Rubrik Wasser / Abwasser

Ausfallsicherheit und Übertragungsintervalle optimiert

Neue Pegel und Sensoren: Wupperverband erweitert das Messnetz

04.12.2024 – Lesezeit ca. 3 Minuten 88

Neue Pegel und Sensoren: Wupperverband erweitert das Messnetz

Sensor am Schellenbecker Bach Wuppertal (Bild: Wupperverband)

Die Messung von Wasserstand und Abfluss bildet die Grundlage nachhaltiger Wasserwirtschaft – in der Bewirtschaftung von Talsperren, Kläranlagen und insbesondere im planenden und akuten Hochwasserschutz. Im Zukunftsprogramm Hochwasserschutz des Wupperverbandes ist der Ausbau des bestehenden Messnetzes deswegen ein zentraler Aspekt. Durch die Aktivitäten im Themenfeld KI-Vorhersage (Forschungsprojekt Hochwasserschutzsystem 4.0) wird der Bedarf nach aktuellen, verlässlichen Daten verstärkt. Deswegen setzt der Wupperverband zukünftig auch auf smarte IoT-Sensoren (Internet of Things) zum Ausbau und zur Verdichtung seines Messnetzes.

IoT-Sensoren sind kompakte, gekapselte Geräte, die die Anforderungen an eine Messstelle (Energieversorgung, Messung, Datenübertragung) in einem Gehäuse vereinen. Dabei sind die Sensoren in jedem Teilaspekt auf eine schnelle und unkomplizierte Ausbringung und Inbetriebnahme optimiert. Die Energieversorgung wird mittels Batterie, standortabhängig unterstützt durch Solarenergie, sichergestellt und ist somit unabhängig von der Energieverfügbarkeit vor Ort. Die Messung findet mit kontaktlosen Verfahren (Ultraschall, Radar) statt und benötigt keine Sonden in der Gewässersohle oder sonstigen Installationsmaßnahmen. Bei Bedarf sind Messungen im Medium (z. B. mit Drucksonden) aber trotzdem möglich. Die Datenübertragung findet im bergischen Städtedreieck über die LoRa-WAN-Netze der Städte Solingen, Remscheid und Wuppertal statt. Weitere Kommunen im Verbandsgebiet planen eigene Netzwerke, die dann ebenfalls genutzt werden können. Stehen diese nicht zur Verfügung, kann über ebenfalls energiesparende Übertragungswege wie NB-IoT oder LTE-M auch über die Reichweiten des klassischen Mobilfunknetzes hinaus und von der Auslastung des klassischen Handynetzes unabhängig die Datenübertragung sichergestellt werden. In Summe ist es somit möglich, eine Messstelle in wenigen Stunden auszubringen und in Betrieb zu nehmen.

Advertising

Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!

Die aktuell im Einsatz befindlichen Sensoren sind für den Hochwasserfall optimiert und bieten Genauigkeiten < 10 cm bei Übertragungsintervallen von 10 Minuten im Hochwasserbetrieb. Deren Standorte wurden anhand bekannter Hotspots aus dem Hochwasserereignis von 2021 sowie Modellberechnungen ermittelt. Hierzu hat der Wupperverband auch Gespräche mit dem Katastrophenschutz und der Feuerwehr geführt. Vorrangig wurden die Messpunkte in der Nähe von urbanen Flächen installiert, da diese Ballungs- und Wohnraum für viele Menschen sind und der Schutz dieser sensiblen Orte klares Ziel der laufenden Projekte ist. Speziell die Messung kleinster und kleiner Gewässer kann mit Sensoren besser oder überhaupt erst realisiert werden.

Die Kombination von Sensoren mit bestehenden und geplanten Hochwasserwarnpegeln stellt eine vollständige Redundanz in sowohl Messung als auch Übertragung dar. So profitieren bestehende Pegelstandorte im Sinne einer verbesserten Ausfallsicherheit von der Sensortechnologie.

Den aktuellen Stand der Sensortechnik für die Wasserwirtschaft entwickelt der Wupperverband mit Partnern aus der Industrie aktiv mit. Die Anforderungen und Erfahrungen aus der Praxis finden direkten Einzug in die verfügbaren Produkte und verbessern so die Anwendbarkeit im Hochwasserkontext.

Ankerpunkte des Sensornetzes sind klassische Pegel und Klimastationen als Referenz. Deren Ausbau wird deswegen parallel fortgeführt: Im vergangenen Jahr wurden an 4 neuen Standorten Pegel installiert, über 10 Pegelstandorte optimiert (Übertragungsgeschwindigkeit, Ausfallsicherheit) und 4 neue Klimastationen in Betrieb genommen.

Durch die Erweiterung der klassischen Wege mit neuen Technologien baut der Wupperverband für die Zukunft ein hochwertiges, flächendeckendes und verlässliches Messsystem auf. Neben der zukünftigen Verbesserung der Vorhersage stehen alle Daten jetzt schon für Bürger*innen und Einsatzkräfte wie gewohnt im Hochwasserportal1 zur Verfügung.

Resiliente Netze – Das Rückgrat unserer Gesellschaft
Resiliente Netze – Das Rückgrat unserer Gesellschaft

Das 39. Oldenburger Rohrleitungsforum findet am 4. und 5. Februar 2027 in den Weser-Ems-Hallen Oldenburg statt. Unter dem Leitthema „Resiliente Netze – Das Rück[...]

16.09.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

wasser
Regenwasserbewirtschaftung digital planen
Regenwasserbewirtschaftung digital planen

Starkregenereignisse und zunehmende Flächenversiegelung erhöhen den Handlungsdruck für Städte und Gemeinden im Umgang mit Niederschlagswasser. Eine vorausschaue[...]

15.09.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

wasser
EU-Kommunalabwasserrichtlinie:
EU-Kommunalabwasserrichtlinie:

Die Wasserwirtschaftsverbände Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) setzen sich weiterhin für die Verknüpfung von Vierter Reinigungsstufe und erweiterte[...]

14.09.2026, Lesezeit ca. 5 Minuten

wasser
Vierte Reinigungsstufe schützt Gewässer, Herstellerverantwortung sichert faire Finanzierung

Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) bekräftigt vor dem Hintergrund des Schlussantrags der EU-Generalanwältin Juliane Kokott[...]

11.09.2026, Lesezeit ca. 5 Minuten

wasser
RAL-GZ 692: Zusätzliche Anforderungen für sichere und langlebige Kanalgussprodukte

Mehr Sicherheit im Kanalbau: Während die europäische Norm DIN EN 124 viele Fragen offenlässt, schließt die Güterichtlinie RAL-GZ 692 entscheidende Lücken, z.B. bei Kindersicherheit

11.09.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

wasser
Melk: Mit Edelstahl für die Zukunft der Trinkwasserversorgung gerüstet
Melk: Mit Edelstahl für die Zukunft der Trinkwasserversorgung gerüstet

Mit zwei neuen Edelstahlbehältern von Forstenlechner und insgesamt 3.000 Kubikmetern Speichervolumen hat die Stadt Melk ihre Trinkwasserversorgung langfristig a[...]

10.09.2026, Lesezeit ca. 5 Minuten

wasser
Urbanes Grün für besseres Mikroklima
Urbanes Grün für besseres Mikroklima

Mit einem Stadtklimakonzept geht die bayerische Stadt Memmingen die Herausforderungen des Klimawandels aktiv an. In der historischen Altstadt wurden jetzt neue [...]

10.09.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

wasser
Schlanke Lösung aus einem Guss
Schlanke Lösung aus einem Guss

BG-Graspointner hat seine monolithischen Entwässerungsrinnen um eine Variante mit schmalem Schlitzeinlauf erweitert: Die BG-FILCOTEN® one urban s. Mit ihrer dez[...]

08.09.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

wasser
Einfach verbinden, wo andere scheitern
Einfach verbinden, wo andere scheitern

Betonrohre mit Fuß, bündig abgeschnittene Rohrenden oder auch einbetonierte Leitungen stellen auf der Baustelle besondere Anforderungen an die Verbindungstechni[...]

07.09.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

wasser
RIWA-Rijn: Genehmigungsverfahren müssen den Rhein als Trinkwasserquelle besser schützen
RIWA-Rijn: Genehmigungsverfahren müssen den Rhein als Trinkwasserquelle besser schützen

Die Wasserqualität des Rheins erfordert weiterhin große Aufmerksamkeit und zusätzliche Anstrengungen, um die Belastung durch Schadstoffe zu verringern. Dies geh[...]

02.09.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

wasser

Weitere Artikel in dieser Rubrik