Rubrik Allgemein

NBG startet voll besetzt ins Jahr

Neue Schlagkraft für die Endlagersuche

20.01.2026 – Lesezeit ca. 4 Minuten 204

Neue Schlagkraft für die Endlagersuche

Das Nationale Begleitgremium (NBG) traf sich zur konstituierenden Sitzung in Berlin. (Bild: NBG)

Nach fast drei Jahren ausbleibender Nachbesetzung arbeitet das Nationale Begleitgremium (NBG) endlich wieder in voller Stärke an der Begleitung der Suche nach einem Endlagerstandort. In anderer Zusammensetzung und mit neuem Schwung nimmt das Gremium die angekündigten Änderungen des Standortauswahlgesetzes ins Visier mit dem Ziel, das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Endlagersuche weiter zu stärken.

Zehn neue Köpfe, zwei erfahrene Wiederbestätigte und die sechs Bürgerinnen und Bürger: Das Nationale Begleitgremium (NBG), das die Suche nach einem Standort für ein Endlager für hoch radioaktive Abfälle unabhängig und vermittelnd begleitet, ist wieder vollständig besetzt. Am 14. Januar traf sich das Gremium zur konstituierenden Sitzung in Berlin. Nach fast drei Jahren Unsicherheit über seine Zukunft herrscht nun Klarheit – und Tatendrang.

Maria-Theresia Schafmeister, NBG-Mitglied seit 2020 und Interim-Ko-Vorsitzende: „Die Unsicherheit ist endlich vorbei. Jetzt können wir wieder richtig loslegen und unserer gesetzlichen Aufgabe nachgehen: nämlich kritische Nachfragen stellen, Vertrauen stärken und transparent zwischen Politik, Fachwelt und Gesellschaft vermitteln.“

Die Aufgabenliste ist lang

Ein zentrales Projekt 2026 ist die Begleitung der geplanten Änderungen des Standortauswahlgesetzes (StandAG). Die Ideen, die das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) auf dem Forum Endlagersuche in Hannover vorgestellt hat, müssen kritisch begleitet, eingeordnet und unter Einbeziehung der Öffentlichkeit diskutiert werden.

Advertising

Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!

Marion Durst, seit Juli 2018 als Bürgervertreterin im NBG: „Die ausgeschiedenen Mitglieder haben vieles angestoßen und wichtige Weichen gestellt. Nun ist es an uns, die Arbeit weiterzuführen, die anstehende Gesetzesänderung und kommende Beteiligungsformate mitzugestalten. Jetzt heißt es: Ärmel hoch und weiter mit der Arbeit.“

Darüber hinaus stehen Gespräche mit der Entsorgungskommission (ESK) zu technischen Fragen wie der untertägigen Erkundung ohne Bergwerk auf der Agenda, ebenso wie regelmäßige Beratungen mit allen Beteiligten der Endlagersuche. Voll besetzt will das Gremium seine Rolle als unabhängiger Vermittler weiterhin konsequent ausfüllen als verbindendes Element zwischen allen Akteuren im Verfahren.

Das Jahr 2026 beginnt für das NBG also nicht nur mit neuen Gesichtern, sondern auch mit klarer Mission: die Endlagersuche transparent, dialogorientiert und verlässlich zu begleiten – in einem Verfahren, das nicht nur geologische und technische Expertise, sondern auch gesellschaftliches Vertrauen erfordert.

Über das Nationale Begleitgremium

Das Nationale Begleitgremium (NBG) ist ein unabhängiges, pluralistisch zusammengesetztes Gremium. Es wurde im Dezember 2016 ins Leben gerufen. Das NBG kann sich unabhängig mit sämtlichen Fragestellungen zum Verfahren befassen, die zuständigen Institutionen befragen und Stellungnahmen abgeben. Dies ist in § 8 Abs. 1 des Standortauswahlgesetzes (StandAG) festgeschrieben.

Zu den anerkannten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens gehören

  • Günter Baaske, Diplomlehrer für Physik und Mathematik & ehemaliger Minister der Brandenburger Landesregierung
  • Norbert Dregger, Assessor des Bergfachs
  • Dr. Dr. h.c. Markus Dröge, ehemaliger Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg – schlesische Oberlausitz, Vorstandssprecher der Stiftung Zukunft Berlin
  • Dr. Barbara Hendricks, ehemalige Bundesumweltministerin
  • Alexander König, ehemaliges Mitglied des Bayerischen Landtages
  • Prof. Dr. Johann Köppel, ehemaliger Leiter des Fachgebietes Umweltprüfung und Umweltplanung an der TU Berlin
  • Sylvia Kotting-Uhl, ehemaliges Mitglied des Deutschen Bundestages & ehemaliges Mitglied der Endlagerkommission
  • Karsten Möring, ehemaliges Mitglied des Deutschen Bundestages
  • Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hartmut Rosa, Professor für Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena & Direktor des Max-Weber-Kollegs der Universität Erfurt
  • Prof. Dr. Maria-Theresia Schafmeister, Geologin, Lehrstuhl für Angewandte Geologie/Hydrogeologie an der Universität Greifswald
  • Prof. Dr. Thorsten Stumpf, Professor für Radiochemie/Radioökologie an der TU Dresden & Direktor des Instituts für Ressourcenökologie am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf
  • Dipl.-Ing. Stefan Wenzel, ehemaliger Niedersächsischer Umweltminister, ehemaliger Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium & ehemaliges Mitglied der Endlagerkommission

Als Bürgervertreter*innen weiterhin benannt sind

  • Dipl.-Ing. Andy Barnekow, Ingenieur & Marineoffizier, Königswinter/Nordrhein-Westfalen
  • Silke Brenner, IT-Lizenzmanagerin, Kiel/ Schleswig-Holstein
  • Marion Durst, Diplompädagogin für Physik, Astronomie und Mathematik & Mediatorin, Jena/Thüringen
  • Christoph Komoß, Raumausstattermeister, Bremen
  • Jürgen Rüffer, Vermessungsingenieur, Hannover/Niedersachsen
  • Arnjo Sittig, Student der Soziologie, Chemnitz/Sachsen

Raum für neue Wege – Kirche weiterdenken
Raum für neue Wege – Kirche weiterdenken

Kelsterbach – Wie wäre es, wenn Kirchen plötzlich verschwinden? Wie stark sind die Gebäude ins Erscheinungsbild der Städte und Gemeinden integriert? Welche sozi[...]

02.07.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

allgemein
Kongress „Inklusive Areale für Spiel und Bewegung“ setzt Impulse für soziale Teilhabe und moderne Freiraumplanung
Kongress „Inklusive Areale für Spiel und Bewegung“ setzt Impulse für soziale Teilhabe und moderne Freiraumplanung

Wie können öffentliche Räume so gestaltet werden, dass sie allen Menschen gleichermaßen Bewegung, Begegnung und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen? Mit dies[...]

02.07.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

allgemein
Greenpeace-Studie: Vermögensteuer kann Kommunen beim Hitzeschutz stärken

Die aktuelle Hitzewelle unterstreicht die Folgen leerer kommunaler Kassen: Vielen Städten und Gemeinden fehlt das Geld für schattige Schulhöfe, Schwimmbäder, en[...]

29.06.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

allgemein
Vor den Sommerferien: Warum Kommunen das Schulmittagessen jetzt planen sollten
Vor den Sommerferien: Warum Kommunen das Schulmittagessen jetzt planen sollten

Mit dem neuen Schuljahr rückt der Ganztag näher an den Alltag vieler Familien. Die Initiative BioBitte zeigt, welche Fragen Kommunen vor den Sommerferien klären[...]

26.06.2026, Lesezeit ca. 5 Minuten

allgemein
Bezahlbarer Wohnraum im Fokus: NHW baut 152 neue Mietwohnungen im Fuldaer „Waidesgrund“
Bezahlbarer Wohnraum im Fokus: NHW baut 152 neue Mietwohnungen im Fuldaer „Waidesgrund“

Grundsteinlegung mit NHW-Geschäftsführer Dr. Constantin Westphal und Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld

25.06.2026, Lesezeit ca. 5 Minuten

allgemein
Schnieder: App MediSee für medizinische Notfälle verbessert Alltag auf dem Schiff enorm

Das Bundesministerium für Verkehr hat 2024 einen umfassenden Modernisierungsprozess für die Flaggenstaatverwaltung gestartet – mit dem Ziel, wieder mehr Schif[...]

24.06.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

allgemein
NRW-Kommunen schlagen Alarm – Haushaltsdefizite gefährden Handlungsfähigkeit und gesellschaftliches Zusammenleben

Die Finanzkrise der Kommunen bundesweit und insbesondere in Nordrhein-Westfalen hat eine historische und zutiefst bedrohliche Dimension erreicht. Explodierende [...]

24.06.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

allgemein
Klimaneutrale Speicherstadt drei Mal erfolgreich bei DGNB Sustainability Challenge
Klimaneutrale Speicherstadt drei Mal erfolgreich bei DGNB Sustainability Challenge

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) hat die Sieger ihrer Sustainability Challenge 2026 gekürt. Gleich drei Preise räumte die CO₂-neutrale Sp[...]

23.06.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

allgemein
Wohler fühlen und besser arbeiten – die 3/30/300-Regeln
Wohler fühlen und besser arbeiten – die 3/30/300-Regeln

Wer Arbeitswelten wirklich verbessern will, sollte nicht nur auf Energie- und Mietkosten schauen. Investitionen in Aufenthaltsqualität, Beleuchtung und Arbeitsp[...]

22.06.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

allgemein
Deutsche schätzen ihre Stadt- und Gemeindewappen
Deutsche schätzen ihre Stadt- und Gemeindewappen

Eine Online- und Telefonumfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA mit über 2.000 Befragten zeigt, dass den Deutschen ihre kommunalen Wappen wichtig sind. Al[...]

19.06.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

allgemein

Weitere Artikel in dieser Rubrik