Wenn Sie einwilligen, verwenden wir Dienste, die Informationen im Endgerät eines Seitenbesuchers speichern oder dort abrufen. Anschließend verarbeiten wir die Informationen intern weiter, ohne diese an Drittanbieter weiter zu geben. Das hilft uns, unsere Website optimal zu gestalten und die Besucher besser zu verstehen.
Dieser Artikel wurde in der Ausgabe 1 - Januar / Februar 2026 der gedruckten Kommunalwirtschaft abgedruckt.
Mit einer besonderen Filterlösung begegnet die Stadt Potsdam einer olfaktorischen Herausforderung im lokalen Abwassernetz.
Um die außergewöhnlich starke Geruchsbelastung durch einen Abwasserkanal in Griff zu bekommen, setzt die Stadt Potsdam eine individuelle Lösung vom Kommunalausrüster coalsi GmbH ein. Der speziell angepasste Straßenkanalfilter des bayrischen Herstellers schafft eine signifikante Geruchsreduktion selbst bei extrem hohen H₂S-Konzentrationen.
Aufsteigender Abwassergeruch
In zwei Kanalschächten war die Geruchsbelastung durch intensive Schwefelwasserstoffbildung (H₂S) so hoch, dass selbst die für Härtefälle entwickelten Spezialfiltermatten im Straßenkanalfilter des Herstellers die Emissionen nicht ausreichend reduzieren konnten. Die verstärkten Matten sind gezielt darauf ausgelegt, basische Gase (z. B. Ammoniak, Amine), saure Gase (z. B. Schwefelverbindungen) sowie Schwefelwasserstoff wirksam auszufiltern.
Die Stadt suchte daher (auch anderswo) nach einer Lösung, um die Belastung für Passanten und Anwohner nachhaltig zu reduzieren.
Der Hersteller entwickelte daraufhin eine modifizierte Variante seines bewährten Straßenkanalfilters: den DUO-Straßenkanalfilter. Dieser wurde so ausgelegt, dass zwei Filterkorpusse übereinander montiert werden konnten. Dadurch lassen sich bis zu drei Aktivkohlefiltermatten inklusive Siphonring einsetzen, und zwar ohne Anpassungen an der bestehenden Aufhängung. Robuste V2A-Edelstahlhaken gewährleisten dabei die sichere Aufnahme des zusätzlichen Gewichts. Mit durchschlagendem Erfolg: Diese Filterkonfiguration hat die massive Geruchsbelastung vollständig beseitigt.
Advertising
Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!
Mehrstufiges Wirkprinzip
Der Hersteller setzt bei allen Filtern seines Sortiments auf einen mehrstufigen Wirkansatz, um kritische Geruchsbildner im Rohgas zu neutralisieren. Die in ihnen eingelegten Hybridmatten bestehen aus einem Trägermaterial aus Polyurethan (PU), das mit hochaktiver Aktivkohle angereichert ist. Durch ihre einzigartige Wabenstruktur bieten die Filtermatten eine außergewöhnlich große Oberfläche, die geruchsbildende Moleküle effektiv bindet. Die eingesetzte Aktivkohle weist einen Kohlenstoffgehalt von über 90 Prozent sowie eine spezifische innere Oberfläche von rund 1.200 m² pro Gramm auf. Somit entspricht die Oberfläche von nur fünf Gramm Aktivkohle der eines Fußballfeldes. Diese enorme Fläche ermöglicht eine sehr effektive Adsorption. Die Neutralisation der Gerüche erfolgt schließlich über das Zusammenspiel der physikalischen, biologischen und chemischen Prozesse innerhalb des Filters. Das Verfahren ist umweltfreundlich und nachhaltig.
Der Erfolg in Potsdam hatte weitere Folgen: Der Hersteller hat den DUO-Straßenkanalfilter nun in sein Lieferprogramm aufgenommen, damit auch andere Kommunen davon profitieren können.
Advertising
Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!
Sie können diese Ausgabe kaufen oder ein Abonnement abschließen, um diesen Artikel hier sofort und komplett zu lesen. Mit einem Abonnement erhalten Sie zusätzlich jede gedruckte Ausgabe der Kommunalwirtschaft frei Haus.
Unser PDF Abo ist kostenlos! Abonnieren Sie dazu unseren Newsletter, in welchem ein Downloadlink zur jeweils aktuellen Ausgabe zur Verfügung gestellt wird.
Wenn Sie schon Abonnent der Kommunalwirtschaft sind, melden Sie sich an, um den Artikel zu lesen.
Kanalsanierung in Haiger
Der Sanierungsstau im deutschen Kanalnetz bleibt auch im Jahr 2025 eine bedeutende Herausforderung. Aktuelle Daten der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaf[...]
Die Emschergenossenschaft investiert erheblich in ihren Standort auf dem Gelände des Klärwerks Emscher-Mündung (KLEM) in Dinslaken. Insgesamt 150 Millionen Euro[...]
Wasser in der Landschaft halten: Verband kritisiert EEG-Novelle 2027 als Gefahr für Trockenreserven und Energiewende
Angesichts der zunehmenden Heiß- und Trockenphasen in Mitteleuropa fordert der Wasserkraftverband Mitteldeutschland den Erhalt und die energetische Nutzung best[...]
Geruchsbelästigungen aus dem Abwassernetz begegnen viele Städte und Gemeinden mit Kanalfiltern. Neben dem Schutz der Anwohner rückt dabei ein finanzieller Aspek[...]
Sonderfall Hausanschlusssanierung – Wenn Standardverfahren an ihre Grenzen stoßen
Wie lassen sich komplexe Sanierungssituationen wirtschaftlich lösen? Diese Frage gehört zu den thematischen Schwerpunkten des 24. Deutschen Schlauchlinertags am[...]
Eisenbahn-Bundesamt legt IKT als Prüfstelle für dezentrale Abwasserbehandlungsanlagen fest
Hersteller dezentraler Niederschlagswasserbehandlungsanlagen können die Reinigungsleistung ihrer Systeme jetzt auch für den Einsatz an Bahnanlagen beim IKT nachweisen lassen.
Einstieg in die Phosphorrückgewinnung 2029, vollumfänglicher Hochlauf über ein Stufenmodell bis 2039, Ablagerung von Aschen als nationale Phosphorreserve, Schaf[...]
Wupperverband passt die Wasserabgabe an die Wupper an
Das aktuelle Wasserwirtschaftsjahr 2026 ist im Wuppergebiet derzeit deutlich zu trocken. An der Referenzmessstelle Bever-Talsperre lagen sieben Monate deutlich [...]
Wie lassen sich Kanäle zugleich langfristig und wirtschaftlich instandsetzen? Der 15. Deutsche Reparaturtag am 9. September in Kassel zeigt anhand praxisnaher E[...]
Bestehende Rundschächte nachträglich mit Rückstauklappen oder Absperrschiebern auszustatten, kann aufwendige Anpassungen am Bauwerk erfordern. Auf der GaLaBau N[...]