Dieser Artikel wurde in der Ausgabe der gedruckten Kommunalwirtschaft abgedruckt.

Rubrik IT / Verwaltung / Security

Ecospeed-Software im Einsatz bei der EAM EnergiewendePartner GmbH

Ein kommunaler Energieversorger unterstützt Kommunen bei der Energiewende

22.06.2023 – Lesezeit ca. 5 Minuten 385

Ein kommunaler Energieversorger unterstützt Kommunen bei der Energiewende

Die Energiewende stellt jede Kommune vor Herausforderungen. Wo sind die Potenziale, die sich bei der Reduzierung der Treibhausgasemissionen sinnvoll erschließen lassen – kurz- und langfristig? Wie packt man das an, wer unterstützt? Auf die letzte Frage haben diejenigen Kommunen in der Mitte Deutschlands, die von der EAM mit Energie versorgt werden, eine Antwort: Die neu gegründete Tochtergesellschaft EAM EnergiewendePartner GmbH berät und begleitet ihre Kunden bei der CO2-Bilanzierung und –Reduzierung umfassend und ganz praxisorientiert. Für die Bilanzierung sowie die Dokumentation und die kontinuierliche Pflege der emissionsbezogenen Daten nutzt die EAM die web-basierte Software-Plattform „Ecospeed Region“ der Ecospeed AG aus Zürich.

So unterschiedlich die Kommunen in Deutschland auch sind: Alle stehen vor der Aufgabe, eine Dekarbonisierungsstrategie zu entwickeln, schrittweise umzusetzen und die Ergebnisse laufend zu dokumentieren. Viele, gerade kleinere Kommunen sind dabei auf Unterstützung angewiesen, weil es ihnen für diese Aufgabe an Fachpersonal, Kapazitäten und Kenntnis fehlt.

Wenn der Netzbetreiber zum Energiewende-Berater wird

Deshalb hat der regionale Energieversorger EAM ein Konzept entwickelt, um Kommunen bei der Energiewende zu unterstützen. Das nötige Know-how kann die EAM zweifellos vorweisen: Als ein 100% kommunales Unternehmen versorgt sie mit ihren Beteiligungsunternehmen rund 1,5 Millionen Menschen auf einem Gebiet von ca. 11.500 km2 in weiten Teilen Hessens, Südniedersachsens, Ostwestfalens, Westthüringens sowie in Rheinland-Pfalz. Kerngeschäft der EAM ist der Betrieb des Strom- und Gasnetzes (Umsatzanteil ca. 90 %). Anteilseigner sind die Stadt Göttingen, 12 Landkreise sowie 113 Städte und Gemeinden sowie der Zweckverband EAM-Beteiligungen im Landkreis Altenkirchen.

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Die Kundenbasis ist damit vorhanden, und der Marktbedarf ebenso. Alexandra Haastert, Geschäftsführerin der neu gegründeten EAM EnergiewendePartner GmbH: „„Die Energiewende stellt uns und unsere Anteilseigner vor zahlreiche Herausforderungen. Unser Ziel ist es, für unsere Kommunen als Partner, Fachexperte, Steuerer und Umsetzer die Erreichung der Klimaschutzziele voranzutreiben. Die Zusammenarbeit ist dabei nicht als Sprint, sondern als Marathon zu sehen.“

Potenziale erkennen und umsetzen

Ziel der Energiewendekooperation ist es, die individuellen Potenziale zur Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen in der Kommune zu erkennen und zu erschließen. Alexandra Haastert: „Zu den Maßnahmen kann zum Beispiel ein Wärmeverbund gehören, eine kleine Photovoltaik-Freifläche zur Versorgung einer Kläranlage, ein Ausbau der Ladeinfrastruktur oder auch eine Informationsveranstaltung für die Bürgerinnen und Bürger. Das Spektrum ist extrem breit, und wir als EAM-Gruppe haben in all diesen Bereichen Praxiserfahrung.“

Grundlage für die Bilanzierung: Ecospeed Region

Für jede Kommune ist es wichtig, ihren Startpunkt zu kennen. Daher ist die Beantwortung einer Frage immer die Ausgangsbasis der Kooperation: „Wo steht die Kommune mit ihrem CO2-Fußabdruck?“ Um dies ermitteln zu können, haben die Verantwortlichen eine geeignete Software für die CO 2-Bilanzierung der Kommunen gesucht und sind dabei sehr systematisch vorgegangen. Matthias Blatt, zuständiger Mitarbeiter für die Erstellung der Bilanzdaten: „Wir haben uns verschiedene Software-Anbieter angeschaut und deren Lösung umfassend erprobt.“ Dabei sprachen zwei Gründe für „Ecospeed Region“: „Die Software ist wirklich einfach zu bedienen. Und weil das Land Hessen, in dem wir stark vertreten sind, für die Kommunen eine kostenlose Nutzungsmöglichkeit von Ecospeed bietet, nutzen viele Kunden diese Lösung bereits.“

Einfacher Start mit der Treibhausgas-Bilanzierung

In der Tat ist der Start in die CO2-Bilanzierung mit Ecospeed ganz einfach. Matthias Blatt: „Mit der Angabe von wenigen Kenndaten erhält man recht schnell ein Ergebnis.“ Auf statistischer Basis berechnet Ecospeed daraus die Verbräuche und die spezifischen Treibhausgasemissionen aller Energieträger bezogen auf die Hauptsektoren Privathaushalte, Industrie, Gewerbe, Handel, Dienstleistung, Verkehr und Landwirtschaft. Auch die Treibhausgasemissionen einzelner Verbraucher wie z.B. der Straßenbeleuchtung und des kommunalen Fahrzeugparks werden angegeben.

Diese Werte sind schon relativ „scharf“, die Abweichung zu den realen Emissionen der Kommunen liegt erfahrungsgemäß bei unter 5%. Aber EAM ist in der komfortablen Position, noch genauere Werte zu liefern. Matthias Blatt: „Als Netzbetreiber ermitteln wir ja in vielen Bereichen selbst die Verbräuche und können die Realwerte ergänzen. Die entsprechenden Daten gehen bis auf das Jahr 2010 zurück. Seit Oktober 2022 nutzen wir dafür die Ecospeed-Plattform.“

Plattformlösung für die klimarelevanten Daten

Da es sich bei Ecospeed Region um eine web-basierte Plattformlösung handelt, sendet EAM die Daten an Ecospeed. Dort werden sie gesammelt und in einem nach EAM-Vorgaben gestalteten Template aufbereitet. Die Kommunen haben über ein Daten-Abo jederzeit Zugriff auf ihre Daten und ihre aktuelle CO2-Bilanz einschließlich der Historie. Eine individuelle Abfrage der leitungsgebundenen Verbräuche beim Energieversorger, respektive dem Netzbetreiber, und die manuelle Übertragung in die Bilanz entfällt damit für alle EAM-Kunden, die mit Ecospeed Region ihre Treibhausgasbilanz erstellen. Und mit der Ecospeed AG setzt die EAM auf einen verlässlichen Partner, der über mehr als zwanzig Jahre Erfahrung in der Entwicklung und Bereitstellung von Software für die CO2-Bilanzierung verfügt.

Schnell gestartet und immer mehr Kommunen gewonnen

Gestartet ist das Geschäftsmodell im Jahr 2022 mit ausgewählten Pilotkommunen. Das Interesse ist groß. Alexandra Haastert, Geschäftsführerin der EAM EnergiewendePartner: „Die starke Nachfrage unserer Anteilseigner erfordert eine gute Planung mit dem rechtzeitigen Aufbau von Ressourcen. Unser Ziel ist es, in den nächsten zwölf Monaten mit bis zu dreißig weiteren Gesellschaftern der EAM EnergiewendePartner GmbH die Kooperation einzugehen.“

Und das ist erst der Anfang: Für die nächsten Jahre plant die EAM mit der dreifachen Menge an Kommunen und Projekten, die kompetente Begleitung bei der Energiewende wünschen. Nicht nur das zeigt, dass die EAM EnergiewendePartner GmbH mit dem neuen Angebot richtig liegt. Das gemeinsam mit der Beratungsgesellschaft IMP erarbeitete Modell wurde vom Magazin „Wirtschaftswoche“ im Rahmen des Wettbewerbs „Best of Consulting 2022“ ausgezeichnet.

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