Rubrik Bau(en) & Städtegestaltung

Sicherheitstechnik für den Tiefbau feiert Jubiläum

75 Jahre Grabenverbau

13.09.2024 – Lesezeit ca. 4 Minuten 68

75 Jahre Grabenverbau

Der E+S Linearverbau von terra infrastructure bietet als einschienige oder gestufte Variante eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten im Grabenverbau. (Bild: terra infrastructure)

Verbausysteme sind heute bei Tiefbaumaßnahmen nicht mehr wegzudenken. Sie verhindern den Einsturz von Gräben und Baugruben und sorgen damit für die Unversehrtheit von Mitarbeitern und umliegenden Bauwerken. In diesem Jahr feiert der Grabenverbau sein 75-jähriges Jubiläum. Was 1949 mit der Unternehmensgründung von Emunds und Staudinger im Zusammenhang mit der Sicherung von Kohlengruben begann, umfasst heute eine umfangreiche Produktpalette mit Gleitschienenverbau, Verbauboxen und Dielenkammerverbau der Produktmarken E+S und KRINGS, die unter dem Dach der terra infrastructure vereint sind.

Die Einführung von Grabenverbausystemen hat die Arbeit im Tiefbau grundlegend verändert. Wo Arbeiter zuvor mit Nachbrüchen infolge von Erschütterungen, Boden- oder Verkehrslasten, Durchnässung oder Austrocknung rechnen mussten, stützen heute auf den individuellen Einsatzzweck abgestimmte Verbausysteme die Graben- und Baugrubenwände sicher und verlässlich ab. Unfälle und Bauwerksschäden können auf diese Weise verhindert werden.

Sicherheit hat höchste Priorität

Doch die Baustelleneinrichtung ist heute nicht nur sicherer und qualitativ hochwertiger als noch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mittlerweile liegt das besondere Augenmerk der Bauprofis durch wiederverwertbare Systeme auch auf Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit. „In 75 Jahren Grabenverbau hat sich viel getan. Sicherheit hat nach wie vor höchste Priorität. Doch so individuell das Projekt ist, so spezifisch sind heute auch die Anforderungen an das Verbausystem. Daher bieten wir unseren Kunden ein breites Sortiment aus Systemen von E+S sowie KRINGS an“, betont Carsten Evertz, Produktmanager Sparte Grabenverbau, bei terra infrastructure. Ob es der E+S Linear- und Boxenverbau für anspruchsvolle Baumaßnahmen mit sehr großen und breiten Baugruben ist, oder ein vielseitig einsetzbares Boxensystem von KRINGS, welches für Lagerung und Transport nur wenig Platz in Anspruch nimmt: Für jeden Einsatzzweck lässt sich die entsprechende wirtschaftlich und verfahrenstechnisch optimale Lösung finden.

Advertising

Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!

Weltweit einmalig

Innerhalb der Produktpalette von terra infrastructure ragt vor allem das Linearverbausystem mit seiner Leistungsstärke und Einsatzvielfalt gerade bei der Sicherung von Gräben und Baugruben mit großen Breiten und Tiefen heraus. Der E+S Linearverbau ist ein weltweit einmaliges Verfahren, bei dem biegesteife Laufwagen die Träger und damit die Verbauplatten auf Distanz halten. Alles läuft linear – immer im gleichen Abstand zur gegenüberliegenden Seite. Das sorgt für effektiveres, schnelleres und spürbar wirtschaftlicheres Arbeiten. Ein wesentlicher Vorteil des Systems resultiert aus der speziellen Konstruktion des Trägers. Sie ermöglicht es, die Verbauplatten von der Seite einzuschwenken.

Auch künftig sind Neuheiten im Bereich der Verbausysteme zu erwarten. Entsprechend den wachsenden Anforderungen auf den Baustellen werden die verschiedenen Systeme kontinuierlich weiterentwickelt. Das trägt zu sicheren und wirtschaftlichen Bauabläufen bei, die kurzfristig und zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligten umgesetzt werden können.

Mit der Sicherheit in Kohlegruben fing alles an

Als Josef Emunds und Günter Staudinger 1949 das gleichnamige Unternehmen gründeten, spezialisierten sie sich zunächst auf Sicherheitsprodukte für den Untertagebau in Kohlengruben. Die hier gemachten Erfahrungen und ihr Wissen halfen ihnen weiter, als der Steinkohlebergbau in die Krise geriet und Emunds+Staudinger (E+S) das erste Stahlverbauelement, das als Grabenstützwand im Tiefbau eingesetzt werden konnte, entwickelte. 1964 erteilte die Tiefbau-Berufsgenossenschaft eine erste offizielle Zulassung für Stahlverbauelemente als Sicherheitseinrichtung für den Tiefbau. E+S tüftelte weiter an Verbesserungen. Stetig wachsende Anforderungen an Qualität und Leistungsstärke des eingesetzten Materials führten zur Entwicklung von wiederverwendbaren Komplettsystemen, die sich mit wenigen Handgriffen auf die verschiedenen Grabenbreiten einrichten und in verschiedenen Grabentiefen einbauen lassen. Der so genannte Großflächen-Stahlverbau nahm an Bedeutung zu. Dabei handelt es sich um tragende Stahlhohlprofilwände, die mit verstellbaren Spreizen auf Abstand gehalten werden und einen Verbaukasten bilden.

Geballte Verbaukompetenz unter einem Dach

2004 übernahm E+S das Vermietungs- sowie Verkaufsgeschäft des Mitbewerbers KRINGS. Heute sind beide Marken unter dem Dach der terra infrastructure vereint. Damit steht Kunden eine geballte Verbaukompetenz zur Verfügung, mit der die spezifischen Herausforderungen jeder Baustelle individuell gemeistert werden können. Unabhängig von der Grabenbreite und der Verbautiefe erfüllen die verschiedenen Systeme alle die wichtigsten Anforderungen: hohe Sicherheit durch Stabilität, geringe Auswirkungen auf den Boden außerhalb des Verbaus sowie möglichst große Arbeitsräume. Seit 75 Jahren sind die Ziele damit gleichgeblieben. Von den heutigen technischen Möglichkeiten und der Vielfalt der Produktlösungen wagte damals allerdings wohl noch niemand zu träumen.

Vernetzung in jeder Hinsicht – Die Städte der Zukunft sind grün-blau
Vernetzung in jeder Hinsicht – Die Städte der Zukunft sind grün-blau

Der Branchentreffpunkt GaLaBau 2026 bietet Vernetzung, Erlebnis und Impulse für alle. Vernetzung ist auch Erfolgsfaktor für den renommierten Dachbegrünungsherst[...]

11.08.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

hochtiefbau
Qualität und Qualifikation als strategische Erfolgsfaktoren
Qualität und Qualifikation als strategische Erfolgsfaktoren

Im Tief- und Infrastrukturbau wachsen die Anforderungen stetig: Technische Regeln und gesetzliche Vorgaben ändern sich, Auftraggeber fordern Qualitätssicherung [...]

10.08.2026, Lesezeit ca. 6 Minuten

hochtiefbau
Gute Planung spart Folgekosten: VDV-Bauberatung in der Branche stark gefragt

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) unterstützt seine Mitgliedsunternehmen mit einem kostenfreien Beratungsangebot bei Neu- und Umbauten von Betrieb[...]

04.08.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

hochtiefbau
Salinarium Bad Dürkheim: So geht Sauna heute
Salinarium Bad Dürkheim: So geht Sauna heute

Nach einer Bauzeit von vier Jahren wurde im November 2025 die Salinarium-Therme in Bad Dürkheim eröffnet. Für eine sichere Entwässerung der Fassade und Türen so[...]

31.07.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

hochtiefbau
ÖPP – die Königsdisziplin?
ÖPP – die Königsdisziplin?

Öffentlich-Private Partnerschaften (ÖPP) gelten in vielen Kommunen als die anspruchsvollste Form der Beschaffung. Zu komplex, zu aufwändig, zu viele Beteiligte [...]

30.07.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

hochtiefbau
Stadt Hanau investiert in sichere Querungen für den Fußverkehr
Stadt Hanau investiert in sichere Querungen für den Fußverkehr

Mit der Erneuerung von sechs Fußgängerüberwegen setzt die Stadt Hanau ihr Programm für mehr Verkehrssicherheit konsequent fort. Seit November 2025 wurden die Qu[...]

22.07.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

hochtiefbau
NHW hält Kurs: Investitionen in Wohnungsbau und Klimaschutz auf hohem Niveau
NHW hält Kurs: Investitionen in Wohnungsbau und Klimaschutz auf hohem Niveau

Konzern erzielt 32,8 Millionen Euro Jahresüberschuss – 792 Wohnungen fertiggestellt – Mehr als 120 Millionen Euro Aufträge für hessische Unternehmen – Förderpolitik bleibt zentrale Herausforderung

21.07.2026, Lesezeit ca. 7 Minuten

hochtiefbau
Trockene Füße für Holzhäuser
Trockene Füße für Holzhäuser

So wie wir Menschen unsere Füße mit gutem Schuhwerk vor Nässe und Belastungen schützen, bewahrt der Sockel ein Gebäude vor Feuchtigkeit und mechanischen Einwirk[...]

21.07.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

hochtiefbau
Erste serielle Sanierung: Nürnberger Projekt von ecoworks und Dawonia erhält als erstes DGNB-Zertifikat und QNG-Siegel

Das gemeinsame serielle Sanierungsprojekt von ecoworks und Dawonia in Nürnberg hat als erstes serielles Sanierungsprojekt überhaupt eine DGNB-Zertifizierung in [...]

17.07.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

hochtiefbau
Quartierserweiterung als Schlüssel zur nachhaltigen Stadtentwicklung
Quartierserweiterung als Schlüssel zur nachhaltigen Stadtentwicklung

Die Nachverdichtung bestehender Quartiere ist eine der zentralen Herausforderungen moderner Stadtplanung. Sie bietet die Möglichkeit, dringend benötigten Wohnra[...]

16.07.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

hochtiefbau

Weitere Artikel in dieser Rubrik