

Braunschweig Stadtkarte Städtebau

Aufgegebene Industrie- und Gewerbeflächen, überdimensionierte Verkehrsräume, untergenutzte Stadträume: Auch wenn sie rar gesät sind, so gibt es sie doch, innerstädtische Potentialflächen, die die Chance bieten, stadtplanerisch noch einmal ein Stück weit „neu anzufangen“, dabei die heutigen Standards an Klimaschutz, Ökologie, Mobilität zu beachten und gleichzeitig die knappen Flächenressourcen im Blick zu haben. In Braunschweig sind eine Reihe von Projekten in Vorbereitung, die die heutigen Ansprüche an solche städtebaulich verdichteten und funktional durchmischten Quartiere aufgreifen und harmonisch an die gewachsene Stadt anbinden.

Die Stadt Braunschweig präsentiert diese Projekte auf der diesjährigen Expo Real. Dazu gehören das Bahnhofsquartier als neuer Brückenkopf mit Wohnen und Gewerbe zwischen City und Hauptbahnhof; die benachbarte Bahnstadt, ein 300 Hektar großes Potentialgebiet ehemaliger Bahnflächen; die Holwedestraße, ein ehemaliger Krankenhauskomplex in bester Oker- und damit Wohnlage; oder der Co-Living Campus, ein städtebauliches Experimentierfeld auf Flächen der Technischen Universität Braunschweig und der Stadt.

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Ein großes klassisches Baugebiet entsteht im Stadtteil Rautheim („Möncheberg“); eine Kombination von Wohnen und Gewerbe im Baugebiet Wenden-West. Planerisch weit fortgeschritten sind die Projekte Bahnhofsquartier und Holwedestraße, bei beiden Projekten werden siegreiche Entwürfe eines vorangegangenen Wettbewerbsverfahrens fortgeführt.

Im der Innenstadt zugewandten Bahnhofsquartier, direkt am Hauptbahnhof als zentraler Mobilitätsknoten gelegen, sollen auf rund 18 Hektar Fläche etwa 155.000 qm Bruttogeschossfläche entstehen, ein Großteil für Wohnen und Gewerbe. Als Quartier für alle bietet es damit vielen Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen nicht nur einen Ort zum Arbeiten, sondern auch ein Zuhause in lebendiger Nachbarschaft mit kulturellen und sozialen Einrichtungen.

Das Bebauungsplanverfahren, das das Planungsrecht für alle diese Veränderungen schafft, soll Anfang 2026 abgeschlossen sein, so dass im Anschluss erste Tiefbaumaßnahmen starten können. Mit einer Zertifizierung für Nachhaltiges Bauen soll das Bahnhofsquartier Vorbild sein für die weiteren Teilbereiche der Bahnstadt.

Auf dem bisherigen Klinikareal Holwedestraße soll ein neues Quartier mit etwa 300 Wohneinheiten in zentraler Lage am Rande der Innenstadt entstehen, nachdem das Städtische Klinikum mit den bisher dort befindlichen Einrichtungen 2024 in eine moderne Zentralklinik im Süden der Stadt umgezogen ist. Am Standort Holwedestraße wird dann ein städtebaulich und architektonisch anspruchsvolles, nachhaltiges Wohngebiet mit verschiedenen Wohnformen, gemeinschaftlichen und kleingewerblichen Einrichtungen sowie einer großzügigen Grünachse entlang der Oker entstehen. Es ist beabsichtigt die einzelnen Bauabschnitte über Konzeptvergaben umzusetzen.

Der bundesweit ausgeschriebene städtebaulichfreiraumplanerische Wettbewerb "Nachnutzung Klinikum Holwedestraße" hat bereits stattgefunden, um eine hochwertige Nachnutzung und architektonische Qualität zu sichern. Zielsetzung des Wettbewerbsverfahrens war es unter andrem, die denkmalgeschützten Gebäude angemessen in eine städtebauliche Planung zu integrieren. Der Siegerentwurf wird die Grundlage für den weiteren Planungsprozess sein.

„Mehr Wohnungen, ein zeitgemäßer Nutzungsmix, klimagerechtes Bauen, zukunftsweisende Mobilität, kompaktes Weiterbauen der gewachsenen Stadt, weniger Flächenverbrauch an den Stadträndern – das sind die vielen Ansprüche, die an Stadtentwicklung heute gestellt werden – ich freue mich, dass wir diese Zielsetzungen mit unseren Braunschweiger Projekten auf der EXPO Real zeigen können“, so Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum.

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