Rubrik IT / Verwaltung / Security

Für die Berliner Gerichte: Neuer Rechenzentrumsstandort ermöglicht separaten IT-Betrieb

29.10.2025 – Lesezeit ca. 4 Minuten 88

Die Arbeit der Berliner Gerichte stellt besonders hohe Anforderungen an den Datenschutz und die IT-Sicherheit. Um diesen gerecht zu werden und um die Unabhängigkeit der Dritten Gewalt nachhaltig zu sichern, sollen die IT-Fachverfahren sowie zentrale Komponenten der IT-Infrastruktur der ordentlichen Gerichtsbarkeit (Kammergericht, Landgerichte, Amtsgerichte) zukünftig in einer eigenen IT-Umgebung betrieben werden.

Zur Erreichung dieses Ziels konnte im Rahmen eines gemeinsamen Projekts zwischen dem Kammergericht und dem ITDZ Berlin jetzt erfolgreich eine neue Rechenzentrumsfläche in Betrieb genommen werden: Am neuen Standort erfolgt der IT-Betrieb der ordentlichen Gerichtsbarkeit (ITOG) in einer eigenen, isolierten Infrastruktur. Dadurch wird gewährleistet, dass die hochsensiblen Daten (etwa Klagen, Urteile, Schriftsätze oder Gutachten) sicher in gerichtlichen und justizinternen Verwaltungsprozessen nutzbar sind, aber gleichzeitig unabhängig von anderen Daten des Landes Berlin gespeichert und verarbeitet werden.

Alle Fachverfahren und Datenbestände der Ordentlichen Gerichte werden bis 2026 sukzessive in das neue Rechenzentrum übertragen. Verfahren für die Zeiterfassung sowie für das Kassenwesen der Justizkasse wurden bereits umgezogen und laufen erfolgreich am neuen Standort. Auch alle rund 4.000 Arbeitsplätze (BerlinPC Justiz), die das ITDZ Berlin zentral für die ordentliche Gerichtsbarkeit betreibt, sollen bis Jahresende in das neue Rechenzentrum umgezogen werden. Dabei handelt es sich um einen standardisierten Arbeitsplatzrechner mit einheitlichen Serverdiensten, Software und Hardware für die ITOG. Alle Programme und Daten befinden sich in der Infrastruktur des neuen Rechenzentrums und werden hier vom ITDZ Berlin zentral und unter höchsten IT-Sicherheitsstandards verwaltet und aktuell gehalten.

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Das ITDZ Berlin nutzt das Rechenzentrum im Rahmen einer Kooperation mit dem Land Brandenburg. Dafür hat es am Berliner Standort des ZIT-BB (zentraler IT-Dienstleister für die Landesverwaltung Brandenburg) Fläche im sogenannten Housing-Prinzip gemietet: Das ITDZ Berlin verwendet hier die vorhandenen, BSI-zertifizierten Services wie Klimatisierung, Energieversorgung und den Netzanschluss, betreibt aber in eigener Verantwortung eine unabhängige Server-Infrastruktur mit Netzwerk-Technik, Firewall-Systemen und Massenspeicher sowie einer Anbindung an das Berliner Landesnetz. Dadurch sind die hohen gesetzlichen Anforderungen an IT-Sicherheit und Datenschutz und bundeseinheitlichen Justiz-Standards gewährleistet.

Die Präsidentin des Kammergerichts Dr. Andrea Diekmann: „Digitale Justiz verlangt zwingend einen verlässlichen und zukunftssicheren IT-Betrieb. Mit dem Projekt sorgt das ITDZ Berlin für eine sichere Infrastruktur für unsere Arbeitsplätze und die bereits mehr als 250.000 elektronischen Akten der ordentlichen Gerichtsbarkeit.“

Justizsenatorin Dr. Felor Badenberg: „Ich begrüße sehr, dass das neue Rechenzentrum nun in Betrieb geht. Das ist ein Schritt zu effizienteren Abläufen, erhöhter Transparenz und einer zeitgemäßen Justiz. Der sichere Umgang mit hochsensiblen Daten ist dabei zentral und unerlässlich. Robuste Sicherheitsarchitekturen, klare Zugriffs- und Protokollregelungen sowie umfassende Verschlüsselung schützen Integrität, Vertraulichkeit und Verfügbarkeit und stärken Qualität und Rechtsstaatlichkeit in Berlin.“

„Das gemeinsame Projekt ist ein großer Erfolg“, sagt Maria Borelli, Vorständin des ITDZ Berlin. „Durch die Nutzung von Fläche im Rechenzentrum des ZIT-BB können wir unsere räumlichen Rechenzentrumskapazitäten erweitern und die besonderen Anforderungen der Berliner Gerichte an eine separate Datenspeicherung und -verarbeitung erfüllen. Das ist effizient und schont personelle und finanzielle Ressourcen.“


Über das ITDZ Berlin:

Das IT-Dienstleistungszentrum Berlin (ITDZ Berlin) ist der zentrale IT-Dienstleister für die Berliner Verwaltung und unterstützt die Hauptstadt beim Einsatz der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT). Das ITDZ Berlin berät und unterstützt die Verwaltung bei IT-Projekten sowie bei der Beschaffung von IT- und Telekommunikations-Hardware und -diensten. Gemeinsam mit dem Land Berlin arbeitet das ITDZ Berlin zudem an der Umsetzung zentraler E-Government Projekte. Als einer der führenden kommunalen IT-Dienstleister in Deutschland verstehen wir uns als Initiator und Motor für eine serviceorientierte, moderne und digitale Hauptstadtverwaltung. Dabei setzt das ITDZ Berlin auf hohe Sicherheitsstandards und agiert als Schnittstelle zwischen Verwaltung Wirtschaft, Wissenschaft und anderen öffentlichen IT-Dienstleistern. Tagtäglich unterstützen wir die rund 130.000 Mitarbeitenden in den Senats- und Bezirksverwaltungen, bei der Polizei und Feuerwehr, sowie den Gerichten und vielen weiteren öffentlichen Einrichtungen bei ihrer Arbeit für die rund 3,7 Millionen Bürgerinnen und Bürger Berlins.

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