Rubrik IT / Verwaltung / Security

70 Prozent der untersuchten Unternehmen und Behörden bieten noch immer das Fax als Kommunikationsweg an

Praxistest: So schnell reagieren Ämter, Krankenhäuser und Versicherer wirklich auf Fax- und E-Mailanfragen

30.10.2025 – Lesezeit ca. 3 Minuten 130

Praxistest: So schnell reagieren Ämter, Krankenhäuser und Versicherer wirklich auf Fax- und E-Mailanfragen

Bild: Istock / notwaew

Faxgeräte gelten vielen als Relikt aus vergangenen Zeiten – gerade in deutschen Amtsstuben sind sie aber noch Alltag. Doch wie schnell und zuverlässig reagieren Behörden, Krankenhäuser und Unternehmen wirklich auf Anfragen per Fax im Vergleich zu E-Mail? Der Büro- und Telefondienstleister ebuero hat hierzu eine umfassende Analyse durchgeführt und identische Anfragen sowohl per Fax als auch per E-Mail in vier Branchen verschickt, um die Antwortrate und Antwortgeschwindigkeit von deutschen Behörden und Unternehmen zu ermitteln. Die Untersuchung zeigt deutlich: Auch wenn das Faxgerät noch häufig angeboten wird, können sich Verbraucher:innen selten auf eine Antwort verlassen.

E-Mail klar im Vorteil – Fax hinkt hinterher

Trotz der angebotenen Kommunikationswege, zu denen bei 70 Prozent der untersuchten Unternehmen und Behörden auch das Fax gehört, reagierten nur 28,6 Prozent innerhalb von zwei Wochen auf ein Fax. Die späteste Antwort traf hier erst nach zwölf Tagen ein. Zum Vergleich: Auf Anfragen per E-Mail reagierten 83,3 Prozent der untersuchten Unternehmen und Behörden. Die durchschnittliche Antwortzeit betrug per E-Mail weniger als einen Tag. Beim Fax wiederum betrug die durchschnittliche Antwortzeit 2,5 Tage, mit Ausreißern, wie Potsdam (sechs Tage) und der Stadt Kiel (zwölf Tage). Auffällig ist, dass von den Unternehmen und Behörden, die per E-Mail geantwortet haben, keines länger als zwei Tage benötigte, um auf die Anfrage zu reagieren.

Advertising

Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!

Offizielle Behörden der Hauptstädte

Im Branchenvergleich zeigt sich, dass die offiziellen Webseiten der Landeshauptstädte in Bezug auf E-Mails besonders stark aufgestellt sind. Auf digitale Anfragen reagierten alle Städte mit einer Antwortrate von 100 Prozent, wobei die durchschnittliche Antwortzeit bei nur 0,81 Tagen lag. Per Fax hingegen antworteten lediglich 37,5 Prozent der Städte, im Schnitt erst nach 3,67 Tagen.

Krankenhäuser antworten besonders schnell

Ein gemischtes Bild zeigt sich bei den Krankenhäusern. Während die Antwortrate per E-Mail bei 53,9 Prozent lag, reagierten per Fax nur 30,8 Prozent der Kliniken. Auffällig ist jedoch, dass die durchschnittliche Antwortzeit in beiden Kanälen außergewöhnlich kurz ausfiel. Mit 0,29 Tagen per E-Mail und sogar nur 0,25 Tagen per Fax waren die Kliniken die schnellsten Rückmelder im gesamten Vergleich.

Auch Versicherer und Finanzbranchen setzen auf E-Mails

Finanz- und Versicherungsunternehmen setzen klar auf die digitale Kommunikation: 90 Prozent aller untersuchten Unternehmen antworteten auf die E-Mail-Anfragen, im Schnitt nach 1,44 Tagen. Die Faxkommunikation hingegen spielte kaum noch eine Rolle: Nur 20 Prozent der Unternehmen reagierten über diesen Kanal nach durchschnittlich zwei Tagen.

IT-Branche hat das Fax aufgegeben

Weniger überraschend schwach schnitten die IT- und Technologieunternehmen ab. Die Branche, die digitale Lösungen für andere bereitstellt, ließ beim Fax vollständig jede Reaktion vermissen. Immerhin zeigte sich bei den E-Mails eine Antwortrate von 60 Prozent, womit die Branche hinter den Behörden und Versicherern zurückbleibt. Gleichwohl gingen die Antworten im mitunter am schnellsten ein (noch am selben Tag).

„Nutzerzentrierte Customer Care Maßnahmen wie KI und Telefonservice schaffen die Grundlage für eine schnelle und vor allem auch konsequente Kundenbetreuung, die Unternehmen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil verschaffen kann. Wer Kanäle wie Faxnummern weiterhin nach außen kommuniziert, diese aber praktisch nicht mehr betreut, arbeitet nicht nutzerzentriert. Für Verbraucher:innen ist das irreführend. Heute stehen ausreichend digitale Lösungen zur Verfügung, die kurze Antwortzeiten und eine verlässliche Bearbeitung sicherstellen – das Fax gehört eindeutig nicht mehr dazu“, sagt Laura Keddi, VP Marketing & Customer Success bei ebuero.


Über die Untersuchung

Für die Untersuchung wurden am 27.08.2025 jeweils eine Anfrage per E-Mail und eine Anfrage per Fax an 42 Unternehmen und Behörden versendet. Innerhalb einer Frist von zwei Wochen wurden sowohl die Antwortraten als auch die Antwortzeiten dokumentiert. Untersucht wurden dabei die jeweiligen Branchenführer in den Bereichen IT und Technologie, Finanz- und Versicherungswesen, Krankenhäuser sowie die offiziellen Behörden der Landeshauptstädte.

Digitale Souveränität trotz Fachkräftemangel
Digitale Souveränität trotz Fachkräftemangel

Immer wieder legen Cyberangriffe Verwaltungen lahm. Gleichzeitig fehlen Fachkräfte, um IT-Sicherheit wirksam umzusetzen. Städte, Landkreise und Gemeinden stehen[...]

07.05.2026, Lesezeit ca. 6 Minuten

digitales
Winkhaus erweitert elektronisches Schließsystem um Möbelschlösser für Spinde und Wertfächer
Winkhaus erweitert elektronisches Schließsystem um Möbelschlösser für Spinde und Wertfächer

Mit dem BE 80 Möbelschloss ergänzt Winkhaus das Portfolio seines elektronischen Schließsystems blueEvo um eine vielseitige Lösung für Spinde und Wertfächer. Das[...]

06.05.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

digitales
Wire Bund erlangt BSI-Zulassung für VS-NfD-eingestufte Informationen

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erteilte dem Messenger Wire Bund die Zulassung für die Verarbeitung und Übertragung von Daten mit [...]

04.05.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

digitales
Innovative Redundanz: Patentiertes Messsystem von ACS setzt neue Standards bei der Pegelmessung!
Innovative Redundanz: Patentiertes Messsystem von ACS setzt neue Standards bei der Pegelmessung!

Mit seinem patentierten Pegelmesssystem hat ACS Control-System die Standards für Messsicherheit und -genauigkeit in der Wasserwirtschaft neu definiert! Das Beso[...]

22.04.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

digitales
Digitale Souveränität im Zahlungsverkehr: Hanau setzt auf Wero
Digitale Souveränität im Zahlungsverkehr: Hanau setzt auf Wero

Bürgerinnen und Bürger können kommunale Gebühren jetzt über ein europäisches Bezahlverfahren begleichen.

21.04.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

digitales
Die EUDI-Wallet ist in der Bevölkerung noch weitgehend unbekannt

Ab 2. Januar 2027 soll die EUDI-Wallet in Deutschland verfügbar sein – mehr als Hundert Unternehmen wollen zum Start Anw

14.04.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

digitales
Wie Kommunen Digitalisierung vor Ort wirksam verankern können

Ankerorte des digitalen Wandels – etwa Stadtlabore, Makerspaces oder Digitalwerkstätten – sind Schlüsselinfrastrukturen der Smart City, um Digitalisierung zu er[...]

17.03.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

digitales
Betriebliches und behördliches Mobilitätsmanagement effizient gestalten
Betriebliches und behördliches Mobilitätsmanagement effizient gestalten

Der Mobilitätskompass wird neben Baden-Württemberg noch in vier weiteren Bundesländern mit vergleichbaren Inhalten angeboten

17.03.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

digitales
HiScout und BearingPoint stärken gemeinsam die Resilienz der öffentlichen Verwaltung
HiScout und BearingPoint stärken gemeinsam die Resilienz der öffentlichen Verwaltung

HiScout, führender Anbieter integrierter GRC-Softwarelösungen, baut sein Partnernetzwerk weiter aus und arbeitet ab sofort strategisch mit der Management- und [...]

16.03.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

digitales
Open Source Wettbewerb für die öffentliche Verwaltung startet
Open Source Wettbewerb für die öffentliche Verwaltung startet

Nach einem erfolgreichen Start im vergangenen Jahr geht der bundesweite Open Source Wettbewerb 2026 in die zweite Runde. Unter dem Motto „Moderne Verwaltung. I[...]

13.03.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

digitales

Weitere Artikel in dieser Rubrik