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Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen sind Angaben der jeweiligen Hersteller und wurden redaktionell nicht verifiziert.
Dieser Artikel wurde in der Ausgabe der gedruckten Kommunalwirtschaft abgedruckt.
ICODOS, eine Ausgründung aus dem KIT, und Partner starten mit „Mannheim 001“ die erste Anlage zur klimaneutralen Produktion von E-Methanol im Klärwerk
Klimaneutralität: Schiffstreibstoff aus Abwasser
04.04.2025 – Lesezeit ca. 3 Minuten
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Rund 80 000 Klärwerke gibt es in Europa – und damit viel Potenzial für ein neuartiges, klimaneutrales Verfahren, um die Allzweckchemikalie Methanol zu produzieren. Das am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) gegründete Start-up ICODOS hat gemeinsam mit Partnern eine Anlage im Mannheimer Klärwerk errichtet, die anfallendes Biogas reinigt und mit grünem Wasserstoff zu einem klimaneutralen Schiffstreibstoff umwandelt. Diese haben sie am 24. März 2025 eröffnet.
Die Schifffahrt ist nach Schätzungen der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation für rund drei Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Um das zu ändern, werden dringend umweltfreundliche Alternativen zu den herkömmlichen fossilen Treibstoffen benötigt. Ein Konsortium bestehend aus dem Institut für Mikroverfahrenstechnik und dem Institut für Automation und Angewandte Informatik des KIT, der Ausgründung ICODOS sowie dem Eigenbetrieb Stadtentwässerung Mannheim hat am heutigen Montag, 24. März 2025, eine Demonstrationsanlage in Betrieb gesetzt, die Abwasser als Ressource nutzt, um klimaneutrales Methanol als zukünftigen Schiffstreibstoff herzustellen. Dr. Volker Wissing, Bundesminister für Digitales und Verkehr, drückte den Startknopf.
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„Um unsere Klimaschutzziele zu erreichen, müssen wir uns alle technologischen Optionen offenhalten. Neben der Elektrifizierung und wasserstoffbasierten Antrieben brauchen wir klimafreundliche Kraftstoffe, insbesondere in der maritimen Schifffahrt. Deutschland sollte bei der Erforschung und Entwicklung eine Vorreiterrolle einnehmen. Darin liegt ein Wachstumsmarkt der Zukunft“, sagte der Verkehrsminister. „Es geht auch darum, unser Land unabhängig von Energieimporten zu machen. ‚Mannheim 001‘ zeigt, wie Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz Hand in Hand gehen können. Dieses Projekt kann beispielgebend für viele weitere Standorte in Deutschland und Europa sein.“
„Die neue Anlage demonstriert eindrucksvoll, wie Forschung und Unternehmergeist praxisnahe Lösungen für die nachhaltige Transformation unserer Wirtschaft hervorbringen können“, so Professor Thomas Hirth, Vizepräsident Transfer und Internationales des KIT. „Hier wird aus Biogas, das bei der Abwasserbehandlung anfällt, ein Wertstoff gewonnen – ein innovativer Ansatz, der zeigt, wie vorhandene Ressourcen intelligent und klimafreundlich genutzt werden können.“
„Das Leuchtturmprojekt ‚Mannheim 001‘ ist ein weiterer Beweis, dass mit neuen Technologien Klimaschutz und industrielles Wachstum Hand in Hand gehen können“, erklärte der ebenfalls anwesende Mannheimer Oberbürgermeister Christian Specht. „Hier zeigt ein Start-up-Unternehmen aus unserem Technologie- und Gründungszentrum Mafinex mit Unterstützung aus dem Klimafonds der Stadt Mannheim und in enger Kooperation mit der Stadtentwässerung, wie aus Abwasser grüner Kraftstoff für die Schifffahrt hergestellt werden kann. Das ist eine weitere Innovation ‚Made in Mannheim‘, auf die wir stolz sein können.“
Innovatives Verfahren nutzt Biogas
Die Demonstrationsanlage „Mannheim 001“ nutzt ein patentiertes Verfahren, um Biogas aus Abwasser in klimaneutrales Methanol umzuwandeln. Das im Klärwerk entstehende Biogas wird zunächst gereinigt. Anschließend reagiert das darin enthaltene CO₂ mit regenerativ erzeugtem Wasserstoff zu Methanol – einem vielseitig einsetzbaren Rohstoff, der als Schiffstreibstoff oder in der chemischen Industrie eingesetzt werden kann. „Mit unserer Technologie gewinnen wir aus einer vorhandenen Quelle einen hochwertigen Energieträger“, erklärt Dr. Vidal Vazquez, Mitgründer von ICODOS. „Allein in Deutschland könnten Kläranlagen jährlich mehrere Millionen Tonnen nachhaltiges Methanol produzieren.“ Durch die kompakte und skalierbare Bauweise eignet sich das Verfahren besonders für die dezentrale Umsetzung. „Das aktuelle Projekt zeigt, dass Kläranlagen als Herzstück einer nachhaltigen Kraftstoffproduktion dienen können – ein Potenzial, das bislang ungenutzt geblieben ist“, so Vazquez. ICODOS ist schon mit weiteren Kläranlagen im Austausch, um auch dort Produktionsanlagen zu errichten.
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