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Klimaziele 2030: Sparkassen-Finanzgruppe fordert deutlichen Investitionsschub

02.10.2024 – Lesezeit ca. 3 Minuten 131

Deutschland ist seinen Klimazielen für 2030 nähergekommen. Die Treibhausgasemissionen sind im Jahr 2023 um 10,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Allerdings ist dieser Fortschritt teuer erkauft. Zu diesem Schluss kommen die Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe in ihrem aktuellen Standpunkt zur Klimapolitik. Die gesunkenen Emissionen sind vor allem auf einen kräftigen Rückgang in der Energiewirtschaft sowie in der Industrie zurückzuführen. „Die Emissionen der Energiewirtschaft wurden ins Ausland verlagert, indem Deutschland netto Energie importiert. Mit dem Produktionsrückgang zum Beispiel in der Chemieindustrie drohen Deutschland Einbuße in einem Schlüsselbereich unserer Volkswirtschaft. Das sind keine wünschenswerten Szenarien“, sagt Dr. Reinhold Rickes, Chefvolkswirt des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV).

Die Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe betonen, dass eine langfristige und nachhaltige Emissionsreduktion nur durch erhebliche Investitionen in grüne Technologien und Infrastrukturen erreicht werden kann. So sei zum Beispiel die Elektrifizierung im Verkehrssektor zu langsam, was unter anderem auf das Preis-Leistungs-Verhältnis der Elektrofahrzeuge und die unzureichende Ladeinfrastruktur zurückzuführen sei.

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„Für die Erreichung der Klimaziele 2030 und der Klimaneutralität bis 2045 ist ein umfassender Investitionsboom erforderlich. Studien zeigen, dass die grüne Investitionsquote bis 2045 im Durchschnitt um bis zu zwei Prozentpunkte vom Bruttoinlandsprodukt gesteigert werden muss“, sagt Dr. Timo Plaga, Chefvolkswirt der Sparkasse Hannover.

Es besteht hoher Handlungsdruck, denn die verstärkten Investitionen in den Klimaschutz müssen vorwiegend in den kommenden zehn Jahren erfolgen.

Das wichtigste Instrument der europäischen Klimapolitik, die CO₂-Zertifikate, spielt eine zentrale Rolle bei der Steuerung der Emissionsreduktionen. Allerdings verschlechtern sich durch die steigenden CO₂-Preise die Wettbewerbsbedingungen der europäischen und deutschen Industrie. Die Chefvolkswirte prognostizieren einen wachstumsdämpfenden Effekt von etwa 0,2 Prozentpunkten pro Jahr in den nächsten fünf Jahren. „Um dem entgegenzuwirken, sollten Technologien, die für höhere Effizienz in Produktionsprozessen sorgen, stärker gefördert werden. Auch, wenn dazu eine Anpassung der Taxonomie nötig ist“, sagt Dr. Jürgen Michels, Chefvolkswirt und Leiter Research der BayernLB.

Zusätzlich setzen sich die Chefvolkswirte dafür ein, einkommensschwache Haushalte zu unterstützen, da sie überproportional von steigenden CO₂-Preisen betroffen sind. Zur Erreichung der Klimaziele müssten auch Technologien zur Abscheidung und Speicherung von CO₂ (CCS) und zur Nutzung von CO₂ (CCU) gefördert werden. Die Einführung einer symmetrischen CO₂-Steuer, bei der sowohl CO₂-Emissionen besteuert als auch CO₂-Absorptionen subventioniert werden, kann eine wichtige Maßnahme sein, um bei der grünen Transformation die Menschen und Unternehmen mitzunehmen und die Klimagase schneller zu vermindern. Dabei sollte ein staatlicher Zuschussdeckel eingeführt werden, um das Budget der öffentlichen Haushalte nicht zu überdehnen.

Um die notwendigen Investitionen zu finanzieren und Innovationen zu fördern, ist ein handlungsfähiger Finanzsektor unerlässlich. Der Ausbau der Finanzierung von Start-ups sowie die Verbesserung der Bedingungen für Wagniskapital spielen hierbei eine entscheidende Rolle.

Die Sparkassen-Finanzgruppe ist in einer Schlüsselrolle, um die Transformation hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft zu unterstützen. Gleichwohl muss die Politik die notwendigen Rahmenbedingungen für nachhaltiges Wirtschaftswachstum schaffen.

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