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Dieser Artikel wurde in der Ausgabe 3 - Mai / Juni 2026 der gedruckten Kommunalwirtschaft abgedruckt.
Die Pläne der Landeshauptstadt München, in der Innenstadt rund 150 neue Bäume zu pflanzen, um mehr Schatten und Aufenthaltsqualität an heißen Tagen zu schaffen, sind aus Sicht des Bundes deutscher Baumschulen (BdB) e.V. grundsätzlich richtig und notwendig. Angesichts der veranschlagten Kosten von durchschnittlich rund 95.000 Euro pro Baum ist jedoch eine sachliche Einordnung geboten.
„Städte müssen klimaresilienter werden – daran führt kein Weg vorbei. Bäume sind dafür eines der wirksamsten, nachhaltigsten und beliebtesten Instrumente“, erklärt Markus Guhl, Hauptgeschäftsführer Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V.. „Gleichzeitig darf nicht der Eindruck entstehen, als seien Bäume Luxusgüter oder Preistreiber.“
Tatsächlich liege der reine Preis für einen hochwertigen, großkronigen Stadtbaum in der Regel bei maximal rund 2.000 Euro. Die hohen Gesamtkosten entstünden vor allem durch komplexe Tiefbauarbeiten: das Verlegen unterirdischer Leitungen, der Aufbau spezieller Wurzelräume, tragfähige Substratschichten sowie Konstruktionen, die auch den Schwerlastverkehr tragen müssen.
„Diese technischen Anforderungen sind in hochverdichteten Innenstädten häufig unvermeidlich“, so Guhl. „Aber sie sind kein Maßstab für den Wert oder die Wirtschaftlichkeit von Stadtbäumen insgesamt.“
Der BdB warnt davor, dass pauschale Kostenvergleiche die dringend notwendige Begrünung der Städte in Misskredit bringen könnten – gerade in Zeiten angespannter öffentlicher Haushalte. „Wenn Bäume als unverhältnismäßig teuer wahrgenommen werden, leidet am Ende die Akzeptanz für die grüne Transformation unserer Städte“, betont Guhl.
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Aus Sicht des BdB lohnt deshalb auch ein Blick auf alternative und ergänzende Lösungen. Beispiele aus anderen europäischen Städten zeigen, dass etwa großvolumige Pflanztröge, wie sie unter anderem in der Wiener Innenstadt eingesetzt werden, eine flexible, kostengünstigere und schneller umsetzbare Option sein können – insbesondere dort, wo umfangreiche Tiefbaumaßnahmen vermieden werden sollen.
„Es geht nicht um ein Entweder-oder“, so Guhl. „Wir brauchen kluge, standortangepasste Lösungen: klassische Baumpflanzungen dort, wo sie sinnvoll und machbar sind – und alternative Begrünungsformen dort, wo Platz, Leitungen oder Kosten enge Grenzen setzen.“
Der BdB plädiert für eine differenzierte Debatte, transparente Kostenkommunikation und eine langfristige Strategie für Stadtgrün. „Bäume sind keine Kostentreiber, sondern Investitionen in Gesundheit, Lebensqualität und Klimaanpassung. Diese Investitionen müssen aber effizient, nachvollziehbar und gesellschaftlich vermittelbar sein.“
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