Rubrik Müll / Entsorgung / Recycling

ALLRECO setzt bei dem PKR auf einen getriebelosen Direktantrieb

Vorzerkleinerung neu gedacht

13.04.2026 – Lesezeit ca. 4 Minuten 446

Vorzerkleinerung neu gedacht

PKR mit Knickband

Wenn es um Maschinen und Anlagen für die Abfall- und Wertstoffaufbereitung geht, verfolgt ALLRECO einen klaren Ansatz: Technik soll nicht nur leistungsfähig sein, sondern auch im realen Anlagenbetrieb überzeugen. Unter dem Anspruch „Komplett. Durchdacht.“ entwickelt das Unternehmen Lösungen, bei denen Konstruktion, Betriebssicherheit und Wirtschaftlichkeit konsequent zusammen gedacht werden.

Zur IFAT 2026 präsentiert das Unternehmen mit dem PKR einen Vorzerkleinerer, der ein zentrales Konstruktionsprinzip vieler langsamlaufender Maschinen neu interpretiert. Statt eines klassischen Untersetzungsgetriebes arbeitet die Maschine mit einem leistungsstarken Direktantrieb. Der hocheffiziente Torquemotor erzeugt das erforderliche Drehmoment direkt im Motor und reduziert so Verschleiß, Wartungsaufwand und Energieverluste.

Direktantrieb ersetzt klassische Getriebetechnik

In konventionellen Vorzerkleinerern zählt das Untersetzungsgetriebe zu den mechanisch am stärksten belasteten Komponenten. Besonders bei abrupten Lastwechseln, etwa durch Störstoffe oder unzerkleinerbare Verunreinigungen im Materialstrom, entstehen hohe dynamische Belastungen. Neben den Prozesskräften müssen auch die rotierenden Eigenmassen plötzlich aufgenommen werden. Diese Lastspitzen führen häufig zu erhöhtem Verschleiß und können langfristig hohe Instandhaltungskosten verursachen.

Advertising

Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!

Mit dem PKR verfolgt ALLRECO daher einen anderen Ansatz. Der neu entwickelte Direktantrieb erzeugt das notwendige Drehmoment unmittelbar im Motor. Der Vielpol-Torquemotor erreicht Nenndrehzahlen von rund 30 Umdrehungen pro Minute bei vollem Drehmoment und kommt vollständig ohne zwischengeschaltetes Getriebe aus.

Weniger Bauteile, geringerer Verschleiß

Der Verzicht auf ein Untersetzungsgetriebe reduziert die Anzahl mechanischer Komponenten im Antriebsstrang deutlich. Übertragungselemente und typische Verschleißstellen entfallen. Gleichzeitig werden Reibungsverluste vermieden, wie sie bei Zahn- und Lagerbewegungen auftreten. Dadurch verbessert sich der Gesamtwirkungsgrad des Systems, während die installierte Antriebsleistung reduziert werden kann.

Auch konstruktiv bringt das Konzept Vorteile. Weniger bewegte Bauteile und eine kompaktere Bauweise sorgen für eine übersichtlichere Maschinenstruktur. Wartungsarbeiten lassen sich einfacher durchführen und der Betrieb wird insgesamt robuster. Lastspitzen werden nicht mehr mechanisch übertragen, sondern direkt im Motor kontaktlos absorbiert.

Wirtschaftlichkeit und Anlagenverfügbarkeit im Fokus

Bei der Entwicklung des PKR spielte neben der technischen Robustheit vor allem die Wirtschaftlichkeit eine zentrale Rolle. Der Wegfall des Getriebes reduziert den Wartungsaufwand deutlich. Arbeiten wie Ölwechsel, Dichtungswechsel oder regelmäßige Getriebeinspektionen entfallen vollständig. Gleichzeitig sinkt das Risiko ungeplanter Stillstände, die bei langsam laufenden Zerkleinerern häufig durch Getriebeschäden verursacht werden.

Durch den verbesserten Wirkungsgrad des Direktantriebs kann außerdem der Energieverbrauch reduziert werden. Insgesamt trägt das Konzept dazu bei, die Gesamtbetriebskosten zu senken und gleichzeitig die Anlagenverfügbarkeit zu erhöhen.

Entwickelt für anspruchsvolle Materialströme

Der PKR wurde insbesondere für Vorzerkleinerungsaufgaben in der Abfall- und Wertstoffaufbereitung entwickelt. Dazu zählen Anwendungen mit stark schwankenden Materialzusammensetzungen, hohen Störstoffanteilen sowie einem hohen Drehmomentbedarf bei niedrigen Drehzahlen.

Typische Einsatzfelder sind unter anderem Haus- und Gewerbeabfälle, Sperrmüll, Baumischabfälle sowie die Aufbereitung von Ersatzbrennstoffen, Leichtverpackungen und Kunststofffraktionen. Gerade in diesen Materialströmen zeigt der Direktantrieb seine Vorteile, da er Lastspitzen besonders robust verarbeitet.

Flexible Integration in bestehende Anlagenkonzepte

Der PKR ist so ausgelegt, dass er sich flexibel in unterschiedliche Anlagenkonzepte integrieren lässt. Er kann sowohl als eigenständige Vorzerkleinerungsstufe eingesetzt werden als auch als Bestandteil mehrstufiger Aufbereitungsanlagen. Auch als Austauschlösung für bestehende Maschinen mit Getriebeantrieb kann der PKR eingesetzt werden.

Durch die kompakte Bauweise und den reduzierten mechanischen Aufbau entstehen zusätzliche Freiheitsgrade bei Anlagenlayout und Wartungszugänglichkeit. Damit eignet sich die Maschine sowohl für neue Anlagenkonzepte als auch für Modernisierungsprojekte.

BMUKN-Eckpunktepapier zu Alttextilien

Der BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft e. V. begrüßt, dass das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz[...]

31.03.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

entsorgung
Kein Clean Industrial Deal ohne Reifen-Kreislaufwirtschaft:
Kein Clean Industrial Deal ohne Reifen-Kreislaufwirtschaft:

Die Allianz Zukunft Reifen (AZuR) hat eine aktualisierte Fassung ihres Greenpapers zum Status der Reifen-Kreislaufwirtschaft in Europa veröffentlicht. 32 Seiten[...]

23.03.2026, Lesezeit ca. 5 Minuten

entsorgung
Weltrecyclingtag 2026: Richtige Mülltrennung macht den Unterschied
Weltrecyclingtag 2026: Richtige Mülltrennung macht den Unterschied

Zum Weltrecyclingtag am 18. März ruft die Initiative „Mülltrennung wirkt“ dazu auf, Verpackungsabfälle richtig zu trennen. Denn Fehlwürfe – also Abfälle, die ni[...]

17.03.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

entsorgung
Kreislaufwirtschaft im Kulturbereich
Kreislaufwirtschaft im Kulturbereich

Im Juli 2025 hat die Landeshauptstadt Stuttgart ihre Kreislaufwirtschaftsstrategie beschlossen. Nun beginnt die konkrete Umsetzungsphase – und auch der Kulturbe[...]

17.02.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

entsorgung
MVV nimmt Phosphorrecyclinganlage offiziell in Betrieb und stärkt nachhaltige Kreislaufwirtschaft
MVV nimmt Phosphorrecyclinganlage offiziell in Betrieb und stärkt nachhaltige Kreislaufwirtschaft

Meilenstein für die Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung in Mannheim, der Region und Baden-Württemberg

12.02.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

entsorgung
Ohne politischen Kurswechsel droht der industrielle Abstieg

Europa beansprucht für sich, Vorreiter der Kreislaufwirtschaft zu sein. Doch ausgerechnet bei Kunststoffen gerät dieses industrie- und klimapolitische Leitbild [...]

06.02.2026, Lesezeit ca. 5 Minuten

entsorgung
Papieratlas 2026: Wettbewerbe für Städte, Landkreise und Hochschulen starten

Der Papieratlas geht in eine neue Runde: Mit drei Wettbewerben suchen die Initiative Pro Recyclingpapier (IPR) und ihre Partner ab sofort wieder die recyclingpa[...]

04.02.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

entsorgung
Dr. Dirk Textor: Steigende Recyclingquote darf nicht über strukturelle Krise hinwegtäuschen

Die Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR) und das Umweltbundesamt melden für das Jahr 2024 eine Kunststoffrecyclingquote von rund 71 Prozent und damit eine[...]

03.02.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

entsorgung
Recyclingquoten 2024 zeigen: Verpackungsrecycling in Deutschland funktioniert
Recyclingquoten 2024 zeigen: Verpackungsrecycling in Deutschland funktioniert

Die dualen Systeme erfüllten im Jahr 2024 die gesetzlich vorgegebenen Verwertungsquoten für Verpackungen aus Kunststoff, Aluminium, Eisenmetallen sowie Papier, [...]

02.02.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

entsorgung
Startschuss für Klärschlamm-Monobehandlung am Darmstädter Müllheizkraftwerk
Startschuss für Klärschlamm-Monobehandlung am Darmstädter Müllheizkraftwerk

Mit der offiziellen Übergabe eines Förderbescheids in Höhe von 25,64 Millionen Euro durch Staatssekretär Michael Ruhl (Hessisches Ministerium für Landwirtschaft[...]

30.01.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

entsorgung

Weitere Artikel in dieser Rubrik