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17.02.2026 – Lesezeit ca. 7 Minuten 2
Marktanalyse des Praxisforums Geothermie Bayern für die Heizperiode 2025/26: Geothermie-Nutzung hält die Preise im Vergleich zum Vorjahr fast konstant
Der Winter 2026 ist streng wie lange nicht. Die frostigen Temperaturen treiben die Heizkosten der Haushalte in die Höhe. Viele Verbraucher leiden deshalb doppelt unter den allgemeinen Preissteigerungen auf dem deutschen Energiemarkt. Aber es gibt eine positive Ausnahme: Für Fernwärme aus Tiefengeothermie sind die Preise im Vergleich zum Vorjahr fast konstant geblieben. Das zeigt die neue Marktanalyse des Praxisforums Geothermie Bayern für die aktuelle Heizperiode.
18 Wärmenetze in Bayern werden aktuell mit der Energie aus einer Tiefengeothermie-Anlage versorgt. Der Anteil der Erdwärme ist von Netz zu Netz zwar unterschiedlich. Aber es gibt eine große Gemeinsamkeit: Überall dort, wo Wärme aus Tiefengeothermie verfügbar ist, profitieren die Menschen von stabilen Heizkosten. Nach einem kräftigen Rückgang im Vorjahr um durchschnittlich 3,4 Prozent kommen nun auch für die Heizperiode 2025/26 erfreuliche Zahlen.
So gibt es in der Beispielrechnung für ein Einfamilienhaus mit 27.000 kWh Jahresverbrauch nur einen minimalen Preisanstieg um durchschnittlich 0,08 Prozent – das ist die günstigste Preisentwicklung für Verbraucher über alle Heizungsarten hinweg. In der zweiten Beispielrechnung für eine Wohnung im Zehn-Parteien-Haus mit 16.000 kWh Jahresverbrauch beträgt der Anstieg ebenfalls noch moderate 0,54 Prozent. „Diese Zahlen zeigen klar: Die Wärme aus Tiefengeothermie ist die beste Option, um sich langfristig vor stetig steigenden Preisen zu schützen“, sagt der Veranstalter des Praxisforums Geothermie Bayern, Dr. Jochen Schneider.
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Vor allem mit einer Gasheizung – das betrifft in Deutschland fast die Hälfte aller Haushalte – wird das Heizen in diesem Jahr besonders teuer. Einen Preissprung von 15 Prozent hat hier die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online in der jüngsten Ausgabe ihres „Heizspiegels“ errechnet. Allein der Anstieg der gesetzlich festgelegten CO₂-Preise, die alle bezahlen müssen, die noch mit fossilen Brennstoffen wie Öl oder Erdgas heizen, hat Mehrkosten pro Haushalt von einigen hundert Euro zur Folge, wie Berechnungen zeigen. Beim Einsatz einer Wärmepumpe wurde ein Anstieg der Heizkosten um 5 Prozent ermittelt. Mit einer Ölheizung steigen die Kosten um 3 Prozent und mit der allgemeinen Fernwärme, die in Deutschland zum Großteil noch aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe stammt, um 2 Prozent.
Die Preise um 5,8 Prozent gesenkt hat hingegen die AFK-Geothermie, die über 1.700 Haushalte und Gewerbebetriebe in den drei Gemeinden Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim (Landkreis München) versorgt. Auf dem zweiten und dritten Platz bei der diesjährigen Preisentwicklung für Wärme aus Tiefengeothermie folgen Taufkirchen (ebenfalls Landkreis München, minus 2,9 Prozent) und das Nachbarprojekt der AFK-Geothermie in Ismaning (minus 1,8 Prozent). Die Einsparungen in der Beispielrechnung für ein Einfamilienhaus mit 27.000 Kilowattstunden (kWh) Jahresverbrauch liegen bei den drei diesjährigen Spitzenreitern der Marktanalyse zwischen 70 und 270 Euro im Jahr.
Den mit Abstand größten Preisanstieg im Vergleich zum Vorjahr vermeldeten die Stadtwerke Waldkraiburg (plus 8,0 Prozent). Allerdings hat dieser sprunghafte Anstieg einen zukunftsgerichteten Hintergrund: So läuft in Waldkraiburg ein umfangreicher Ausbau der Wärmeversorgung aus Geothermie. Die Errichtung einer neue Heizzentrale – die Grundlage für die geplante zweite Geothermie-Anlage – wirke sich hier ebenso auf den Wärmepreis aus wie der fortlaufende Ausbau des Fernwärmenetzes und die gestiegenen Finanzierungskosten, teilen die Stadtwerke Waldkraiburg mit.
Trotzdem gehört Waldkraiburg noch immer zu den günstigsten Anbietern für Fernwärme aus Tiefengeothermie. Mit einem Wärmepreis gemäß der Einfamilienhaus-Beispielrechnung von 12,60 Cent pro Kilowattstunde rangiert der Vorjahres-Spitzenreiter Waldkraiburg nun auf dem sechsten Rang hinter Garching bei München (12,51), Pullach (12,03), Unterföhring (11,86 Cent), Grünwald (11,57 Cent) und Kirchweidach (11,25 Cent).
Eine zweite Beispielrechnung betrachtet die Wärmepreise für eine Wohnung in einem Zehn-Parteien-Haus mit 16.000 kWh Jahresverbrauch. Hier bietet die Energie-Wende-Garching mit 9,26 Cent pro Kilowattstunde wie schon im Vorjahr den mit Abstand günstigsten Preis. Auf den weiteren Plätzen folgen Kirchweidach (11,30 Cent pro Kilowattstunde), Unterföhring (11,89 Cent) und Grünwald (11,98 Cent).
Weiterhin auffallend sind in der Marktanalyse für Wärme aus Tiefengeothermie die großen Unterschiede bei den jährlichen Heizkosten. Im Vergleich zwischen den niedrigsten und den höchsten Preisen liegen in der Beispielrechnung für ein Einfamilienhaus mit 27.000 kWh Jahresverbrauch mehr als 1.700 Euro. Dies erklärt Dr. Jochen Schneider vom Praxisforum Geothermie Bayern mit den teils sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen für die einzelnen Betreiber.
„Wo auf ein bestehendes Fernwärmenetz aufgebaut werden konnte, sind deutlich günstigere Preise möglich als dort, wo der kostenintensive Ausbau eines Fernwärmenetzes von Grund auf nötig ist.“ Ebenfalls stark unterschiedlich ist der Anteil der geothermischen Leistung im jeweiligen Wärmenetz. „Je mehr Wärmeleistung aus der Geothermie eingespeist werden kann und je weniger mit fossilen Brennstoffen zugeheizt werden muss, desto höher ist am Ende die Wirtschaftlichkeit.“ So wird die umweltfreundliche Wärmeversorgung aus Tiefengeothermie immer wichtiger, um die Heizkosten für die Verbraucher langfristig bezahlbar zu halten. Ein weiterer wichtiger Aspekt: Auch im Vollkostenvergleich nach VDI 2067 ist die Wärme aus Tiefengeothermie die beste Wahl und schneidet auch wesentlich günstiger ab als eine Wärmepumpe.
Besonders in Bayern, aber auch in vielen weiteren Teilen Deutschlands sind die Bedingungen für eine erfolgreiche Wärmewende sehr gut, erklärt Dr. Jochen Schneider. Bis zu 25 Prozent des gesamten Wärmebedarfs können laut der „Roadmap Tiefe Geothermie für Deutschland“ aus der Tiefe unseres Bodens gewonnen werden. Passend dazu verbesserten sich die gesetzlichen und fördertechnischen Rahmenbedingungen in den vergangenen Jahren deutlich. So soll das große Potenzial der Tiefengeothermie in Deutschland in den kommenden Jahren wesentlich besser ausgeschöpft werden. Das Geothermie-Beschleunigungsgesetz, das neue Förderprogramm Geothermie, mit dem Geothermie-Betreiber über ein KfW-Finanzierungsinstrument mit integrierter Fündigkeitsversicherung die Risiken bei Bohrungen umfassender absichern können, und dazu die Explorationsinitiative Geothermie dürften vielen neuen Projekten den Weg ebnen.
Wie sehr sich der Umstieg auf Fernwärme aus Tiefengeothermie lohnt, zeigt auch die jüngste Untersuchung des Verbraucherzentrale Bundesverbands. Demnach lag der deutschlandweite Medianpreis für Fernwärme im April 2025 bei 17 Cent pro Kilowattstunde (kWh) lag. Der Medianpreis für Fernwärme aus Tiefengeothermie beträgt den aktuellen Zahlen des Praxisforums Geothermie Bayern zufolge nur 13,4 Cent und liegt damit mehr als 20 Prozent unter der vor allem mit fossilen Brennstoffen erzeugten Fernwärme.
Über die Geothermie in Deutschland:
In ganz Deutschland nutzen derzeit rund 40 Tiefengeothermie-Anlagen die Energie aus dem Inneren der Erde. Heißes Wasser aus mehreren Kilometern Tiefe wird dabei zur klimafreundlichen Erzeugung von Wärme und Strom genutzt. Die besten Bedingungen für diese umweltschonende Technologie bieten sich hierzulande im Norddeutschen Becken, im Oberrheingraben und in Südbayern.
Die Standorte der bayerischen Anlagen, die Wärme aus Tiefengeothermie liefern:
IMP InterMediaPro e.K.
Starenstraße 94
42389 Wuppertal
Germany
Phone +49 202 373294 0
Fax +49 202 373294 20
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