Rubrik Bau(en) & Städtegestaltung

Wie ÖPP in kleinen Kommunen funktioniert

Bündeln statt Stückwerk – so entsteht echte Effizienz

24.08.2026 – Lesezeit ca. 2 Minuten 139

Zwei Kommunen, eine gemeinsame Mission: Effizient, schnell und wirtschaftlich zur neuen interkommunalen Grundschule Schönefeld-Schulzendorf (Foto: © Dohle + Lohse Architekten)

Öffentlich-private Partnerschaften sind derzeit in aller Munde – und das aus gutem Grund: Projekte werden nachweislich effizienter, schneller und über den Lebenszyklus hinweg wirtschaftlicher umgesetzt2. Doch gerade kleinere Kommunen stehen oft vor der Frage: Wie lässt sich dieses Modell konkret anwenden?

Zusammenarbeit statt Alleingang

Kleine Verwaltungen verfügen seltener über eigene ÖPP-Erfahrungen. Hinzu kommt: Viele Projekte wirken isoliert betrachtet zunächst zu klein, um ihre wirtschaftlichen Potenziale vollständig auszuschöpfen. ÖPP ist jedoch keine Frage der Mindestgröße – auch kleinere Projekte lassen sich grundsätzlich im Partnerschaftsmodell umsetzen.

Eine zusätzliche Option besteht darin, Projekte gezielt zu bündeln. Durch interkommunale Kooperationen können beispielsweise mehrere Schulen, Kitas oder Verwaltungsgebäude gemeinsam ausgeschrieben werden. So entstehen aus einzelnen Vorhaben wirtschaftlich tragfähige Projektpakete. Gleichzeitig gilt: Nicht alles muss selbst entwickelt werden. Kommunen können gezielt externe Expertise einbinden und auf bewährte Instrumente zurückgreifen, etwa Musterverträge, standardisierte Verfahren und etablierte ÖPP-Modelle2.

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Mit geeigneten Projekten starten

Nicht jedes Projekt eignet sich für eine ÖPP-Struktur. Ein guter Indikator sind Projekte mit klar definierbaren Anforderungen an das Gebäude selbst, seine Infrastruktur und seinen gesicherten Betrieb. Dazu zählen vor allem Schulen, Kitas, Verwaltungsgebäude sowie Feuerwehr- und Rettungsinfrastruktur.

Als Faustregel gilt:

  • Die Betriebsphase macht einen wesentlichen Teil der Lebenszykluskosten aus (inkl. technischem Gebäudemanagement)
  • Eine Vertragslaufzeit von mindestens 10 Jahren ermöglicht die Ausschöpfung der vollen Effizienzpotenziale2.

ÖPP ist kein „Großstadtmodell“

Ein verbreiteter Irrtum ist, dass ÖPP nur für Großstädte oder gar Großprojekte geeignet ist. Tatsächlich profitieren aber gerade kleine Kommunen auch in besonderer Weise, denn das Modell ermöglicht

  • bessere Planbarkeit im Haushalt,
  • Umsetzung trotz begrenzter Kreditspielräume,
  • verteilte Zahlungsströme statt hoher Anfangsinvestition1

Vor allem aber zwingt ÖPP zu einem ganzheitlichen Blick auf Bau, Betrieb und Instandhaltung: weil Instandhaltungen von Anfang an vertraglich verankert und finanziell abgesichert sind, werden Sanierungsstaus gar nicht erst aufgebaut.

ÖPP ist keine Frage der Größe, sondern der richtigen Strukturierung.

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