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Erstes landesweites Kommunalnetzwerk auf Schloss Vietgest machte Chancen beim Ausbau erneuerbarer Energien sichtbar
01.07.2025 – Lesezeit ca. 5 Minuten
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Kommunalvertreter 25.06.2025 auf Schloss Vietgest (Bild: LEKA MV Landeskommunalnetzwerk / Celien Graubaum)
Die Transformation der Energieversorgung stellt Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern vor große Aufgaben – und eröffnet zugleich zahlreiche Entwicklungschancen. Um den landesweiten Dialog zu stärken, lud die Landesenergie- und Klimaschutzagentur Mecklenburg-Vorpommern GmbH (LEKA MV) am 25. Juni erstmals zum landesweiten Kommunalnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern auf Schloss Vietgest bei Güstrow ein. Unter dem Motto „Eneuerbare Energien als Chance – gewusst wie!“ kamen rund 90 Kommunalvertreter*innen aus Städten, Ämtern und Gemeinden in ganz Mecklenburg-Vorpommern zusammen, um sich über Herausforderungen und Lösungswege der Energiewende auszutauschen. Die große Resonanz auf das Thema zeigte sich schon vor Veranstaltungsbeginn: Die verfügbaren Plätze waren schnell vergeben, eine Warteliste wurde eingerichtet. Aufgrund der hohen Nachfrage konnten jedoch nicht alle Interessierten teilnehmen – ein deutliches Signal für den Bedarf an weiteren Austauschformaten.
Erneuerbare als Chance: Staatssekretärin Jesse betont Rolle der Kommunen
Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit MV begrüßte die Teilnehmenden und unterstrich die Bedeutung von Austausch, Vernetzung und fair gesteuertem Ausbau der Erneuerbaren für eine gelungene Energiezukunft in Mecklenburg-Vorpommern: „Ein starkes Netzwerk und der Austausch aller Akteure sind die Grundlage für das Gelingen der Energiewende. Umso mehr freue ich über das große Interesse am ersten Treffen des Landeskommunalnetzwerks Mecklenburg-Vorpommern. Die erneuerbaren Energien bieten M-V die große Chance auf neue wirtschaftliche Dynamik – insbesondere im ländlichen Raum. Der Ausbau von Photovoltaik und Windenergie muss dafür gut ausgesteuert, fair und getragen von einer breiten Akzeptanz erfolgen. Die Kommunen spielen dabei eine Schlüsselrolle: Sie bringen die Energiewende vor Ort voran. Mit der Neufassung des Bürger- und Gemeindenbeteiligungsgesetzes geben wir ihnen einen neuen Werkzeugkoffer an die Hand, mit dessen Hilfe die Menschen vor Ort in Zukunft von günstigeren Strompreisen profitieren können und deutlich einfacher an den Erträgen aus Wind und Sonne beteiligt werden.“
Wissenstransfer aus der Praxis: Recht, Förderung und Beteiligung im Fokus
In Fachvorträgen und Kurz-Inputs erhielten die Kommunalvertreterinnen und -vertreter praxisnahe Einblicke in rechtliche Rahmenbedingungen, Fördermöglichkeiten und kommunale Beispiele. Ein besonderer Fokus lag auf dem Bürger- und Gemeindenbeteiligungsgesetz Mecklenburg-Vorpommern (BüGembeteilG M-V) für Wind- und Solarparks, das sich aktuell im Gesetzgebungsverfahren befindet und ab 2026 den Kommunen mehr finanzielle Beteiligung sichern soll. Die Energieregion Lübz berichtete anschließend von ihren positiven Erfahrungen mit Erneuerbaren: Der Amtsbereich beschäftigt sich bereits seit mehreren Jahren intensiv mit Beteiligungsfragen – unter anderem in den Bereichen Bürgerstromtarif, Zuwendungen nach § 6 EEG, Pachtzahlungen und unternehmerische Beteiligungen. Mittlerweile koordiniert eine eigens angestellte Beteiligungsmanagerin die verschiedenen Modelle finanzieller Teilhabe für die amtsangehörigen Gemeinden. Astrid Becker, Bürgermeisterin der Stadt Lübz, und Beteiligungsmanagerin Jana Guse gaben Einblicke in ihre Erfahrungen und beleuchteten die Vor- und Nachteile bei der Umsetzung kommunaler Beteiligungsmodelle.
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Ministerien im Dialog: Antworten auf kommunale Fragestellungen
Im Anschluss standen Mitarbeitende aus mehreren Landesministerien für individuelle Fragen zur Verfügung. Die Themen reichten von rechtlichen Rahmenbedingungen über Förderprogramme bis hin zu kommunalwirtschaftlichen Aspekten beim Umstieg auf erneuerbare Energien:
Das Wirtschaftsministerium informierte über die Novellierung des BüGembeteilG M-V sowie aktuelle Entwicklungen in der Regionalplanung und beim Ausbau von Wind- und Photovoltaikprojekten im Land.
Das Innenministerium gab Einblicke in zulässige Organisationsformen für kommunale Beteiligung an Energieprojekten – etwa über Bürgerenergiegesellschaften, Genossenschaften oder Anstalten öffentlichen Rechts. Zudem wurde die im Mai 2025 veröffentlichte Arbeitshilfe für Agri-Photovoltaik in Mecklenburg-Vorpommern vorgestellt.
Das Finanzministerium ging vor allem auf Fragen zur Umsetzung der 2021 eingeführten Gewerbesteuerzerlegung bei erneuerbaren Energien ein, mit der Kommunen ihre Haushaltskassen zusätzlich füllen können.
Das Landwirtschaftsministerium präsentierte Fördermöglichkeiten im Rahmen der Klimaschutz-Förderrichtlinien des Landes sowie Beratungsmöglichkeiten zu Klimaschutz und Klimaanpassung für Kommunen.
Ergänzend bot die Fördermittelberatung des Landeszentrums für erneuerbare Energien Mecklenburg-Vorpommern (Leea MV) Unterstützung bei der Auswahl passender Förderinstrumente für kommunale Projekte.
Workshops: Interaktiv zu Lösungen für Wind, Solar und Flächennutzung
Am Nachmittag arbeiteten die Teilnehmenden interaktiv in drei parallel stattfindenden Workshops zu zentralen Handlungsfeldern der klimafreundlichen Energiezukunft in Mecklenburg-Vorpommern:
Im Workshop „Windenergie vor Ort – mitreden, mitgestalten, mitverdienen“ ging es um Chancen und Herausforderungen kommunaler Einflussnahme und finanzieller Beteiligung.
Der zweite Workshop „Solarparks – Bauleitplanung & Beteiligung“ widmete sich planungsrechtlichen Grundlagen und Beteiligungsformaten.
In „Flächenmanagement für Klimaanpassung“ wurden Strategien zur klimaresilienten Flächennutzung in Kommunen diskutiert.
Ziel war es, gemeinsam Lösungsansätze für lokale Herausforderungen zu erarbeiten, die den Kommunen konkrete Orientierung für die eigene Praxis bieten.
LEKA MV zieht positives Fazit
„Mit dem landesweiten Kommunalnetzwerk setzen wir ein starkes Zeichen für den gemeinsamen Fortschritt der energetischen Transformation in Mecklenburg-Vorpommern. Die hervorragende Beteiligung zeigt, wie groß das Interesse und die Bereitschaft zur Mitgestaltung auf kommunaler Ebene ist. Wenn Wissen und Erfahrungen geteilt werden, entstehen praxisnahe Lösungen, die den Wandel vor Ort beschleunigen können“, fasst Gunnar Wobig, Geschäftsführer der LEKA MV, den Tag zusammen.
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