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Inklusives Training für alle leicht gemacht

Sportpark für die Gemeinschaft

01.08.2024 – Lesezeit ca. 3 Minuten 40

Sportpark für die Gemeinschaft

Arno Driemeyer, Geschäftsführer des Sport- und Turngeräteherstellers Tolymp GmbH

Outdoor-Sport gewinnt zunehmend an Bedeutung, insbesondere durch Trends wie Calisthenics oder Bodyweight-Training, die minimalistische und effektive Trainingsmethoden darstellen. Gleichzeitig bieten die Bewegungsformen neben ihren körperlichen Vorteilen auch eine große Zugänglichkeit und Anpassungsfähigkeit. Ein herausragendes Beispiel für eine inklusive Outdoor-Sportanlage stellt der kürzlich eröffnete Calisthenics-Park im Gänsebrink in Marl-Hüls dar. Als Mehrgenerationenpark bietet die Station in Marl seit Kurzem ein neues Sport-Areal, das moderne Calisthenics-Elemente mit inklusiven Bewegungs- und Mobilisationsgeräten sowie einem entsprechenden berücksichtigenden Design verbindet. So finden sich auf der 160 Quadratmeter großen, mit speziell gegossenem EPDM-Boden ausgestatteten, Fläche insgesamt zehn Sportgeräte, die Interessierte für Krafttraining, Mobilisation und Ausdauerübungen nutzen können. „Besondere Aufmerksamkeit verdient dabei der Inklusionsbarren, der unter anderem für Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer konzipiert wurde“, verdeutlicht Arno Driemeyer, Geschäftsführer des Sport- und Turngeräteherstellers Tolymp GmbH. Mit dieser Anlage möchten das Unternehmen und die Stadt Marl es auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität ermöglichen, aktiv am Training teilzunehmen und von den gesundheitlichen Vorteilen des Sports zu profitieren.

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Kommunen als Wegbereiter

Als einzigartiges Gerät erlaubt ein Inklusionsbarren Rollstuhlfahrenden, unkompliziert verschiedene Übungen zur Stärkung der Arm- und Rumpfmuskulatur durchzuführen. „Durch die angepasste Höhe und die stabile Konstruktion bringt er Sicherheit und Flexibilität bei der Ausführung von Übungen wie beispielsweise Dips“, erklärt der Experte. Diese Art der Einrichtung fördert nicht nur die körperliche Fitness, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl, da Menschen mit und ohne körperliche Einschränkung gemeinsam trainieren können. Neben dem klassischen Barren bietet sich mit einem Armfahrrad auch die Möglichkeit, die Arm- und Schultermuskulatur zu trainieren sowie die kardiovaskuläre Fitness zu verbessern, ohne dabei die Beine belasten zu müssen. Wer es etwas spaßiger möchte, kann sich auch auf einem im Boden integrierten und somit für alle – egal ob in einem Rollstuhl oder auch auf anderen Gehhilfen – leicht zugänglichen Trampolin austoben. Damit fördern Nutzende die Koordination und die eigene Kernmuskulatur, während gleichzeitig ein Gefühl der Bewegungsfreude aufkommt.

Beispiel für ganz Deutschland

Kommunen obliegt beim Bau solcher modernen Versionen des Trimm-dich-Pfades die wichtige Aufgabe, die Teilhabe aller Menschen am öffentlichen Leben und Sport zu fördern. Driemeyer hebt hervor: „Durch die Bereitstellung von verschiedenen barrierefreien und inklusiven Sportgeräten in Parks und Grünflächen in ganz Deutschland schaffen sie Räume, in denen sich alle Bürgerinnen und Bürger unabhängig von ihren körperlichen Fähigkeiten, aber auch von ihrem Alter oder Geschlecht, sportlich betätigen können.“ Im Gänsebrinkpark zeigt sich, wie eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen einer Stadtverwaltung, einem Sportverband sowie einem Outdoor-Sportgeräte-Hersteller zu einer modernen Sportstätte führen kann. Mit einem Gesamtbudget von 100.000 Euro, das durch kommunale Mittel, Landesförderung, Fördermittel und regionale Spenden finanziert wurde, konnten Stadt und Tolymp eine Anlage schaffen, die den Naherholungsort bereichern und den Gemeinschaftssinn stärken. Aber auch schon mit geringeren finanziellen Mitteln ab circa 20.000 Euro lassen sich Calisthenics-Stationen mit einem Inklusionsbarren für die lokale Bevölkerung in Parks oder Grünanlagen planen und realisieren.

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