Wenn Sie einwilligen, verwenden wir Dienste, die Informationen im Endgerät eines Seitenbesuchers speichern oder dort abrufen. Anschließend verarbeiten wir die Informationen intern weiter, ohne diese an Drittanbieter weiter zu geben. Das hilft uns, unsere Website optimal zu gestalten und die Besucher besser zu verstehen.
Dieser Artikel wurde in der Ausgabe Mai 2025 der gedruckten Kommunalwirtschaft abgedruckt.
Bau der neuen EU-Stromtrasse zur Versorgung Spaniens
300 km unter dem Meer
06.05.2025 – Lesezeit ca. 3 Minuten
102
Beim Bau der unterirdischen Stromtrasse zwischen Frankreich und Spanien, Teil des europäischen Projekts INELFE, setzt der französische Tunnelbauer auf japanische Pumpentechnik.
Erst nach jahrelanger Prüfung durch die Aufsichtsbehörden konnte mit dem Bau der neuen Hochspannungsleitung begonnen werden - dafür geht es jetzt voran. In der anspruchsvollen Umgebung, die komplett unterirdisch und zu drei Vierteln unter dem Meer verläuft, kommt der Wasserhaltung eine entscheidende Bedeutung zu. Der beteiligte Tunnelbauer BESSAC setzt dabei auf Schmutzwasserpumpen von Tsurumi, die sich bereits bei ähnlichen Herausforderungen bewährt haben.
Durch die Biskaya
Das Projekt INELFE (INterconnexion ÉLectrique France-Espagne) der beiden Netzbetreiber Red Eléctrica und RTE ist ein Meilenstein in der europäischen Energieinfrastruktur. Es ermöglicht den Stromtransfer zwischen Frankreich und Spanien, um deren elektrische Versorgungssicherheit ab 2028 zu verbessern. Dies ist besonders wichtig für Spanien, das über vergleichsweise wenige Anschlusspunkte ans europäische Netz verfügt.
Kernstück des mittlerweile auf 3,1 Milliarden Euro veranschlagten Projekts ist der Bau einer 393 Kilometer langen Gleichstromleitung mit vier Kabelsträngen. Diese verläuft von Cubnezais nördlich von Bordeaux durch den Golf von Biskaya nach Gatika bei Bilbao. Mit einer Übertragungskapazität von zweimal 1000 MW erweitert das Projekt die bestehende Verbindung auf rund 5000 MW. Damit liegen die Verbundkapazitäten auf einem Niveau, wie es Frankreich auch zu anderen Nachbarländern aufgebaut hat.
Advertising
Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!
Der Weg durch das Meer wurde gewählt, um die Auswirkungen auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten, zumal die bestehenden 400-kV-Freileitungen den Durchsatz nicht bewältigen können. Der Seekabelabschnitt beträgt 300 km. Die Erdkabelabschnitte zwischen den Konverterstationen betragen auf französischer Seite 80 km und auf der iberischen 13 km.
Baupumpe KTZ hart wie Diamant
BESSAC, ein Spezialist im Tunnel- und Rohrleitungsbau mit 40 Jahren Erfahrung und einer Flotte von über 40 Tunnelbohrmaschinen, setzt bei der Wasserhaltung in den drei Tunneln der Strecke hauptsächlich auf die KTZ415, aber auch auf weitere Pumpenmodelle von Tsurumi. Die zuverlässige Leistung dieser Pumpen stellt sicher, dass das während der Bauarbeiten eindringende Wasser effizient abgepumpt wird.
Die KTZ415 wurde speziell für den Einsatz unter extremen Bedingungen entwickelt. Mit einer maximalen Fördermenge von 1.980 Litern pro Minute und einer Förderhöhe von bis zu 55 Metern gehört sie zum oberen Mittelfeld der Baureihe, die insgesamt 17 Modelle umfasst. Sie ist eine der meistverkauften Pumpen des Herstellers und nach dessen Angaben „in fast allen großen Tunnelbauprojekten in Europa dabei“. Tsurumi lässt sich einiges einfallen, um seine Pumpen in die Oberliga zu bringen und dort zu halten: Der fliehkraftgesicherte Ölverteiler mit doppelter innenliegender Gleitringdichtung im Ölbad, die vergossene, hermetisch dichte Stromzuführung und ultraharte Werkstoffe wie Siliziumkarbid (nur Diamant ist härter) sind Beispiele dafür. Dadurch sind die Pumpen trockenlaufsicher. Oft wird auch hervorgehoben, dass sie vom Anwender vor Ort mit Standardwerkzeugen selbst gewartet und repariert werden können.
Expertise aus einem Jahrhundert
Mit nunmehr genau 100 Jahren Erfahrung in der Entwicklung von Pumpen für Bau- und Industrieanwendungen hat sich Tsurumi als zuverlässiger Partner etabliert. Die Pumpen des Unternehmens sind weltweit im Einsatz und meistern selbst schwierigste Aufgaben - von der Wasserhaltung in Hartgesteinstollen bis hin zur Entwässerung von Großbaustellen. Mit einer Produktionskapazität von einer Million Aggregaten und einem Lieferprogramm, das allein in Europa über 500 Modelle mit Leistungen von 30 m³/min bis 216 m Förderhöhe umfasst, gilt Tsurumi als größter Hersteller der Branche. Überdies fertigt man nicht nach Auftrag, sondern kann fast das gesamte Sortiment binnen Stunden ab Lager ausliefern - ein Faktor, der gerade in Sachen Wasserhaltung von größter Bedeutung sein kann.
Advertising
Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!
Sie können diese Ausgabe kaufen oder ein Abonnement abschließen, um diesen Artikel hier sofort und komplett zu lesen. Mit einem Abonnement erhalten Sie zusätzlich jede gedruckte Ausgabe der Kommunalwirtschaft frei Haus.
Unser PDF Abo ist kostenlos! Abonnieren Sie dazu unseren Newsletter, in welchem ein Downloadlink zur jeweils aktuellen Ausgabe zur Verfügung gestellt wird.
Wenn Sie schon Abonnent der Kommunalwirtschaft sind, melden Sie sich an, um den Artikel zu lesen.
Wie vier Kommunen in Baden-Württemberg bis 2035 klimaneutral werden wollen
2040 ist das Zieljahr. Bis dahin müssen Städte, Gemeinden und Landkreise in Baden-Württemberg klimaneutral sein. Manche Kommunen im Südwesten möchten dieses Zie[...]
Die Marktabdeckung wächst weiter und die Preise bleiben stabil
Die Preistransparenzplattform Fernwärme von AGFW, BDEW und VKU hat sich als zentrales Informationsangebot für den Fernwärmemarkt etabliert. Das zeigt der aktuel[...]
Transparenzplattform deckt inzwischen mehr als die Hälfte des deutschen Fernwärmemarktes ab
Die Fernwärme ist eine preisstabile und verlässliche Heizenergie. Das zeigt der aktuelle Halbjahresbericht der Preistransparenzplattform Fernwärme zum Stichtag [...]
Wie eine klimaneutrale und zugleich wirtschaftliche Wärmeversorgung in der Praxis gelingt, zeigt der Lagarde Campus in Bamberg. Auf der Konversionsfläche entste[...]
Energiesicherheit in der Kommune auf dem Prüfstand
Der Anschlag auf das Stromnetz im Januar 2026 war ein Weckruf für Berlin und andere Städte neue Vorsorge- und Sicherheitskonzepte umzusetzen. Berlin reagiert mi[...]
Praxisforum Tiefengeothermie on Tour: zu Gast bei der Forschungsbohrung Köln-Dellbrück
Bevor sich die Tiefengeothermie-Branche im Oktober im bayerischen Pullach trifft, hat das Praxisforum Tiefengeothermie bereits im Sommer eine Begegnung in NRW e[...]
Der „Zuordnungs-Monitor“ hilft Energielieferanten den 24-Stunden-Lieferantenwechsel ohne Frust zu bewältigen
Seit der Einführung des 24-Stunden-Lieferantenwechsels haben sich die Bedingungen in der Versorgungswirtschaft radikal verändert. Früher hatte man Tage, um fehl[...]
Neue Studie zum Heizungsgesetz: Die Bio-Treppe führt ins Nichts
Eine neue Studie des Fraunhofer IFAM im Auftrag des Umweltinstitut München und von GasWende dokumentiert, dass die im neuen Heizungsgesetz vorgesehene Nutzung v[...]
Resilienz stärken: Projekte für Extreme von Dürre bis Hochwasser
Nach einer Frühjahrsdürre in 2025 ist bislang auch das Wasserwirtschaftsjahr 2026 viel zu trocken. Dem gegenüber stehen Starkregenereignisse und allen voran das[...]
27 Prozent weniger Energieverbrauch: Stadt Wolfsburg optimiert Wärmemanagement in Schulen
Stadt Wolfsburg setzt auf intelligente Thermostate, um Energieverbrauch in Schulen zu senken
Bonus: hydraulischer Abgleich digital und ohne weiteren Aufwand durchgeführt