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Rubrik Wasser / Abwasser

Leitfäden für die Eigenüberwachung der Gütegemeinschaft Kanalbau

Qualitätssicherung in der Ausschreibung

25.03.2025 – Lesezeit ca. 5 Minuten 85

Qualitätssicherung in der Ausschreibung

Die Qualitätssicherung von Kanalbaumaßnahmen hat einen besonders hohen Stellenwert, denn Entwässerungssysteme sind Einrichtungen mit hohen Investitionskosten und notwendigerweise langen Nutzungsdauern. Neben der Ausführung der Maßnahme tragen insbesondere die zugehörigen Ingenieurleistungen wie Planung, Ausschreibung und Bauüberwachung maßgeblich dazu bei, die Maßnahme aus Sicht des Netzbetreibers erfolgreich umzusetzen.

In diesem Zusammenhang kommt es vermehrt zu Unzufriedenheit auf Seiten der Auftragnehmer. Es werden unvollständige und oberflächliche Planungs- und Ausschreibungsunterlagen bemängelt. In Anbetracht des Preisdrucks und des damit verbundenen Wettbewerbs unter den Büros aber auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels auf allen Seiten wird die Situation mancherorts immer anspruchsvoller.

Eine praktikable Unterstützung bieten in diesem Zusammenhang die Unterlagen der Gütegemeinschaft Kanalbau – so etwa die Leitfäden für die Eigenüberwachung sowie die Handbücher für Ausschreibung und Bauüberwachung. Sie wurden erstellt als Angebot und Orientierung für Ingenieurbüros mit Gütezeichen Kanalbau der Beurteilungsgruppen AB, diese können jedoch auch von Büros ohne entsprechendes Gütezeichen genutzt werden.

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Handlungsbedarf vorhanden

Eine sorgfältige Planung und gut strukturierte Ausschreibung von Kanalbaumaßnahmen sind essenziell, um sicherzustellen, dass entsprechende Projekte erfolgreich verlaufen. Dagegen tragen zum Beispiel unklare Vorgaben in der Ausschreibung zur Irritation bei und können damit den von allen Beteiligten gewünschten erfolgreichen Abschluss eines Projektes gefährden. Eine Ausschreibung mit konkreten Vorgaben basiert auf einer umfassenden bzw. vollständigen Planung. Hierfür braucht es Fachleute mit ausreichender Berufspraxis und aktuellem Fachwissen.

Das gleiche gilt für eine zielführende und konsequente Bauüberwachung. Diese wurde laut einer Umfrage der Gütegemeinschaft von Auftraggebern als besonders qualitätsrelevant eingeschätzt. Insofern wäre es konsequent, wenn hierzu zwischen Auftraggeber und Ingenieurbüro sehr konkrete Vereinbarungen mit einer auskömmlichen Vergütung vertraglich fixiert würden.

Gute Orientierungshilfe

Um Ausschreibungsunterlagen von Maßnahmen beispielsweise des Kanalbaus oder der Kanalsanierung auf Vollständigkeit zu prüfen, bietet die Gütegemeinschaft Kanalbau praktikable Unterstützung an: in Form der Leitfäden zur Eigenüberwachung für die Gruppen ABAK (offene Bauweise), ABV (Vortrieb) und ABS (geschlossene Sanierung). Sie stehen auf der Website der Gütegemeinschaft Kanalbau1 unter den Stichworten „Bietereignung“ – „Leitfäden für die Eigenüberwachung“ zum Download zur Verfügung und bieten umfassende Anleitungen und Mindestanforderungen für die Ausschreibung und Überwachung von Projekten im Kanalbau.

So zum Beispiel zum Thema „vorbereitende Arbeiten“. Hier sind die notwendigen Schritte aufgeführt, die vor Beginn der eigentlichen Bauarbeiten durchgeführt werden müssen. Unter dem Stichwort „Dokumentation“ wird detailliert beschrieben, wie die verschiedenen Phasen des Projekts dokumentiert werden sollten, einschließlich Startgespräche, Bauüberwachung und Abnahme.

Darüber hinaus enthalten die Leitfäden Mindestanforderungen an die Qualität und den Umfang der Eigenüberwachung sowie Angaben zu spezifischen technischen Anforderungen und Prüfverfahren für verschiedene Verfahren und Techniken, wie zum Beispiel zu den Themen Schlauchlining und Rohrstrang-Lining. Ebenso werden unter der Position „Nebenleistungen“ zusätzliche Leistungen beschrieben, die erforderlich sind, um die Hauptleistung auszuführen.

Viele Vorteile

Auf diese Weise helfen die Leitfäden dabei, eine lückenlose Qualitätssicherung und eine effiziente Projektsteuerung sicherzustellen. Eine sorgfältige Planung trägt dazu bei, dass alle Sicherheitsstandards und -vorschriften eingehalten werden. Das ist schon deshalb wichtig, um bei der Sanierung alter Kanäle und dem Bau neuer Systeme potenzielle Risiken zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen ergreifen zu können, um Unfälle und Umweltschäden zu vermeiden.

Ingenieurleistungen berücksichtigen auch Umweltaspekte. Bei der Planung und Sanierung von Kanälen müssen potenzielle Umweltauswirkungen wie Wasserqualität und Ökosysteme berücksichtigt werden. Durch die Einhaltung von Umweltstandards und die Implementierung nachhaltiger Lösungen können negative Auswirkungen minimiert werden.

Handbücher AB

Die fachgerechte Ausschreibung sowie die Auswahl des geeigneten Verfahrens und des geeigneten Baupartners erfordern umfangreiche Kenntnisse, unter anderem in Bezug auf Normen und Regelwerke oder hinsichtlich der bautechnischen Parameter. Wie geht man richtig und mit dem notwendigen Fachwissen an eine Sanierungsmaßnahme oder eine Neuverlegung heran? Was ist bei Ausschreibung und Vergabe und während der Bauüberwachung zu beachten? Was bei der Abnahme?

Antworten auf Fragen wie diese finden sich auch in den Handbüchern „Ausschreibung und Bauüberwachung von Kanalbaumaßnahmen in offener Bauweise“ (ABAK) und „Ausschreibung und Bauüberwachung von Sanierungsmaßnahmen“ (ABS). In diesen Handbüchern ist in Ergänzung zu den Leitfäden einiges Basiswissen zu entsprechenden Ingenieurleistungen zusammengestellt. Viele Büros nutzen diese Handbücher auch zur Einarbeitung neuer Mitarbeiter/-innen.

Hilfsinstrumente für die Qualitätskontrolle

In diesem Sinne können die Publikationen der Gütegemeinschaft Kanalbau dazu beitragen, dass Kanalbauprojekte in guter Qualität und somit nachhaltig durchgeführt werden. Hieran ist allen Beteiligten gelegen. Letztendlich sind öffentliche Netzbetreiber angehalten, ihre Netze nachhaltig zu bewirtschaften und folglich sind Qualität und Lebensdauer der Bauwerke von zentraler Bedeutung. Voraussetzung hierfür sind klare Vorgaben des Auftraggebers und die Wahl qualifizierter Partner von Seiten der Ingenieurbüros und ausführenden Unternehmen.

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