Rubrik Energie & Netze

RES erweitert den Teckwerke-Windpark Falkenhöhe um vierte Anlage

Windprojekt im Schwarzwald bekommt Zuwachs

19.08.2025 – Lesezeit ca. 4 Minuten 48

Windprojekt im Schwarzwald bekommt Zuwachs

Blick von oben auf den Bau des Fundaments der vierten Windenergieanlage im Windpark Falkenhöhe: RES ergänzt das bestehende Anlagen-Trio um eine weitere Anlage. (Bild: RES)

Der Windpark Falkenhöhe an der Gemarkungsgrenze von Schramberg, Hornberg und Lauterbach im mittleren Schwarzwald geht Anfang 2026 in seine abschließende Bauphase: Drei Windenergieanlagen sind bereits seit 2021 in Betrieb, nun hat das Erneuerbare-Energien-Unternehmen RES im Auftrag der Teckwerke Bürgerenergie eG den Bau der vierten und letzten Anlage begonnen. RES hat bereits die Fundamentarbeiten für die neue Anlage erfolgreich abgeschlossen und damit den Weg frei gemacht für die Anlieferung der Großkomponenten und Errichtung der Anlagen. Die Inbetriebnahme ist für das 2. Quartal 2026 geplant. „Mit dem Bau der vierten Windenergieanlage können wir das Quartett nun vervollständigen“, erklärt Gerhard Kienzler, Geschäftsführer bei RES. Der Windpark Falkenhöhe wurde von der Windkraft Schonach GmbH (WKS) – seit 2015 ein Unternehmen von RES – entwickelt und nun gemeinsam mit der Muttergesellschaft umgesetzt. Über den Betreiber des Windparks, die Teckwerke Bürgerenergie eG, können Bürgerinnen und Bürger am Projekt partizipieren und von den Erträgen der Anlagen profitieren. „Mit dieser Bürgerbeteiligung wird ein positiver Rückhalt des Windparks in der Bevölkerung ermöglicht, zudem werden die Gemeinden an den Erträgen des Windparks beteiligt“, betont Felix Denzinger, Vorstand der Teckwerke Bürgerenergie eG.

Advertising

Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!

Insgesamt wird der Windpark Falkenhöhe dann aus vier Windenergieanlagen des Typs VESTAS V136 bestehen. Die Nennleistung der drei bestehenden Anlagen beträgt zusammen 12,6 Megawatt; die vierte bringt weitere 4,2 Megawatt hinzu. Die Infrastruktur für die vierte Anlage – Zuwegungen und Netzanschlusspunkt – sind bereits weitestgehend vorhanden, damit ist die Realisierung zügig durchführbar. Der Windpark erreicht nach Fertigstellung eine Gesamtleistung von 16,8 Megawatt. Rechnerisch kann er jährlich rund 31 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom erzeugen. Das entspricht rechnerisch dem Bedarf von rund 11.000 Zwei-Personen-Haushalten. Gleichzeitig werden rund 20.500 Tonnen CO₂eingespart.

Finanzielle Beteiligung über Genossenschaft

Der Windpark Falkenhöhe wird von der Teckwerke Bürgerenergie eG betrieben, einer regionalen Energiegenossenschaft aus Baden-Württemberg. Für Bürgerinnen und Bürger bietet sich so die Möglichkeit, sich über Genossenschaftsanteile direkt an der Energiewende zu beteiligen. Für die Betriebsführung sowie die Wartung und Instandhaltung der Anlagen des Windparks Falkenhöhe ist RES zuständig. „Mit der Teckwerke Bürgerenergie eG haben wir einen starken, regional verankerten Partner an unserer Seite, der das Projekt langfristig trägt und verantwortungsvoll betreibt“, sagt RES-Geschäftsführer Gerhard Kienzler.

Lebensraum für Flora und Fauna

„RES legt Wert darauf, Lebensräume zu erhalten und gezielt zu stärken – von der Genehmigung bis zum Betrieb der Windkraftanlagen. Daher spielte der Natur- und Artenschutz schon bei der Planung der ersten drei Windkraftanlagen des Windparks eine wichtige Rolle und ist es auch bei der Realisierung der vierten Anlage“, erläuterte Lucien Herrmann, Leiter des Bereichs Bau bei RES.

Grundlage für die vielfältigen ökologischen Maßnahmen war ein naturschutzfachliches Gutachten. Auf Basis dieser Fachbewertung hat RES in enger Abstimmung mit dem Planungsbüro ein umfassendes Maßnahmenpaket entwickelt, das die Lebensräume rund um die Windenergieanlagen gezielt stärkt – etwa durch die Schaffung von Rückzugsorten für Waldschnepfen, Fledermäuse und Auerwild sowie das Ausbringen von Nistplattformen für Rotmilane. Auch standortgerechte Aufforstungen der temporären Baustellenflächen mit Laub-Mischwald sind Teil des Konzepts.

Der Bau der Anlagen sowie die Umsetzung der ökologischen Maßnahmen werden durchgehend von umwelt- und bodenkundlichen Fachgutachterinnen und Fachgutachtern begleitet. Sie sind seit Beginn der Bauarbeiten involviert – auch jetzt beim Bau der vierten Windenergieanlage.

Engagement für Wissenstransfer

RES engagiert sich darüber hinaus für die praxisnahe Weiterbildung rund um erneuerbare Energien. Im Juni 2025 ermöglichte das Unternehmen einer Gruppe von Studierenden eine Exkursion zum Windpark Falkenhöhe. Dabei konnten die Teilnehmenden direkt vor Ort Hintergrundinformationen in Planung, Technik und Betriebsabläufe erhalten. „Wir wollen junge Menschen Einblicke in die Praxis der Energiewende geben und suchen gezielt den Dialog. Der Besuch im Windpark zeigt, wie vielseitig und zukunftsorientiert die Arbeit in unserer Branche ist“, sagt Lucien Herrmann.

Haupt-Bauphase für Europas größte Flusswasser-Wärmepumpe in Köln beginnt
Haupt-Bauphase für Europas größte Flusswasser-Wärmepumpe in Köln beginnt

280 Millionen Euro investert die RheinEnergie an ihrem Erzeugungsstandort Köln-Niehl in die Energie- und Wärmewende. Das Projekt von Europas größter Flusswasse[...]

16.06.2026, Lesezeit ca. 6 Minuten

energie
Windenergie vor Ort
Windenergie vor Ort

Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern können selbst Flächen für Windenergieanlagen ausweisen, ergänzend zur Planung der Regionalen Planungsverbände. Geregelt ist d[...]

15.06.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

energie
Umfrage: 84 Prozent der kommunalen Energieversorger setzen auf Batteriespeicher

Der Ausbau von Großbatteriespeicherprojekten nimmt Fahrt auf: 11 Prozent der kommunalen Energieversorger setzen bereits konkrete Projekte um. Weitere 27 Prozent[...]

12.06.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

energie
Bio-Flüssiggas für Stadtwerke und Kommunen

Bio-Flüssiggas bietet Kommunen im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Dazu zählen insbesondere die Aufrechterhaltung des steuer[...]

09.06.2026, Lesezeit ca. 6 Minuten

energie
Pflanzenkohle als Lösung in der Klimakrise?
Pflanzenkohle als Lösung in der Klimakrise?

Der Klimawandel schreitet voran, trotz vielfältiger Initiativen steigt der CO₂-Ausstoß global weiter an, wenngleich langsamer als früher. Noch liegen die abschl[...]

02.06.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

energie
Erdwärme-Projekt der N-ERGIE: 2D-Seismik-Messungen geplant
Erdwärme-Projekt der N-ERGIE: 2D-Seismik-Messungen geplant

Nächster Schritt für das Projekt „Erdwärme Franken“ der N-ERGIE: In der zweiten Jahreshälfte 2026 sollen sogenannte 2D-Seismik-Messungen den Untergrund in und u[...]

29.05.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

energie
Regenerativer Strom aus Achstetten
Regenerativer Strom aus Achstetten

Start frei für eine neue Photovoltaik-Freiflächenanlage im Landkreis Biberach. Am Dienstag, 19. Mai, hat die BWZ Achstetten GmbH offiziell ihren neuen Solarpark[...]

29.05.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

energie
Orientierung für Kommunen beim Windenergieausbau
Orientierung für Kommunen beim Windenergieausbau

Die Regionalverbände in Baden-Württemberg legen die Vorrangflächen für Windenergieanlagen im Südwesten fest. Eine Ersteinschätzung des Ausbaupotenzials auf ihre[...]

28.05.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

energie
Bundesweites Verbundprojekt unterstützt Kommunen beim Ausbau erneuerbarer Energien
Bundesweites Verbundprojekt unterstützt Kommunen beim Ausbau erneuerbarer Energien

Im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative fördert das Bundesumweltministerium das Verbundprojekt „BEEKOMM – Beschleunigung des Ausbaus von erneuerbaren Ene[...]

27.05.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

energie
EEG-Entwurf gefährdet jede vierte kleine Wasserkraftanlage in Mitteldeutschland

Wasserkraftverband Mitteldeutschland warnt: Förderstopp für Anlagen unter 25 kW trifft besonders Mitteldeutschland und schwächt verlässliche dezentrale Energieerzeugung

26.05.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

energie

Weitere Artikel in dieser Rubrik