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Rubrik Müll / Entsorgung / Recycling

Abfallrahmenrichtlinie im Check

Turbo für die kommunale Kompostierung von Bioabfällen

10.10.2024 – Lesezeit ca. 3 Minuten 57

Turbo für die kommunale Kompostierung von Bioabfällen

Die Abfallrahmenrichtlinie der EU sieht seit Ende 2023 vor, dass Kommunen Bioabfälle getrennt sammeln und behandeln. Gemeinden müssen sich daher mit den verschiedenen Kompostierungssystemen auseinandersetzen, um die anfallende Organik effizient zu behandeln. Eine bewährte, ökologisch und wirtschaftlich effiziente Möglichkeit zur Produktion von hochwertigem Qualitätskompost ist der Einsatz von speziellen semipermeablen Membranen – eine moderne Technologie zur betrieblichen Einhausung von Kompostierungsanlagen.

Einer der Marktführer auf diesem Gebiet ist die GORE® Cover Systemtechnologie von W.L. GORE & Associates. Sie gilt EU-weit als "Beste Verfügbare Technik" (englisch: BAT) im Bereich der biologischen Abfallentsorgung. Ulf Harig, Produktexperte Solid Waste Treatment bei W.L. Gore & Associates, ist Experte für die Behandlung von organischen Abfällen in Bezug auf den globalen Bedarf und hohe Kompostqualitäten. Im Interview spricht er über die Chancen und Herausforderungen der Kommunen angesichts der neuen Verordnung.

  1. Was macht die industrielle Kompostierung von Bioabfällen so relevant?
    Die getrennte Erfassung und Verwertung von Bioabfällen ist ein wichtiger Bestandteil der Kreislaufwirtschaft. Wer Bioabfälle so recycelt, gewinnt hochwertigen Kompost zur Bodenverbesserung. Dieser nachhaltige Prozess schont endliche Ressourcen und unterstützt den Humusaufbau im Boden. Gezielte Humuswirtschaft bindet CO₂ im Boden und sichert damit langfristig die Bodenfruchtbarkeit – eine Grundlage für den künftigen Anbau von Nahrungs- und Futtermitteln sowie für Energiepflanzen. Ausgereifter Kompost kann zudem als Dünger eingesetzt werden und so den Einsatz chemischer Düngemittel überflüssig machen.

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  2. Wie weit sind die Kommunen mit der Umsetzung der Abfallrichtlinie?
    Studien belegen, dass die Umsetzung der Richtlinie auf kommunaler Ebene noch hinter den Zielen der EU liegt. Das bedeutet: Die hohen Potentiale für eine effektiven Kreislaufwirtschaft und mehr Klimaschutz durch eine bessere Verwertung der Bioabfälle, bleiben derzeit, trotz vielversprechender technischer Möglichkeiten, noch ungenutzt.
  3. Wo sehen Sie die größte Herausforderung in der Umsetzung?
    Gute Technologien zur Kompostierung sind verfügbar. Die Betreiber kennen die Investitionskosten und wissen, wie die Anlagen betrieben werden müssen. GORE® Cover ist bei Installation und im Betrieb hierbei sehr günstig. So weit, so gut. Was es braucht, sind klare behördliche Einstufungen der verfügbaren Technologien und schnelle Genehmigungsverfahren zur Erhöhung der notwendigen Behandlungskapazitäten. Was wir aber nicht unterschätzen dürfen: Alle Haushalte müssen sich beteiligen, was bedeutet, dass wir eine sehr starke Kommunikation brauchen. Wir sollten uns überlegen, wie wir die Haushalte motivieren können, ihren Abfall zu trennen. Und zwar richtig zu trennen. Denn wenn die organischen Abfälle Fremdstoffe enthalten, können sie nicht als hochwertiger Kompost genutzt werden. Auch muss der Kreislauf geschlossen werden – es bringt wenig, wenn der entstandene Kompost nicht wiederverwendet wird. Deshalb müssen wir auch die Landwirte aktiv involvieren, damit diese Kompost für ihre Bewirtschaftung einsetzen.

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