Privatsphären-Einstellungen
Wenn Sie einwilligen, verwenden wir Dienste, die Informationen im Endgerät eines Seitenbesuchers speichern oder dort abrufen. Anschließend verarbeiten wir die Informationen intern weiter, ohne diese an Drittanbieter weiter zu geben. Das hilft uns, unsere Website optimal zu gestalten und die Besucher besser zu verstehen.Dieser Artikel wurde in der Ausgabe November / Dezember 2024 der gedruckten Kommunalwirtschaft abgedruckt.
Von Ismet Koyun, CEO und Gründer, KOBIL Gruppe – 12.11.2024 – Lesezeit ca. 8 Minuten 97
Neue Wege entstehen, indem wir sie gehen. Nach diesem Motto hat die Stadt Worms ein Leuchtturmprojekt zur Digitalisierung ihrer kommunalen Dienste ins Leben gerufen: eine City-App für digitale Bürgerservices und andere nützliche Angebote der Stadt. Bislang gibt es in deutschen Kommunen und Städten lediglich Apps für spezialisierte Services. Aber keine App für alles. Worms ändert das gerade. Ismet Koyun stellt das einzigartige Projekt vor.
Auf dem Weg zur Kommune der Zukunft
Für die Nibelungenstadt Worms steht das Thema „Zukunftsfähigkeit“ an oberster Stelle. Mit dem Projekt „Worms wird WOW“ verfolgt die Stadt einen ganzheitlichen Modernisierungsansatz. Ein Teil davon ist die City-App. Der Clou: Es ist eine City-App, die verschiedene Anwendungen auf einer einzigen mobilen Plattform integrieren wird. Dazu sollen zukünftig kommunale Services wie Bürgerdienste oder Strom- und Wasserabrechnung, öffentlicher Nahverkehr sowie Bildungs- und Kulturangebote zählen. Aber es können auch andere Services, die sich im Alltag als nützlich erweisen, in die App integriert werden: Einkaufen, Banking, Essenslieferungen und vieles mehr.
Eine App für alles: Das ist die Zukunft digitaler Kommunen und Städte in Deutschland. Ein digitales Ökosystem für Bürger, Behörden und Wirtschaft. Worms macht es vor: Die digitalen Services der Nibelungenstadt werden mit einem einfachen Klick von überall zu jeder Zeit per Smartphone nutzbar sein. Dies ist ein komplett neuer Ansatz. Herkömmliche City-Apps sind auf spezifische Anwendungen beschränkt, wie etwa Verwaltungsdienste, und werden oft zum Beispiel von den Stadtwerken bereitgestellt. Die Wormser City-App hingegen vereint mehrere Funktionen und das Angebot verschiedenster Akteure unter einem Dach: Das ist der Schlüssel zum Erfolg einer City-App. Eine App nur für Behördendienste nutzen wenige – das zeigen zahlreiche Beispiele anderer Kommunen und Städte.
Advertising
Aus einer kühnen Idee wird ein einzigartiges kommunales Projekt
„Wir wollten etwas anderes – etwas Neues. Wir wollten Worms so digitalisieren, dass jeder etwas davon hat. Und wir wollten, dass die Angebote Anklang bei allen Wormsern finden, gleichzeitig aber auch die Wirtschaft und Kultur bei deren Digitalisierungsbemühungen unterstützen. Die Idee der allumfassenden City-App war geboren. Von Anfang an war dies der Wunsch unserer Public Stakeholder in Worms, darunter Industrie- und Handelskammer, Hochschule, Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing. Damit ist das Projekt aber auch sehr herausfordernd“, hebt Heike Landwehr, Projektmanagerin Digitalisierung bei der Stadtverwaltung Worms und Projektverantwortliche für die City-App, hervor. „So etwas gab es bisher noch nicht. Wir betraten absolutes Neuland. Die erste Hürde galt es bereits direkt am Anfang zu meistern: Es mussten alle Beteiligten zusammengebracht werden: Behörden, Politik, kulturelle und Bildungsinstitutionen, Geschäfte, Restaurants und so weiter. Und es brauchte eine passende technologische Lösung.“
Im ersten Schritt wurde gemeinsam ein Anforderungsprofil erstellt. Daran arbeiteten alle beteiligten Interessensgruppen mit: die Industrie- und Handelskammer, die Hochschule, die städtische Wirtschaftsförderung, der Einzelhandel, die Gastronomie, das Stadtmarketing sowie die Stadtverwaltung. Es folgte eine öffentliche Ausschreibung. „Wir suchten einen Technologiepartner, der eine integrierte und sichere, datenschutzkonforme Plattform für die App bieten konnte, und gleichzeitig Erfahrung mit der Digitalisierung von Kommunen und Städten hat“, führt Landwehr fort. Der Technologieführer für IT-Sicherheit und den Schutz digitaler Identitäten Kobil konnte bei allen Anforderungen überzeugen und erhielt als wirtschaftlichstes Angebot den Zuschlag.
Das Go-Live der App-Version 1 steht bevor.
Praktische Vorteile für die kommunale Verwaltung
Die Stadtverwaltung geht von einer Effizienzsteigerung und Einsparpotenzialen durch den zukünftig zusätzlichen, unkomplizierten und zeitunabhängigen Zugang zu digitalen Behördengängen über die City-App aus. Die Prozesse werden durchgängig digitalisiert und es braucht weniger Papier.
„Was für uns zudem wichtig ist: ein überschaubarer technischer Aufwand“, weiß Heike Landwehr. „Hier spielt die City-App eine ihrer Hauptstärken aus. Neue Angebote und inhaltliche Anpassungen lassen sich über die Low-Code-Plattform ganz leicht aus eigener Kraft umsetzen. Das geht mit wenigen Klicks und können wir hier in der Verwaltung selbst machen.“
Was leistet die City-App für die kommunale Infrastruktur?
Die City-App schafft Synergien zwischen Stadt, Wirtschaft und Bürgern. Für Worms bedeutet das eine nachhaltige Verbesserung der gesamten kommunalen Infrastruktur. Alles, was die Bürger für einen bequemen Alltag brauchen, ist zukünftig nur einen Fingertipp entfernt. Das gilt nicht nur für Behördendienste, sodass Amtsgänge nicht mehr erforderlich werden, sondern auch für (fast) alles andere. Digitale Angebote werden als Mini-App beziehungsweise Plug-in in die Haupt-App integriert und nach Rubriken eingeordnet. Dazu zählen kommunale Dienste wie Verwaltungsservices, öffentlicher Nahverkehr oder Bildungs- und Kulturangebote, aber auch Services, die darüber hinaus den Alltag erleichtern.
Für lokale Unternehmen jeglicher Größe und Geschäftsart bietet die City-App eine zusätzliche Plattform zur Erhöhung der Sichtbarkeit und eine Möglichkeit, direkt mit den Bürgern zu interagieren. Geschäfte können ihre Angebote digital in einem Umfeld mit vielen anderen Akteuren innerhalb der Stadt präsentieren und einem breiten Publikum zugänglich machen. Die App kann so als zusätzlicher Vertriebskanal für Läden fungieren und erleichtert Bürgern den Zugang zu sämtlichen hilfreichen Dingen des Lebens: vom Babysitter über den örtlichen Buchladen bis hin zum Restaurant oder Fahrradreparaturservice ist alles vorstellbar.
Die City-App wird der digitale Schlüssel zur Stadt Worms sein. Die Services werden sich darüber nicht nur buchen, sondern auch sicher bezahlen lassen. Verträge werden direkt über die App signiert werden können und der Bürger wird über einen geschützten Chat-Kanal an Umfragen teilnehmen oder mit den Anbietern kommunizieren können. Und das alles ganz einfach mit dem Smartphone – bequem vom Sofa aus, zu jeder Tages- und Nachtzeit.
Technische Herausforderungen und Sicherheitsaspekte der City-App
Auch aus technischer Sicht ist die Einführung der City-App anspruchsvoll. Die SuperApp muss nahtlos in die bestehende Infrastruktur eingefügt werden. Gleichzeitig soll sie intuitiv zu bedienen und sicher sein. Der Schutz sensibler Informationen, Dokumente und Verträge hat höchste Priorität, einschließlich sicherer Bezahlmethoden, Kommunikation und Identitätsmanagement.
Die Technologieplattform von Kobil erfüllt diese Anforderungen vollständig. Sie ist ein hochsicheres, geschlossenes System. Die meisten Apps anderer Städte sind Open-Source-Lösungen. Diese haben den Nachteil, dass sie nicht denselben Schutz vor unbefugten Zugriffen bieten wie geschlossene Plattformen, und anfälliger für Manipulationen sind. Alle relevanten Sicherheitsfunktionen sind direkt in die SuperApp-Plattform integriert, um einen durchgängigen Schutz zu gewährleisten. Für eine sichere Datenübertragung sorgen 14 Schutzschichten; dabei sind die Daten nach AES-Standard hochverschlüsselt und liegen sicher auf geschützten Servern in Deutschland. Über die Echtzeitüberwachung werden potenzielle Bedrohungen sofort zu erkannt und gestoppt. Der Zugriff auf sensible Daten erfolgt ausschließlich von zuvor autorisierten Geräten. Mithilfe der virtuellen Smartcard-Technologie werden digitale Zertifikate sicher gespeichert, um einen hohen Schutz zu gewährleisten. Die Kommunikation erfolgt über eine eigene Chat-Technologie, die Bezahlung über ein sicheres Payment-Modul. Gesetzliche Regularien und Datenschutzbestimmungen wie die DSGVO werden vollständig eingehalten. Die City-App wird OZG- und langfristig BundID-konform sein.
„Zudem ist Transparenz sehr wichtig. Jeder Nutzer der City-App muss die Identität seines Gegenübers kennen; egal, ob er ein Produkt kauft oder verkauft, einen Vertrag schickt, chattet oder Geld transferiert. Der Zugang zur Plattform ist grundsätzlich niedrigschwellig. Sobald es aber um Anwendungen mit sensiblen Informationen geht, die eine verifizierte digitale Identität erfordern, ist der Zugang personalisiert“, betont Heike Landwehr.
Projektfinanzierung
Die Finanzierung der City-App Worms erfolgt aus öffentlichen Mitteln, ergänzt durch Investitionen von Kobil für das Pilotprojekt. Die Stadt Worms wird künftig die laufenden Betriebskosten übernehmen.
Partnerschaftlich und innovativ – der Weg zum Erfolg
Von der Idee über die Ausschreibung bis zum Go-Live der City-App dauert es etwa zwei Jahre. Die App-Entwicklung ist ein schrittweiser Prozess. Es beginnt mit der Erstellung der App. Im weiteren Projektverlauf wird die App kontinuierlich weiterentwickelt und optimiert. Und zwar so lange, bis alle Punkte aus dem Anforderungsprofil umgesetzt sind.
„Die Zusammenarbeit ist produktiv, partnerschaftlich und von großem Vertrauen geprägt“, erklärt Heike Landwehr. „Alle Beteiligten arbeiten mit enormem Ehrgeiz an diesem innovativen Projekt. Klar treten auch ab und zu Hürden zutage. Beispielsweise hatten wir anfangs eine Timeline angesetzt, die sich als viel zu ambitioniert herausgestellt hat. Aber bei Digitalisierungsprojekten ist das vollkommen normal. Erst recht bei hochinnovativen Projekten, zu denen es keinerlei Erfahrungswerte gibt, so wie es bei unserem der Fall ist. Wir sind inhaltlich und in Bezug auf den Zeitplan für die verschiedenen Versionen im permanenten Dialog. Anpassungen sind jederzeit möglich.“
In Testphasen wird fortlaufend Feedback gesammelt – zunächst von städtischen Mitarbeitenden, dann von Bürgern. „Die Rückmeldungen von Testnutzern ist ausschlaggebend für die Optimierungsschleifen. Wichtig ist, nahe an den Stakeholdern zu bleiben und Verbesserungsvorschläge aktiv umzusetzen. So wird gewährleistet, dass die City-App die Wünsche aller Beteiligten erfüllt. Das ist die Voraussetzung für eine breite Akzeptanz“, ergänzt Heike Landwehr.
Leuchtturm in Worms als Vorbild für andere Kommunen
Die digitale Transformation ist für Kommunen kein leichtes Unterfangen. Sie haben mit begrenzten finanziellen und personellen Ressourcen zu kämpfen, sie unterliegen strengen Datenschutz- und Sicherheitsvorgaben, die Prozesse sind häufig veraltet und starr und die politische Unterstützung fehlt. Worms zeigt, wie die Digitalisierung funktionieren kann. Dafür hatte die Stadt bereits gute Ausgangsvoraussetzungen: Viele Verwaltungs- und andere Angebote sind bereits digitalisiert, die Vertreter der Stadt sind rührig, ambitioniert und haben Lust auf Neues. Und die Politik auf lokaler wie auch Landesebene spielte ab dem ersten Moment tatkräftig mit. Die City-App ist ein gutes Beispiel, wie die kommunale Digitalisierung umgesetzt werden kann. Gleichzeitig kann Worms mit seinem einzigartigen Leuchtturmprojekt als Vorbild und Inspirationsquelle für andere Kommunen und Städte in Deutschland dienen.
IMP InterMediaPro e.K.
Starenstraße 94
42389 Wuppertal
Germany
Phone +49 202 373294 0
Fax +49 202 373294 20
mail@intermediapro.de