Rubrik Energie & Netze

Ein bedeutender Meilenstein für die zukunftsweisende Wärmeversorgung von Trostberg und der Region

26.01.2026 – Lesezeit ca. 4 Minuten 178

Ein bedeutender Meilenstein für die zukunftsweisende Wärmeversorgung von Trostberg und der Region

Gemeinsam stolz auf die Geothermie Trostberg: Michael Braun, Leiter Geschäftsentwicklung des Projektentwicklers geoprime GmbH, und Karl Schneid, Erster Bürgermeister der Stadt Trostberg.

Eine verlässliche, preisstabile und klimafreundliche Wärmeversorgung ist ein wichtiger Faktor für das Wohlergehen unserer Gesellschaft und unserer Region. Gerade in Zeiten steigender Energiekosten und weltweiter Krisen wird es immer deutlicher, wie wichtig eine regionale, unabhängige und langfristig konstante Energie-Infrastruktur ist.
Das geplante Geothermie-Heizwerk der Erdwärme Alz GmbH ist deshalb ein bedeutender Meilenstein für die zukunftsweisende Wärmeversorgung in und um Trostberg. Bei einer mehrstündigen und sehr gut besuchten Informationsveranstaltung haben viele erfahrene Fachleute das Projekt vorgestellt und die Fragen der vielen interessierten Bürgerinnen und Bürger beantwortet.

Keine andere Art der Energieerzeugung vereint so viele Vorteile in sich wie die Tiefengeothermie, also die Nutzung der Erdwärme. Denn die Energie aus der Tiefe unserer Erde steht unabhängig von Wetter, Tageszeit oder Jahreszeit konstant und zuverlässig zur Verfügung. Außerdem sind der Flächenverbrauch und die Eingriffe in die Landschaft bei der Tiefengeothermie nur minimal.

Die Geothermie Trostberg will die Erdwärme mit insgesamt vier Tiefbohrungen für die Versorgung der Region nutzbar machen. Der Standort für das geplante Geothermie-Heizwerk befindet sich im Bereich des Weilers Fernhub, etwa vier Kilometer südlich der Stadt Trostberg und einen Kilometer östlich von Altenmarkt an der Alz gelegen.

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Nach den Planungen, die die Expertinnen und Experten bei der Informationsveranstaltung präsentierten, ist der Bau des Bohrplatzes ab dem vierten Quartal 2026 vorgesehen. Die Bohrarbeiten selbst sind ab der Jahresmitte 2027 geplant. Die Versorgung von Haushalten und Unternehmen mit Wärme aus Tiefengeothermie soll – sofern die Fernwärmeleitungen bis dahin gebaut sind – im Herbst 2029 beginnen. Mehr als 40.000 Tonnen an klimaschädlichem Kohlendioxid können dann pro Jahr eingespart werden.

Neben der Erdwärme Alz GmbH, die für die Projektentwicklung und die Finanzierung der gesamten Geothermie-Anlage verantwortlich ist, informierten im Trostberger Postsaal noch zahlreiche weitere erfahrene Expertinnen und Experten über die unterschiedlichen Aufgaben rund um die Geothermie Trostberg. Diese Aufgaben reichen von der geologischen Planung und der ökologischen Baubegleitung über die Planung und Ausführung der Bohrungen bis zur späteren Verteilung der erzeugten Wärme über ein regionales Fernwärmenetz.

Zur Einreichung des sogenannten Hauptbetriebsplans, der die wesentliche Genehmigung für den Beginn der Bohrarbeiten darstellt, hat die Erdwärme Alz GmbH alle erforderlichen Gutachten beauftragt. Renommierte Fachbüros erstellten etwa Gutachten zum Umwelt- und Artenschutz, zur geologischen Machbarkeit des Projekts oder auch zum Lärmschutz während der Bohrphase. Die strengen gesetzlichen Auflagen und Vorgaben, die das zuständige Bergamt Südbayern überwacht, werden von der Erdwärme Alz GmbH allesamt erfüllt.

Die erwartete thermische Kapazität der Geothermie Trostberg reicht aus, um den Wärmebedarf der Stadt Trostberg sowie weiterer Städte und Gemeinden der Region um Trostberg zu decken. So gehört die Stadt Trostberg dem Wärmeverbund Regionalwerk Chiemgau Rupertiwinkel an, der für die Planung der Fernwärmenetze im Chiemgau und Rupertiwinkel zuständig ist und der ebenfalls bei der Informationsveranstaltung vertreten war.

Der Wärmeverbund umfasst aktuell 31 Städte und Gemeinden aus den Landkreisen Berchtesgadener Land, Traunstein, Altötting und Rosenheim. Diese haben sich mit dem Ziel zusammengeschlossen, ein überregionales Wärmenetz zu realisieren und dieses vor allem mit Wärme aus Tiefengeothermie zu betreiben, damit die Region langfristig von einer verlässlichen, preisstabilen und klimafreundlichen Wärmeversorgung profitieren kann.

Die Geothermie Trostberg wird in diesem Verbund ein starker und zuverlässiger Wärmelieferant, von dem Karl Schneid, Erster Bürgermeister der Stadt Trostberg, schon heute begeistert ist: „Ich bin fest davon überzeugt, dass uns die Tiefengeothermie eine zukunftsfähige Wärmeversorgung bringen wird. Über mehrere Jahrzehnte hinweg können wir so unseren Bürgerinnen und Bürgern eine bezahlbare Wärme anbieten, die unabhängig von den Preisschwankungen der fossilen Brennstoffe ist. Und auch über das Preisliche hinaus hat die Tiefengeothermie im Vergleich zu allen anderen Energiequellen so viele Vorteile, die wir für unsere Bevölkerung nutzen wollen.“

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